​Am Wochenende durfte Roman Weidenfeller noch einmal für eine Minute ran. Ein gebührenderer Abschied war aufgrund der indiskutablen Leistung seiner Kollegen gegen die TSG Hoffenheim leider nicht möglich, musste man doch bis zur letzten Sekunde um die Teilnahme an der Champions League zittern. In einem Interview sprach die BVB-Torwartlegende über seine Karriere und die Pläne für die Zukunft.


"Ich durfte mein Hobby zum Beruf machen. Das ist ein großes Privileg", betonte Weidenfeller in einem Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. "Dazu noch das Glück, so lange bei solch einem großen Klub mit so vielen Fans spielen zu dürfen. Sie haben mich immer getragen, nicht nur in den goldenen Zeiten. Das ist einzigartig, das macht diesen Verein auch aus. Deshalb bin ich auch dankbar und stolz, so viele Jahre hier gespielt zu haben."

Weidenfeller, der seine Karriere in Kaiserslautern begann und 2002 - zunächst als Ersatzkeeper - zu Borussia Dortmund wechselte, absolvierte 349 Spiele für den BVB, wurde zweimal deutscher Meister, zweimal Pokalsieger und erreichte 2013 das Endspiel der Champions League. Zudem wurde er 2014 als dritter Torwart Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft.


Doch statt erst einmal durchzuatmen, wartet schon ab kommenden Monat eine neue Aufgabe auf den 37-Jährigen: "Es geht ja nach meiner Spielerkarriere als BVB-Botschafter für mich schon im Juni weiter. Urlaub wird es also nicht ganz so viel geben, wie angenommen, allerdings eine Weltreise hätte ich mir zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin nicht vorstellen können. Wir haben einen kleinen Sohn zu Hause, den würde ich nicht so lange allein lassen wollen. Und die Familie musste in den Jahren ohnehin schon oft zurückstecken." 


Roman Weidenfeller blickt auf eine 20-jährige Karriere zurück, mit vielen Höhen und Tiefen. Zwischen 1998 und 2018 hat sich das Leben eines Sportlers grundlegend geändert, meint der gebürtige Pfälzer: "Das Spiel, das insgesamt noch einmal viel schneller geworden ist. Die taktischen Anforderungen an alle Spieler. Aber auch das Leben um den Sport herum, Stichwort Social Media. Ich war früher nie ein Freund davon, private Details preis zu geben. Heute kommt man kaum noch darum herum. Da ich es inzwischen gelernt habe und ein offener Mensch bin, findet man mittlerweile auch einiges über Roman Weidenfeller."