Das Saisonfinale hat BVB-Präsident Reinhard Rauball stark mitgenommen. Das Saisonziel sei zwar erreicht worden, ein Umbruch aber dringend nötig. Auf der Entscheidungsebene habe der bereits stattgefunden, nun müssten personelle Umbaumaßnahmen folgen. Beim BVB gebe es nach den namhaften Abgängen der jüngsten Vergangenheit nur noch Indianer, aber keine Häuptlinge mehr.


​Es war ein ​Spiegelbild der Saison: Trotz einer 1:3-Niederlage bei 1899 Hoffenheim hat sich ​Borussia Dortmund in die Champions League gezittert. Nur dank der besseren Tordifferenz gegenüber Bayer Leverkusen rettete der BVB auf Rang vier die Qualifikation für die Königsklasse. Peter Stöger gab auf der Pressekonferenz nach der Partie wie erwartet seinen Abschied bekannt.


Nun muss der ​dringend benötigte Umbruch her - auf die schwarz-gelben Verantwortlichen wartet viel Arbeit. Mit Berater Matthias Sammer und Ex-Kapitän Sebastian Kehl haben sich Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc bereits neue Kompetenz mit an Bord geholt. Lucien Favre soll wohl als neuer Trainer kommen. Im Spielerkader sollen größere Umbaumaßnahmen folgen.


Rauball fordert personellen Umbruch 


BVB-Präsident Reinhard Rauball gab am Tag nach dem Bundesligafinale einen Einblick in die Gefühlswelt bei den Borussen und auch bei ihm selbst. "Ich habe mich bis jetzt noch nicht davon erholt, was sich gestern da abspielte", so der 71-Jährige im Radiointerview mit WDR 2. "Mich hat das sehr stark mitgenommen. Ich freue mich über jeden Tag Pause, den wir jetzt haben. Denn es war eine sehr anstrengende Saison", so Rauball weiter, der am Samstag in seiner Funktion als Liga-Präsident in München den Bayern die Meisterschale überreichte.

FC Bayern Muenchen v VfB Stuttgart - Bundesliga

Rauball (u. r., neben Manuel Neuer) weilte zum Saisonfinale in München, um den Bayern die Meisterschale zu überreichen.



"Immerhin haben wir das Saisonziel erreicht. Das ist mit viel Mühe geschehen und nicht mit dem ansehnlichen Fußball, den wir uns alle gewünscht haben. Aber wir haben das Ziel erreicht", gab er sich erleichtert. Nun müsse man die Trainerfrage neu entscheiden und personell umstrukturieren. 

Rauball sieht die sportliche Situation dabei "in einem größeren Rahmen": "Borussia Dortmund hat Spieler verloren wie Lewandowski, Hummels, Aubameyang, Dembélé oder Mkhitaryan. Das kann eine Mannschaft nicht so ohne Weiteres verkraften", gab er zu bedenken. "Man macht ja immer das Bild von den Häuptlingen und den Indianern. Wenn die Häuptlinge nicht mehr da sind und man hat dann nur noch die Indianer, dann muss man ein neues Konzept entwickeln. Das ist uns nicht in dem Maße gelungen, wie wir uns das vorgestellt haben. Das räume ich gerne ein."


Auch deshalb begrüßt der BVB-Präsident die Hilfe von Sammer und Kehl. "Wir haben auf der Entscheidungsebene mit Matthias Sammer einen Fachmann hinzugenommen. Wir haben mit Sebastian Kehl einen weiteren hinzugenommen. Auf der Ebene ist eine klare Verstärkung bereits Fakt", befand er. "Jetzt muss umgesetzt werden in Richtung personeller Umbruch innerhalb des Kaders", forderte Rauball weiter.