BVB-Pechvogel Sebastian Rode wurde für seine Aussagen zum bevorstehenden Stöger-Abgang mit einer Geldstrafe belegt. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wehrt sich gegen die Kritik und verteidigt die Sanktion. Es habe ein klarer Verstoß gegen die Regeln vorgelegen.


Die Aussagen von ​Sebastian Rode zum bevorstehenden Abgang von BVB-Trainer Peter Stöger haben Anfang Mai hohe Wellen geschlagen. Zum damaligen Zeitpunkt war die Trennung noch nicht offiziell bekannt gegeben, auch wenn sie intern bereits feststand, wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke jetzt verriet.


Der ​BVB sanktionierte Rode daraufhin mit einer Geldstrafe. Die Klub-Verantwortlichen Watzke und Michael Zorc kritisierten den 27-Jährigen öffentlich, der von einigen Fans und ​medial für seine Ehrlichkeit gefeiert wurde. Im Gespräch mit dem Borussen-Fanmagazin Schwatzgelb äußerte sich Watzke nun noch einmal zum Vorgehen des Klubs. Rode werde zwar "momentan als Held der Meinungsfreiheit gefeiert", diese sei aber "immer dann verwirkt, wenn du die Intimsphäre verletzt", erklärte Watzke. "Der Begriff Meinungsfreiheit wird bei Borussia Dortmund sehr hochgehalten. Da können Sie jeden Mitarbeiter fragen", so der BVB-Boss weiter.

"Unsere Spieler haben als Gruppe Regeln, die sie kennen und denen sich jeder Spieler normalerweise auch im Sinne der Gemeinschaft verpflichtet fühlt. Eine Regel lautet sinngemäß: Es werden keine Interna aus der Kabine oder aus dem Mannschaftsbus ausgeplaudert", betonte der 58-Jährige. "Und da hat ein klarer Verstoß gegen die Regeln vorgelegen, der zu sanktionieren war. Um nichts anderes ging es", verteidigte Watzke die Rode-Strafe.

FBL-GER-BUNDESLIGA-BAYERN MUNICH-DORTMUND

Mehr als 44 Minuten beim Supercup-Finale gegen Ex-Klub Bayern war für Rode (r.) in dieser Saison verletzungsbedingt nicht drin. Sein Vertrag beim BVB läuft noch bis 2020.


"Wenn es nicht mehr gewährleistet ist, dass Worte aus der Kabine intern bleiben, dann hast du Anarchie." Die Kabine müsse als geschützter Bereich Rückzugsort bleiben, an dem man sich auch mal "einen schwachen Moment" leisten könne, ohne dass dieser "ausgeschlachtet" werde. "Als Sebastian von dem, was in der Kabine vorgeht, sprach, war das genau der Teil, den ich ihm verübelt habe. Das darfst du nicht machen", bekräftigte Watzke. Dabei ginge es nicht um einzelne Personen, "sondern um die Gruppe und die muss in der Kabine geschützt sein".