Die Bayern-Bosse haben vergeblich versucht, um Jupp Heynckes ein weiteres Jahr zu halten. Auch deshalb habe sich die Trainersuche beim Rekordmeister so lange hinausgezögert, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge jetzt verriet. Bei der Inthronisierung von Niko Kovac als Heynckes-Nachfolger zeigte sich Sportdirektor Hasan Salihamidzic federführend. Rummenigge ist überzeugt vom neuen Gespann.


Einen Tag vor dem ​DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt (20 Uhr) hat Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge über die langwierige Trainersuche beim FC Bayern gesprochen. Vor dem Duell mit dem kommenden Bayern-Coach Niko Kovac erklärte der 62-Jährige den Ablauf der Entscheidungsfindung und welche Rolle Kovac-Kumpel Hasan Salihamidzic gespielt hat. Den neuen FCB-Sportdirektor hebt er dabei in den Himmel.


"Hasan ist ein Glücksgriff. Er ist der beste Sportdirektor, den ich hier seit Uli Hoeneß erlebe", schwärmte Rummenigge im Gespräch mit der TZ. "Das war jetzt sein erstes Jahr, er macht den Job verdammt gut. Das sagen nicht nur wir, sondern auch Fachleute - unter anderem Günter Netzer, mit dem ich neulich gesprochen habe. Er sagte mir, dass Hasan ein ganz ausgeschlafenes Bürschchen ist", führte der Vorstandsvorsitzende weiter aus. 

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Bayerns neuer Erfolgscoach? Rummenigge ist sich sicher, dass Niko Kovac einschlägt.



Ex-Bayern-Profi "Brazzo" war zu Beginn der Saison die Antwort der Bayern-Bosse Rummenigge und Hoeneß bei der händeringenden Suche nach einem neuen Sportdirektor. Die Stelle war beim Rekordmeister seit dem Rücktritt von Matthias Sammer unbesetzt. Der 41-jährige Bosnier hat beim Führungsduo offenbar Eindruck hinterlassen und war bei der Trainersuche maßgeblich dafür verantwortlich, dass mit Niko Kovac künftig ein Mann mit "Stallgeruch" an der Seitenlinie stehen wird. 


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Bedenken, dass Kovac bei den Bayern scheitern könnte hat Rummenigge nicht. "Im Verbund mit Hasan wird das gut funktionieren. Uli und ich werden das mitorchestrieren. Ich habe da absolut keine Sorgen", gab sich Rummenigge gelassen. Der neue Bayern-Trainer sei nicht die viel titulierte Notlösung, auch wenn er zugab, dass man gerne weiter mit Jupp Heynckes gearbeitet hätte. "Wir haben alle versucht, ihn zu einem weiteren Jahr bei uns zu überreden. Die Zeitabläufe waren nach außen irritierend, weil wir bis zum letzten Tag alles versucht haben, ihn zu überzeugen", erklärte Rummenigge. Doch Heynckes blieb bei seinem endgültigen Abgang zum Saisonende.

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Jupp Heynckes (2. v. l.) geht nach dem Pokalfinale endgültig in Rente.



So musste eine andere Lösung gefunden werden. Rummenigge gab Einblicke in die genauen Vorgänge: "Die Leute wissen ja nicht, wie alles abgelaufen ist. Hasan Salihamidzic hat - was auch seine Aufgabe war - parallel informelle Gespräche geführt, um sich einen Eindruck zu verschaffen", so der Bayern-Boss. 


Am Ende viel die Wahl auf Niko Kovac, der trotz der fehlgeschlagenen Überredungskünste bei Heynckes von Rummeggie nicht als zweite Wahl angesehen wird.  "Mit dem Gerede über 1a-, b-, c- und d-Lösungen können wir leben. Schauen Sie mal nach Stuttgart, wie kritisch Tayfun Korkut dort erst gesehen wurde. Jetzt ist er ein Held. Wir sind davon überzeugt, dass Niko einen sehr guten Job machen wird."