​Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sind derzeit äußerst angespannt, was auch am eigensinnigen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan festzmachen ist. Dies hielt die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und İlkay Gündoğan allerdings nicht davon ab, mit dem türkischen Staatspräsidenten zu posieren und ihm Trikots zu schenken. Dafür ernteten sie nun Kritik von mehreren Seiten.


Drei deutsche Profis mit türkischen Wurzeln, nämlich İlkay Gündoğan, Mesut Özil und Cenk Tosun trafen den türkischen Staatspräsidenten im Rahmen einer Veranstaltung der türkischen Stiftung in London. Die drei Profis schenkten dem Präsidenten ein Trikot ihres Vereines, İlkay Gündoğan schrieb auf das Trikot: "Für meinen Präsidenten, hochachtungsvoll." Inzwischen erntete der Mittelfeldspieler von Manchester City, ebenso wie Özil und Tosun auch Kritik vom DFB-Präsidenten Grindel, der die Aktion via Twitter verurteilte.


Gündoğan ließ zu seiner Rechtfertigung über die Bild-Zeitung mittlerweile verlauten: "Es war nicht unsere Absicht, mit diesem Bild ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen. Als deutsche Nationalspieler bekennen wir uns zu den Werten des DFB und sind uns unserer Verantwortung bewusst."

Neues Deutschland, eine links orientierte Tageszeitung aus Berlin, schloss sich der allgemeinen Kritik an und forderte die besagten Spieler deutlich dazu auf, die Wörter "Rechtsstaatlichkeit" und "Demokratie" nachzuschlagen.


Reporter ohne Grenzen, eine Organisation, die sich für den Erhalt der Presse- und Informationsfreiheit einsetzt, wandte sich mit einem ähnlichen Appell an die deutschen Nationalspieler. Oliver Bierhoff kommentierte den Vorfall wie folgt: "Die beiden waren sich der Symbolik und Bedeutung dieses Fotos nicht bewusst, aber natürlich heißen wir die Aktion nicht gut und besprechen das mit den Spielern", während sich DFB-Vizepräsident Koch ein Statement von Gündoğan wünsche, in dem dieser verlautbaren solle, dass auch der deutsche Präsident "sein Präsident" sei.


Nur wenige Momente vor der Kadernominierung für die Weltmeisterschaft haben sich Gündoğan und Özil mit dieser Aktion jedenfalls ein mediales Eigentor geschossen.