​Über Jahre hinweg ist man es beim VfB Stuttgart gewohnt, mitunter bis kurz vor dem Ende der Transferperiode auf die ersten namhaften Verpflichtungen zu warten. Sportvorstand und Kaderplaner Michael Reschke schlägt in diesem Jahr jedoch eine ganz neue Richtung ein und ​verkündete am Montag ganze fünf Transfers. Dabei wird deutlich, dass sich die Schwaben auch angesichts einer möglichen Europa-League-Saison in der Breite massiv verstärken wollen.


Obwohl der VfB Stuttgart in der am Samstag abgeschlossenen Saison mit nur 36 kassierten Gegentreffern die zweitbeste Defensive der Liga stellte, lag der Fokus bei den heute verkündeten Neuverpflichtungen auf Verstärkungen für die Viererkette. Für die Innenverteidigung konnten sich die Schwaben die Dienste von Marc-Oliver Kempf sichern. Der 23-jährige Deutsche gilt als großes Talent und wechselt ablösefrei vom SC Freiburg an den Neckar. 

Mit dieser Verpflichtung sichern sich die Stuttgarter auch für den Fall ab, dass Holger Badstuber sich dazu entscheidet, die Stuttgarter zu verlassen. Zieht der VfB jedoch in die Europa League ein, könnte der Routinier dem Traditionsverein jedoch auch treu bleiben. So oder so ist Kempf mit Sicherheit eine Verstärkung, auch wenn sich der Youngster strecken muss, wenn er sich einen Stammplatz erkämpfen will. Schließlich hat auch Marcin Kaminski, insbesondere zu Beginn der Saison, unter Beweis gestellt, dass er durchaus Ambitionen hat.


Zwei weitere Verpflichtungen sind für die Außenbahnen des VfB vorgesehen. Rechtsverteidiger ​Pablo Maffeo kommt für rund neun Millionen Euro Ablöse von Manchester City. Der 20-Jährige war von den 'Citizens' zuletzt an den FC Girona ausgeliehen und soll für ordentlich Druck nach vorne sorgen. Gerade angesichts der schweren Verletzung von Andreas Beck, der unter Korkut stets gesetzt war, kann sich der Youngster große Hoffnungen auf einen Stammplatz machen, auch wenn sein Spiel seinem Alter geschuldet noch gewissen Schwankungen unterlegen ist.

Für die linke Seite konnte zudem die sich schon lange angebahnte Verpflichtung von Borna Sosa unter Dach und Fach gebracht werden. Der 20-Jährige kommt für rund acht Millionen Euro Ablöse von Dinamo Zagreb und soll ebenfalls mit der arrivierten Stammkraft Emiliano Insua in einen offenen Konkurrenzkampf treten. Denn neben dem Vertrag mit dem Ersatztorhüter Jens Grahl wurde auch das Arbeitspapier mit dem argentinischen Routinier langfristig bis 2020 verlängert. Gerade angesichts der drohenden Mehrfachbelastung in der kommenden Saison ist dies ein wichtiger Schritt um den VfB in der Breite wettbewerbsfähig aufzustellen. Dennis Aogo, so scheint es, ist somit weiterhin als Spieler für das defensive Mittelfeld vorgesehen.


Um den ereignisreichen Tag bei den Schwaben abzurunden, wurden zudem die Verpflichtungen der beiden Talente Roberto Massimo und David Kopacz bekannt gegeben. Der 17-jährige Massimo wechselt von der U19 von Arminia Bielefeld an den Neckar, soll jedoch direkt wieder an den Zweitligsten verliehen werden, um dort weiter Spielpraxis zu sammeln. David Kopacz, bislang Akteur der U19 von Borussia Dortmund, gilt hingegen als Talent im zentralen offensiven Mittelfeld. Der Deutsch-Pole soll fester Teil des Lizenzspielerkaders werden, dürfte dennoch lediglich als Verstärkung in der Breite in Erscheinung treten.