​Für viele Beobachter scheint es so, als würde Hasan Salihamidzic, trotz seiner Postion als Sportdirektor des FC Bayern München, beim Rekordmeister nicht allzu viel zu sagen haben. Zu mächtig und dominant wirken die Klub-Bosse ​Uli Hoeneß und ​Karl-Heinz Rummenigge. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung zeigte sich der Bosnier jedoch sehr selbstbewusst und verriet, dass er seine Überzeugungen auch gegenüber dem mächtigen Klub-Präsidenten vertritt.


So berichtete der 41-Jährige, dass er insbesondere bei der Trainersuche in den letzten Monaten eine andere Meinung als Hoeneß vertreten hat. Demnach habe er viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, damit sich die 66-jährige Vereinslegende dazu bereit erklärt hatte für die neue Saison einen neuen Trainer zu suchen und nicht darauf zu beharren, Jupp Heynckes von einem Verbleib an der Säbener Straße zu überzeugen. "Ich habe Uli auch gesagt, dass er da falsch liegt", so Salihamidzic.

Darüberhinaus erzählte der ehemalige Bayern-Profi, dass sich seine Anfangszeit bei den Bayern als recht schwierig herausgestellt hat, schließlich sei er er als Neuling gleich in einen Verein gekommen, bei dem für "Bayern-Verhältnisse eine Krise" herrschte. Seine ersten Wochen bezeichnete er daher im Nachhinein als einen echten "Crashkurs". 


Obwohl er in den ersten Monaten, oftmals das Gefühl gehabt habe "nichts Richtiges sagen" zu können, zog der ehemalige bosnische Nationalspieler ein positives Zwischenfazit. "Wir haben viele wichtige Dinge gemacht, wie die Ancelotti-Entlassung und die Verpflichtung von Jupp Heynckes", so der Sportdirektor der Münchner.

FC Bayern Muenchen v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

Zu wenig Einfluss? Salihamidzic wehrt sich gegen seine Kritiker


​Aus der Krise unter Carlo Ancelotti, dessen Fitnesstrainer Giovanni Mauri nicht den Vorstellungen einer professionellen Zusammenarbeit entsprach, hat der neue starke Mann bei den Bayern einige Schlüsse gezogen. In Zukunft werde er genau darauf achten, dass "ein neuer Trainer unser Bayern-München-Set-up akzeptiert und nicht mit zehn eigenen Leuten hier einmarschiert". Mit dieser neuen Richtlinie wird auch der neue Coach Niko Kovac auskommen müssen, der ab der kommenden Saison die Geschicke des Meisters auf dem grünen Rasen leiten wird.