From left : Germany's defender Jerome Boateng, Germany's midfielder Sami Khedira, Germany's defender Benedikt Hoewedes, Germany's midfielder Thomas Mueller, Germany's midfielder Joshua Kimmich, Germany's goalkeeper Manuel Neuer, Germany's midfielder Mesut Oezil, Germany's midfielder Toni Kroos, Germany's forward Mario Gomez, Germany's defender Mats Hummels and Germany's defender Jonas Hector clap during a moment of silence following the deadly attack in the Bangladeshi capital Dhaka in wich some 20 people were killed including Italians and other foreigners prior to the Euro 2016 quarter-final football match between Germany and Italy at the Matmut Atlantique stadium in Bordeaux on July 2, 2016.
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Nach Jogis Nominierung: Diese 10 Kandidaten müssen noch um ihr WM-Ticket zittern

27 Spieler berief Joachim Löw in den vorläufigen Kader der deutschen Nationalmannschaft für die anstehende Weltmeisterschaft in Russland. Folglich müssen vier Namen aus dem Aufgebot gestrichen werden, bis der Bundestrainer am 4. Juni die 23 WM-Fahrer bekannt gibt. Die folgenden Kandidaten müssen um ihr WM-Ticket noch besonders zittern:

10. Sebastian Rudy

Sebastian Rudy vom FC Bayern München muss noch um sein WM-Ticket zittern, da er beim deutschen Rekordmeister selten zum Zuge kam und mit wenig Spielpraxis im Gepäck mit der deutschen Nationalmannschaft nach Südtirol reisen wird. Sandro Wagner bekam erst kürzlich zu spüren, wozu wenig Spielpraxis bei den Münchnern führen kann. Zudem sind im zentralen Mittelfeld Spieler wie Kroos, Khedira und Gündoĝan in der Hierarchie vor Rudy gesetzt. Denkbar wäre für Rudy eine Back-Up-Rolle für Kimmich. Auf der rechten Seite half der Ex-Hoffenheimer beim DFB bereits aus.

9. Julian Brandt

Julian Brandt ist ein verheißungsvolles Talent, das vorwiegend über die linke Angriffsseite stürmt, Tore schießt und vorbereitet. Eigentlich führt am 22-Jährigen, der in der Spielzeit 2017/18 zwölf Tore in 39 Partien schoss, kein Weg vorbei. Doch die Konkurrenz auf der linken Seite ist enorm: Draxler, Sané und Reus könnten hier die Nase vorn haben, rechts ist Thomas Müller gesetzt.

8. Jonathan Tah

Die Nominierung des Innenverteidigers kam überraschend und so ist der Profi von Bayer 04 Leverkusen auch einer der Top-Kandidaten, auf den Löw am ehesten verzichten könnte. Schließlich stehen mit Mats Hummels, Jérôme Boateng, der laut Löw im Laufe des Turniers wieder fit wird, Niklas Süle, Antonio Rüdiger und Matthias Ginter noch fünf andere Defensivspieler für die Zentrale im Aufgebot.

7. Matthias Ginter

Sechs Innenverteidiger wurden von Löw nominiert. Normalerweise stellt der Bundestrainer eine Viererkette auf, womit zwei Innenverteidiger quasi überflüssig wären. Neben den gesetzten Boateng und Hummels wird sich somit ein Konkurrenzkampf unter den verbliebenen Verteidigern ergeben. Aufgrund ihrer Saisonerfahrung haben Süle und Rüdiger dahinter die Nase vorn. Folglich müssen Ginter und Tah danach am meisten zittern. 2014 noch Weltmeister, muss der Gladbacher in der Vorbereitung überzeugen, um in diesem Jahr wieder mit dabei zu sein.

6. Marvin Plattenhardt

Der 26-Jährige hat sechs Länderspiele im Trikot der deutschen Nationalmannschaft vorzuweisen. Sollte sich Jonas Hector nicht verletzten, hat Plattenhardt wenig Chancen auf Einsätze. Die Berliner absolvierten keine überragende oder gar erfolgreiche Saison, doch Plattenhardt wird mit der Empfehlung von sieben Torvorlagen in der abgelaufenen Spielzeit nach Südtirol anreisen. Sein Vorteil: die Position des Linksverteidigers ist in Deutschland notorisch unterbesetzt. Als Hector-Back-Up erscheint Plattenhardt quasi alternativlos, da Löw den Augsburger Philipp Max außer Acht lässt.

5. Mario Gómez

Mario Gómez betonte einst, er müsse bei der Weltmeisterschaft nicht häufig spielen, um zufrieden zu sein und stellte sein persönliches Belangen hinten an. Ein diplomatischer Zug des VfB-Stürmers, doch gerade das könnte ihm zum Verhängnis werden: sollte sich der freche Petersen in Südtirol als Alternative entpuppen und dabei auch noch besser in Form kommen, muss Gómez um seinen Platz im Kader bangen. Schließlich ist Timo Werner als Stürmer Nr. 1 im Kader quasi gesetzt.

4. Nils Petersen

Löws Überraschungscoup und damit auch folglich einer der Kandidaten, der um sein WM-Ticket zittern muss. Der Stürmer des SC Freiburg konnte nicht mit dem Anruf des Bundestrainers rechnen und so würde die Entscheidung gegen Petersen kein sehr großes mediales Echo hervorrufen. Doch Löw betonte auf der Pressekonferenz, er habe mit Petersen "noch viel vor." Er schätze zudem seine Joker-Qualitäten. Soll Petersen nur Druck auf den routinierten Gómez ausüben, oder könnte er ihn in Russland gar ersetzen?

3. Bernd Leno

Gleich drei Torhüter könnten um ihr WM-Ticket zittern. Die entscheidende Frage: wird Manuel Neuer fit, oder nicht? Sollte dem so sein, wird Neuer als Nummer 1 in das Turnier gehen. Ter Stegen würde damit automatisch zur Nummer 2 werden. Doch wer wird die Nummer 3? Bernd Leno ist in Leverkusen gesetzt, kam in der letzten Zeit allerdings nicht immer an seine Top-Leistungen heran. Kevin Trapp kam hingegen bei Paris Saint-Germain kaum zum Zug.

2. Kevin Trapp

Wird sich Löw aufgrund der mangelnden Spielpraxis von Kevin Trapp bei PSG somit für ein Trio bestehend aus Neuer, ter Stegen und Leno entscheiden? Der 27-Jährige hat bisher drei Länderspiele im Dress der Nationalmannschaft vorzuweisen. Wenn alles normal abläuft, wird es auf einen Zweikampf zwischen Trapp und Leno um die Position als Torhüter Nr. 3 hinauslaufen. 

1. Manuel Neuer

Der Super-Gau für Manuel Neuer und wohl auch für den Bundestrainer: Joachim Löw bestätigte auf der Pressekonferenz, dass Neuer vor dem Turnier Spielpraxis sammeln müsse, sonst mache eine endgültige Nominierung für das Turnier wenig bis keinen Sinn. Neuer wird die Trainingswoche in München und die Einheiten beim DFB nutzen müssen. Auch bei den Testspielen gegen Österreich und Saudi-Arabien muss alles glatt laufen und der Welttorhüter muss schmerzfrei bleiben, damit einem Einsatz in Russland nichts im Wege steht. Schließlich steht auch Neuers Karriere auf dem Spiel.