Hannover 96 will den 2019 auslaufenden Vertrag mit Trainer André Breitenreiter unbedingt verlängern. Der 96-Coach freut sich über die Wertschätzung des Klubs, knüpft eine weitere Zusammenarbeit aber an Bedingungen. Neben der Verbesserung des Kaders fordert der 44-Jährige den Ausbau der Infrastruktur. Die Trainingsplätze sind derzeit kaum bundesligatauglich.


André Breitenreiter ist seit März 2017 Trainer bei Hannover 96. Mit den Niedersachsen machte er zunächst im Saisonendspurt der zweiten Liga die Rückkehr ins Oberhaus perfekt und spielte dann mit 96 eine weitgehend sorgenfreie Bundesliga-Comebacksaison. Da ist es nur all zu verständlich, dass Klubboss Martin Kind seinen Trainer "unbedingt halten" will - zumal der gebürtige Hannoveraner ein echter Sympathieträger ist. 


"Ich weiß jetzt auch offiziell, dass 96 mit mir verlängern möchte“, zeigte sich der 44-Jährige gegenüber Sportbuzzer geschmeichelt. "Diese Wertschätzung freut mich sehr.“ Eine automatische Verlängerung seines bis 2019 laufenden Vertrages bedeute das aber nicht, wie Breitenreiter betonte: "Ich bin Hannoveraner, fühle mich sehr wohl hier. Aber das spielt für mich in der Entscheidungsfindung keine Rolle.“

Der 96-Coach ist kein Lautsprecher, will anders als Manager Horst Heldt nicht öffentlich mit einem Vereinswechsel kokettieren. "Ich will keine Unruhe reinbringen. Es geht nicht darum, mich künstlich interessant zu machen", bekräftigte er. Eine weitere Zusammenarbeit knüpft er dennoch an Bedingungen. "Ich möchte sehen, dass die besprochenen Veränderungen umgesetzt werden“, so Breitenreiter, der sich nach eigener Aussage "nicht mit anderen Vereinen beschäftigt. Aber im Fußball weiß man nie. Ich weiß nicht, was übermorgen passieren kann.“


Breitenreiter fordert Investitionen in die Infrastruktur


Am liebsten würde er aber wohl die nächsten Schritte mit seinem Heimatklub gehen. Denn eins weiß auch Martin Kind: "Breitenreiter wird irgendwann einen großen Verein trainieren wollen.“ Wie schon in der Saison 2015/16 den FC Schalke 04. "Ich bin ehrgeizig“, betont Breitenreiter unumwunden. Heisst: Nach den ​Abgängen der Stammspieler Salif Sane (Schalke) und Felix Klaus (Wolfsburg) müssen Kind und Heldt adäquaten Ersatz verpflichten und bestenfalls das Team weiter verstärken. 


"Wir müssen sehen, wie der Kader zum Saisonstart aussieht, erst dann können wir die Ziele festlegen. Und wenn dann klar ist, dass wir die nächsten Schritte machen können, dann spricht nichts gegen eine Vertragsverlängerung“, erklärte Breitenreiter. Bei den Bedingungen für seine Vertragsverlängerung gehe es aber nicht nur um die künftige Zusammensetzung des Kaders. "Wir müssen uns auch in der Infrastruktur verbessern, um unsere Ziele erreichen zu können", meinte der 96-Coach. 


Hannover 96 Trainigsession

So gut wie in der Sommer-Vorbereitung waren die Plätze an der Clausewitzstraße nicht immer


Damit trifft er einen wunden Punkt. Denn das ​96-Trainingsgelände ist eigentlich nicht bundesligawürdig. In der abgelaufenen Spielzeit gab es ständig Probleme mit den Trainingsplätzen. Mehrere Spieler zogen sich auf dem schlechten Geläuf Verletzungen zu - Breitenreiter musste in den Wintermonaten sogar teilweise im Stadion trainieren. "Der Bauantrag fürs Flutlicht am oberen Platz ist jetzt genehmigt worden“, berichtete Kind von ersten Fortschritten. Der untere Platz am Trainingsgelände soll neu gebaut werden, dafür sei aber ein separater Bauantrag bei der Stadt notwendig.