​Werder Bremen verpflichtet mit Yuya Osako den ersten Japaner seit über 32 Jahren. Damals war es Yasuhiko Okudera, der die Bremer-Fans entzückte. Jetzt kann diesen Part der Neuzugang übernehmen, der zudem ordentlich die Marketing-Maschine anschmeißen könnte. 


Osako, ein Spieler, der in der Offensive auf jeder Position spielen kann und sich für nichts zu schade ist, und gerne in der Defensive hilft. Genau so ein Typ suchte Florian Kohfeldt zuletzt. Mit dem 27-Jährigen, der Mitte Mai bereits 28 Jahre alt wird, kann der Trainer in der kommenden Spielzeit das Konzept spielen, was ihm zuletzt vorschwebte: Flexibel im Umschaltspiel sein und dabei den perfekten Partner für Max Kruse finden. 


Eher Assistgeber als Vollstrecker


Max Kruse und Osako? Das könnte passen. Am besten spielt Osako, wenn er einen Vollstrecker neben oder vor sich spielen hat, denn er ist nicht der Stürmer, der typische Neuner. Er ist eher der Zehner, der sich fallen lässt, die Bälle holt und mit seiner Technik an einigen Gegenspielern vorbei kommt, dann den Pass in den freien Raum gibt und somit den Angriff hervorragend einleitet. Da könnte dann Werder-Star Max Kruse stehen und den Ball mit seiner Routine, mit seiner Abgeklärtheit ins Tor unterbringen. Das funktionierte beim 1. FC Köln bereits mit Osako und Anthony Modeste sehr gut. Die Kölner erreichten die Europa League in der Saison 2016/17 und der Rechtsfuß konnte sich in 32 Partien an 17 Treffern beteiligen. 


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Bildete mit Anthony Modeste ein Dreamteam: Werder-Neuzugang Yuya Osako (rechts)


Doch nicht nur sportlich könnte der Asiate einen Gewinn darstellen. Auch auf dem östlichen Markt könnte er für Werder finanziell reizvoll sein. Osako zog bereits bei den Kölnern viele japanische Fans und somit potenzielle Trikotkäufer und Zuschauer an. Kein Wunder: In seinem Heimatland ist er ein absoluter Star und Stammspieler der Nationalmannschaft. Auch bei der WM in Russland wird der Angreifer mit von der Partie sein und in der Gruppenphase auf Kolumbien, Senegal und Polen treffen. 


Osako wechselte 2014 von 1860 München nach Köln und absolvierte 120 Spiele für den Effzeh. Dabei konnte er sich an 37 Treffern beteiligen. Der Vertrag bei Werder läuft laut übereinstimmenden Medienberichten bis 2022, die Ablöse beträgt wohl sechs Millionen Euro.