Ishak Belfodil wird Werder Bremen nach einer Leih-Saison wieder verlassen. Der algerische Nationalstürmer hat keine Zukunft an der Weser, wie Manager Frank Baumann bestätigte. Ob der 26-Jährige allerdings nach Lüttich zurückkehrt, wo er noch bis 2019 unter Vertrag steht, bleibt fraglich. Aus der Bundesliga soll es zwei namhafte Interessenten geben.


Werder Bremen und Ishak Belfodil gehen getrennte Wege. Der algerische Nationalstürmer war in dieser Saison vom belgischen Spitzenklub Standard Lüttich an die Weser verliehen worden. "Der Leihvertrag mit Lüttich läuft aus, und es wird keine weitere Zusammenarbeit geben", bestätigte Werder-Manager Frank Baumann dem kicker. Am letzten Bundesligaspieltag beim 2:1-Sieg in Mainz ​stand der 26-Jährige nicht einmal mehr im Kader der Grün-Weißen.


Die Trennung verlief schon zuvor nicht ohne Nebengeräusche. Belfodil hatte bereits zum Jahreswechsel eine Klausel in seinem Vertrag in Kraft gesetzt, welche die vereinbarte Kaufoption (soll bei rund sieben Millionen Euro gelegen haben) auflöste. Die umstrittene Vereinbarung mit dem Spieler befand Baumann als "völlig okay. Schließlich möchten wir auch keinen Spieler kaufen, der zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr bei uns sein will", erklärte der Werder-Manager.

Streit gab es zuletzt dennoch öffentlich mit Belfodils Berater Mohamed Al Faiech. Der hatte behauptet, sein Schützling habe sich allein für die Streichung der Kaufoption entschieden, während Baumann darauf beharrt, dass dies in Absprache mit Werder passiert sei. "Berater und Spieler hatten uns seinerzeit gebeten, Standard mitzuteilen, dass auch wir die Option nicht ziehen wollen. Deshalb bleibe ich dabei, dass es eine gemeinsame Entscheidung war."


Vor Beginn der Rückrunde hatte sich Belfodils Zukunft dennoch längst noch nicht entschieden. Baumann hoffte sogar, ohne die fest vereinbarte Kaufoption "in einer besseren Verhandlungsposition" gegenüber Lüttich zu sein. Der Algerier ließ noch im Frühjahr durchblicken, dass er sich einen Verbleib vorstellen könne und hatte zusammen mit seinem Berater in Aussicht gestellt, seinen Vertrag in Lüttich auflösen zu wollen. Dann wäre der 26-Jährige im Bestfall sogar ablösefrei zu haben gewesen.

SV Werder Bremen v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Im letzten Hinrundenspiel gelang Belfodil (l.) gegen Mainz sein erster Bundesligatreffer.



Obwohl Belfodil in der Rückrunde häufiger zum Zug kam, pendelte er weiter zwischen Startelf und Jokerrolle. Zum Ende der Saison soll er deshalb zunehmend unzufriedener gewesen sein, was bei den Werder-Verantwortlichen als mangelnde Teamfähigkeit aufgefasst wurde. Beim 1:1 gegen den BVB am 32. Spieltag etwa, kam Belfodil nicht zum Einsatz und ging nach dem Schlusspfiff als einziger Bremer direkt in die Kabine, während der Rest des Teams vor der Ostkurve feierte. 


Schon da ​zeichnete sich die Trennung ab. Trotz seiner mager anmutenden Statistiken soll Belfodil bei einigen Bundesligaklubs auf dem Zettel stehen. Vier Liga-Treffer und zwei Tore im Pokal, dazu eine Vorlage gelangen dem flexibel einsetzbaren Offensivspieler in 32 Einsätzen im Werder-Trikot. Offenbar genug, um ein Kandidat bei den Champions-League-Teilnehmern ​Schalke 04 und ​1899 Hoffenheim zu sein.