Granit Xhaka hat in der Premier League einen neuen Rekord aufgestellt. Der Schweizer Nationalspieler und ehemalige Mittelfeldakteur von Borussia Mönchengladbach spielte so viele Pässe wie kein anderer, war zudem in Puncto Passgenauigkeit ebenfalls weit oben. Dennoch hat die Saison des 25-Jährigen einen faden Beigeschmack.


Vor zwei Jahren wagte Granit Xhaka den Sprung auf die Insel. Das einstige Eigengewächs des FC Basel wechselte nach vier Jahren bei Borussia Mönchengladbach für eine stolze Ablösesumme von 45 Millionen Euro zu Arsenal London. Bei den Gunners war er von Anfang an gesetzt, absolvierte insgesamt 46 Pflichtspiele in seiner ersten Saison, machte jedoch auch von seiner rüden Seite auf sich aufmerksam: Insgesamt verpasste Xhaka sieben Partien aufgrund einer Rotsperre, allein fünf davon in der Premier League.


In seinem zweiten Jahr erhielt er keinen direkten Platzverweis, doch Karten sammelt er noch immer fleißig. So wurde Xhaka in 48 Einsätzen zwölf Mal mit Gelb verwarnt. Seine eigentlichen Qualitäten, dessen ist man sich in England bewusst, liegen eher in seinem sehr guten Passspiel, das den 57-fachen Nationalspieler der Schweiz bereits während seiner Zeit in Mönchengladbach unter Beweis gestellt hat. Nachdem er bereits in seiner ersten Saison in der Premier League mit die meisten Pässe aller Akteure spielte, thront er nun von oben an der Spitze: In der abgelaufenen Spielzeit leitete Granit Xhaka das Leder insgesamt 3.116 Mal an seine Mitspieler weiter - so oft wie kein anderer Spieler jemals in der Geschichte der Premier League. Die Passquote liegt bei herausragenden 90 Prozent. 


Doch so wichtig der Mittelfeldspieler als Aufbauspieler ist, so stümperhaft präsentiert er sich in der Defensive. Immer wieder leistete sich Xhaka fatale Fehler, die in Gegentoren und letztlich auch in Niederlagen mündeten. Das Problem ist jedoch vielseitig: Mal verliert der 25-Jährige seinen Gegenspieler aus den Augen, mal ist er in der Rückwärtsbewegung zu schludrig, mal setzt er nach einer missglückten Grätsche nicht ausreichend nach.


"Idiot" - Xhaka erntete in dieser Saison viel Kritik


Das britische Online Portal dreamteamfc stellte beispielsweise eine Liste mit insgesamt fünf Spielsituationen zusammen, in denen Xhaka immer wieder dieselben Fehler machte: So setzte er bei der 1:2-Niederlage gegen Manchester United zu einer unglücklichen und erfolglosen Grätsche gegen Paul Pogba an, woraufhin dieser in Richtung Strafraum marschieren und schlussendlich das zwischenzeitliche 1:0 für die 'Red Devils' erzielen konnte. Anstatt sofort aufzustehen und sich weiter um die Balleroberung zu bemühen, lief Xhaka halbherzig hinterher, blieb am Elfmeterpunkt stehen und sah zu, wie der Franzose ins Netz traf.


Der Ex-Liverpool Spieler Graeme Souness bezeichnete ihn daraufhin als "Idiot. Es sind die Basics. Wenn ich das in meiner Karriere beim FC Liverpool getan hätte, hätte ich auf der Bank gesessen, bis ich daraus gelernt hätte", wird der 65-Jährige von ESPN zitiert. 

Xhaka wird in Zukunft an einigen Dingen arbeiten müssen, was die Partien bei Swansea, Bournemouth oder Watford eindrucksvoll belegen. Zu häufig ist er nicht nah genug an seinem Gegenspieler und lässt ihn in der Folge ziehen, da er aufgrund mangelnder Geschwindigkeit nicht rasch genug hinterherkommt. Gerne verliert er den Gegner auch aus den Augen und lässt ihn hinter seinem Rücken durchlaufen, was in brenzligen Situationen für den Rest der Mannschaft sorgt.


Klar ist, dass es für den Schweizer nach der vielen Kritik in dieser Saison in Zukunft nicht einfacher wird. Arsene Wenger setzte nahezu bedingungslos auf ihn, doch seine Amtszeit endet nach 22 Jahren im Sommer. ​Ein Nachfolger wurde noch nicht gefunden, doch dieser wird sich ein eigenes Bild von der Mannschaft machen und Xhaka entweder auf eine andere Position stellen, in der seine Stärken voll und ganz ausspielen und seinen Mitspielern in der Vorwärtsbewegung mit Bällen füttern kann. Oder er setzt ihn zunächst auf die Bank und lässt anderen den Vortritt, um in der Defensive gefestigter zu sein.