Kapitän Ralf Fährmann ist auf Schalke die Identifikationsfigur. Der gebürtige Chemnitzer fühlt sich so verbunden, dass er auch nach der Karriere im Revier bleiben will. Den Erfolg der abgelaufenen Spielzeit schreibt er "einzig und allein dem Trainer" zu. Beeindruckt ist er auch von Teamkollege Benjamin Stambouli.


Ralf Fährmann wechselte mit 14 Jahren aus seiner Geburtsstadt Chemnitz in den Ruhrpott nach Gelsenkirchen. Seither trägt der Schalke-Kapitän das königsblaue Trikot - mit Ausnahme eines zweijährigen Gastspiels bei Eintracht Frankfurt zwischen 2009 und 2011. Mit gewohnt starken Leistungen und als Sprachrohr der Mannschaft hatte der 29-jährige Schlussmann in der abgelaufenen Saison großen Anteil am Erfolg der Knappen. Unter Trainer Domenico Tedesco kehrt S04 in die Champions League zurück und durfte die Vizemeisterschaft feiern.


"Blaues Blut wurde mir in die Venen gepumpt", erklärte Fährmann zuletzt seine Identifikation mit dem Klub im ARD-Interview vor dem Derby-Rückspiel gegen den BVB am 30. Spieltag. Vor dem abschließenden ​1:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt stand der 29-Jährige für das Magazin "Blauer Brief" der Ultras Gelsenkirchen Rede und Antwort.

Borussia Dortmund v FC Schalke 04 - Bundesliga

Tumulte nach dem Schlusspfiff: Bei der sensationellen Derby-Aufholjagd der Schalker in Dortmund kam es nach dem Spiel zu einer Rangelei auf dem Platz. 


Dabei unterstrich Fährmann seine Verbundenheit zu Königsblau, aber auch zur Region Gelsenkirchen. "So wie ich die Menschen im Ruhrgebiet kennengelernt hab, ist es die Mentalität, die mir total zusagt. Deswegen habe ich auch für mich beschlossen das, egal wo mich meine Zukunft hin verschlägt, ich auf jeden Fall mein Leben hier verbringen möchte", sagte Fährmann. 


Der Vertrag des Schalke Spielführers, der von Tedesco zu Beginn der Saison Inthronisiert wurde läuft noch zwei Jahre. Geht es nach dem 29-Jährigen, soll 2020 aber nicht das Ende seiner Zeit auf Schalke sein. "Mein oberstes Ziel ist es, hier zu verlängern, hier noch einen Vertrag zu bekommen, der länger ist als die nächsten zwei Jahre. Und schließlich hier einmal mein Karriereende zu planen", gab er zu Protokoll.


Fährmann: "Erfolg allein Tedesco zu verdanken"


Das liegt auch an seinem neuen Trainer, über den Fährmann regelrecht ins Schwärmen gerät. "Dass wir derzeit ​auf so einem Niveau spielen, ist wirklich einzig und allein dem Trainer zu verdanken", befand der Knappen-Keeper und begründete warum: Er habe im vergangenen Jahr seine Kollegen oft "dafür kritisiert, dass sie nicht in die Zweikämpfe gegangen sind oder man den Anschein hatte, dass sie nicht alles geben. Aber man merkt einfach, dass wir unter dem aktuellen Trainer erst überhaupt in die Zweikämpfe kommen". Tedesco habe deshalb "einfach den größten Anteil von allen" am Erfolg in dieser Saison. "Wer überlegt, wer in den letzten Jahren alles den Verein verlassen hat, dem fällt auf, dass wir uns nicht unbedingt verstärkt haben und trotzdem immer besser geworden sind", führte er weiter aus.


FC Schalke 04 v Borussia Dortmund - Bundesliga

Ein dickes Lob hatte Fährmann auch für einen Mitspieler parat. Benjamin Stambouli kam im Sommer 2016 von PSG nach Gelsenkirchen und hat sich nach einer schwierigen Debütsaison in diesem Jahr etabliert. Fährmann ist nicht nur von den Leistungen des 27-jährigen Franzosen beeindruckt, sondern vor allem mit dessen Identifikation mit dem neuen Umfeld. Stambouli sei ein echtes "Musterbeispiel". Er interessiere sich "extrem" für Klub, Stadt und Anhänger. "Er stellt zu allem Fragen: Wie das Parkstadion war, was früher war, wie die Spiele dort waren, wann die Arena gebaut wurde. Er ist richtig wissbegierig und weiß auch alles", so Fährmann. 

Ein wichtiger Faktor dabei: "Er spricht schon richtig gut Deutsch, hat ja auch einige Interviews schon auf Deutsch gegeben", erklärte der Schalke-Schlussmann. "Er taugt wirklich als Vorbild für alle."