​Die peruanische Nationalmannschaft wird ohne ihren Kapitän Paulo Guerrero zur Weltmeisterschaft in Russland reisen. Der ehemalige Bundesliga-Profi wurde wegen eines Dopingvergehens vom Sportgerichtshof CAS zu einer 14-monatigen Sperre verurteilt und verpasst deshalb die Endrunde. Die Mutter des Angreifers gibt Claudio Pizarro die Schuld an dem vorzeitigen WM-Aus ihres Sohnes. 


Im Oktober sorgte Guerrero mit einem positiven Dopingtest für Schlagzeilen. Der 34-Jährige erklärte vor Gericht, dass er die verbotene Substanz Benzoylecgonin versehentlich mit einem Tee zu sich genommen habe. Um eine Strafe kam der Ex-Hamburger allerdings nicht herum. Die ursprüngliche Sperre von zwölf Monaten wurde zunächst von der FIFA halbiert. Nach dem Einspruch der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verhängte der Sportgerichtshof CAS zu Beginn der Woche eine 14-monatige Sperre. 

Der Traum von der WM-Teilnahme ist damit endgültig geplatzt. Petronila Gonzales, die Mutter des ehemaligen Bayern-Profis, macht Pizarro dafür verantwortlich. "Mein Sohn ist am Boden zerstört. Man hat ihm die Beine abgehackt, weil da andere Interessen im Spiel sind", erklärte Gonzales beim TV-Sender RPP. Der Schuldige sei "Claudio Pizarro, ich bin doch nicht blöd". 


Der 39-Jährige und Guerrero kennen sich aus der gemeinsamen Zeit beim FC Bayern München. Seitdem habe Pizarro ihren Sohn gemobbt. Der Noch-Kölner sorgte nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe der Guerrero-Sperre mit einem Post bei Instagram für Aufsehen: "Egal, was passiert, egal, wie weit das Ziel, das du angepeilt hast, entfernt zu sein scheint, verliere niemals den Glauben, dass du es schaffen wirst." 

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Paulo Guerrero (l.) und Claudio Pizarro standen gemeinsam für den FC Bayern auf dem Platz


Möglicherweise machte sich der Routinier nach dem WM-Aus von Guerrero selbst Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Endrunde. Pizarro schaffte es allerdings nicht ins vorläufige Aufgebot von Peru. Guerreros Mutter sprach von einem "riesigen Komplott" gegen ihren Sohn. "Das ist alles von langer Hand vorbereitet", schimpfte Gonzales. Bei der ersten WM-Teilnahme seit 1982 trifft Peru in der Gruppe C auf Frankreich, Australien und Dänemark.