Beim 1. FC Köln soll eine neue Zeitrechnung beginnen. Mit dem neuen Trainer Markus Anfang will Sportchef Armin Veh "das Unternehmen Wiederaufstieg" angehen. Dazu brauche es "dringend frischen Wind" im Team. Gelingen soll das mit neuen Spielern und einem ganz speziellen Führungsduo.


Der 1. FC Köln muss den bitteren Gang in die zweite Liga antreten - das stand schon nach der Pleite in Freiburg am 32. Spieltag fest. Sportchef Armin Veh hat längst mit den Planungen für die kommende Zweitliga-Spielzeit begonnen, blickt im Gespräch mit dem Express aber noch einmal auf die Katastrophen-Saison zurück. "Für mich ist das mehr als ein Unfall, es sind Fehler gemacht worden", kritisiert der 57-Jährige. 


Veh warnt vor der zweiten Liga: "Aufstieg kein Selbstläufer"


Nun gelte es diese Fehler zu reparieren und die Mission Wiederaufstieg zu starten: "Ich bin seit 27 Jahren in diesem Geschäft und habe in den letzten Wochen und Monaten viele Eindrücke sammeln und meine Schlüsse ziehen können. Ich weiß, was zu tun ist“, erklärt Veh. 

Getan hat sich am Geißbockheim schon einiges. Der neue Steuermann ist mit Markus Anfang bereits gefunden. Der Kieler Erfolgscoach übernimmt den Trainerposten, ​Stefan Ruthenbeck wird wieder die U19 leiten. Bevor es soweit ist, geht es zunächst in die Sommerpause. "Wir werden jetzt die Spieler noch mal komplett durchtesten, um ihnen auch einen Urlaubsplan mit auf den Weg geben zu können. Wir brauchen alle in einem ordentlichen Zustand zurück, damit wir unsere Ziele verwirklichen können. Am Donnerstag werden wir die Mannschaft dann in den Urlaub verabschieden“, berichtet Veh.


Der FC-Sportchef schickt auch gleich eine Warnung mit. "Wer mit der Einstellung reingeht, dass es nur zwischen Hamburg und uns um die Zweitliga-Meisterschaft geht, der wird Schiffbruch erleiden. Die Zweite Liga wird alles andere als ein Selbstläufer, ich habe das ja selbst schon als Trainer mitgemacht", so der 57-Jährige. "Die Aufgabe muss man annehmen und professionell angehen. Wir müssen uns so aufstellen, dass wir eine Mannschaft und ein Trainerteam haben, die das Ziel Wiederaufstieg erreichen können. Und daran arbeiten wir jetzt“, bekräftigt er.


"Mannschaft braucht dringend frischen Wind"


Viel Arbeit hat er vor allem mit der Personalplanung. Im FC-Team wird ein Umbruch stattfinden. ​Leonardo Bittencourt hat den Verein bereits in Richtung Hoffenheim verlassen, weitere Spieler werden folgen. Glaubt man Vehs Worten, ist das auch durchaus so gewollt. "Wenn es einen Schluss aus den letzten Monaten gibt, dann diesen: Wir brauchen dringend frischen Wind in der Mannschaft", fordert er. "Ein 'Weiter so' bringt uns nicht weiter, es braucht neue Impulse, um einen attraktiven und erfolgreichen Fußball spielen zu können. Das wird sich zum Teil schon durch Abgänge und Zugänge erledigen", glaubt Veh.

Mit Lasse Sobiech ist bereits ein zweitligaerfahrener Innenverteidiger verpflichtet worden. Der 27-Jährige kommt vom FC St. Pauli an den Rhein. Weitere Neuzugänge sollen folgen. Leipzigs Benno Schmitz und der in Deutschland geborene österreichische Nationalspieler Louis Schaub von Rapid Wien werden mit dem Effzeh in Verbindung gebracht. "Wir werden sicher in den nächsten Tagen die ersten Personalien verkünden können. Mein Ziel ist es, bis zum Trainingsauftakt am 25. Juni die Mannschaft so weit wie möglich zusammengestellt zu haben, damit wir das Unternehmen Wiederaufstieg angehen können. Und dann fängt für mich eine neue Zeitrechnung an“, verkündet Veh.


Eine neue Zeitrechnung die geleitet werden soll von einem ganz speziellen Duo. Nationalspieler Jonas Hector und Eigengewächs Timo Horn halten dem Effzeh trotz lukrativer Angebote auch in der zweiten Liga die Treue. Veh sei "sehr froh", dass das Duo den Kölnern erhalten bleibt. "Jonas soll in der neuen Saison eine noch tragendere Rolle übernehmen. Mit seiner Klasse und seiner Erfahrung ist er eine echte Führungspersönlichkeit. Dann werden auch die neuen Spieler die Hierarchie verändern. Und Markus Anfang wird einen neuen Geist reinbringen“, ist sich Veh sicher.