Der VfL Wolfsburg muss erneut in die Relegation. Gegen bereits abgestiegene Kölner bezwangen die Wölfe letztlich die eigene Nervosität und dank einer starken zweiten Hälfte den Effzeh verdient mit 4:1. Da auch der SC Freiburg seine Hausaufgaben erledigt hatte, wartet nun der Zweitliga-Dritte Holstein Kiel im Showdown um den Klassenerhalt. Die Kölner verabschieden sich erhobenen Hauptes aus der Bundesliga.


1:Guilavogui (1., Rechtsschuss, Vorbereitung William)

1:1 Hector (32., Linksschuss, Vorbereitung Jojic)

2:1 Origi (54., Linksschuss, Vorbereitung Malli)

3:1 Knoche (71., Kopfball, Vorbereitung Brekalo)

4:1 Brekalo (90. + 1, Rechtsschuss)


​Das Bundesliga-Finale wurde für den VfL Wolfsburg wie schon im vergangenen Jahr zum Abstiegs-Endspiel. Gegen den Tabellenletzten aus Köln genügte den Wölfen ein Unentschieden, um sich zumindest in die Relegation gegen Zweitligist Holstein Kiel zu retten. Bei einem Sieg musste das Team von Bruno Labbadia auf eine gleichzeitige Niederlage des SC Freiburg gegen den FC Augsburg hoffen, um den direkten Klassenerhalt feiern zu können.


Im Vergleich zur deutlichen 1:4-Schlappe in Leipzig veränderte der VfL-Coach seine Startaufstellung auf drei Positionen. Paul Verhaegh kehrte als Kapitän auf seine angestammte Rechtsverteidiger-Position zurück. Neben Eigengewächs Robin Knoche verteidigte John Anthony Brooks in der Innenverteidigung. Yunus Malli rückte für Daniel Didavi ins Mittelfeld, der wegen Achillessehnenproblemen gar nicht erst im Kader stand. Damit veränderte Labbadia das System von einem 3-5-2 in eine 4-3-3-Formation. 

In seinem letzten Spiel auf der FC-Bank bei den Profis schickte Köln-Trainer Stefan Ruthenbeck im Vergleich zur 1:3-Niederlage gegen die Bayern ebenfalls drei neue Spieler ins Rennen. Vor Geburtstagskind Timo Horn, der am Samstag 25 Jahre alt wurde, kehrte Jorge Meré in die FC-Abwehr zurück. Im Mittelfeld durfte Milos Jojic zum ersten Mal seit dem 23. Spieltag in der Startelf ran und Claudio Pizzaro bildete zusammen mit Simon Terdodde den Doppelsturm. Das 446 Bundesligaspiel des 39-jährigen Peruaners könnte das letzte in seiner langen Karriere gewesen sein.

Köln gleicht frühe Wölfe-Führung aus


In der Wolfsburger Arena blieben trotz des Endspiels einige Plätze leer. Das Wölfe-Team ließ sich davon aber nicht beirren und legte los wie die Feuerwehr. Es dauerte nur 43 Sekunden, als der Ball an der Strafraumgrenze vor die Füße von Josuha Guilavogui sprang. Der Franzose hämmerte den Ball trocken in die Maschen - seine abgefälschte Direktabnahme war unhaltbar für Horn im Kölner Kasten.

Besser konnte es für die Hausherren nicht losgehen. In der siebten Minute hätte Divock Origi beinahe auf 2:0 gestellt. Der belgische Angreifer scheiterte allerdings frei am weit herauseilenden Horn. Die Wolfsburger ließen das Gaspedal durchgedrückt, Origi hatte wenig später den nächsten gefährlichen Abschluss.


Nach zwölf Minuten dann der erste Schock-Moment: VfL-Kapitän Verhaegh und Kölns Jannes Horn prallten übel mit den Köpfen zusammen. Beide trugen eine Platzwunde davon und mussten ausgewechselt werden. Für Verhaegh kam der Ex-Kölner Yannick Gerhardt in die Partie, Leonardo Bittencourt wurde beim Effzeh eingewechselt.


Kurz darauf hatte Josip Brekalo das sichere 2:0 auf dem Fuß. Der junge Kroate hatte Köln-Keeper Horn schon umkurvt, schaffte es aber nicht den Ball am zurückgeeilten Marcel Risse vorbeizubringen. Auf der anderen Seite kamen die Gäste besser ins Spiel und hatten mit Torjäger Terodde drei gute Gelegenheiten. Wölfe-Verteidiger Brooks wirkte dabei nicht immer auf der Höhe.


Nach den starken Anfangsminuten verfestigte sich der Eindruck, dass die Führung dem VfL keine große Sicherheit gegeben hatte. Köln wurde gegen passive Wölfe immer besser, die in der 32. Minute die Quittung bekamen. Einen tollen FC-Angriff veredelte Nationalspieler Jonas Hector mit einem Traumtor. Der Köln-Kapitän drehte sich sehenswert mit dem Ball um die eigene Achse und lupfte den Ball aus spitzem Winkel gefühlvoll an Wölfe-Schlussmann Koen Casteels vorbei. Gut zehn Minuten vor der Pause war das Abstiegsrennen wieder auf null gestellt.

Mit dem 1:1 ging es auch in die Pause. Wolfsburg musste aufpassen, die Partie nicht komplett aus der Hand zu geben.


Wolfsburg erfüllt seine Pflicht - und muss in die Relegation


Beide Teams begannen den zweiten Durchgang unverändert. Erneut hatte Origi die erste nennenswerte Chance für die Wolfsburger. Sein Schuss strich aber knapp über die Latte des Gästetores. Kurz darauf war der Belgier dann aber doch zur Stelle: In der 54. Minute setzten sich die Wölfe bei einem Konter glücklich durch. Malli musste den Ball nur noch quer legen und Origi hatte keine Probleme den Ball ins leere Tor einzuschieben - 2:1 für den VfL.

Wolfsburg schien nach der erneuten Führung Selbstvertrauen getankt zu haben und war in der Folge die spielbestimmende Mannschaft. Nach 71 Minuten waren die Plätze im Abstiegsfinale vergeben. Der VfL ging durch einen Kopfball von Knoche mit 3:1 in Führung und konnte knapp 20 Minuten vor Schluss mit der Relegation planen. Der SC Freiburg führte zeitgleich mit 2:0 gegen Augsburg.

Das Spiel war entschieden. Köln versuchte zwar noch einmal in die Partie zu kommen, die Gastgeber ließen aber nichts mehr zu und brachten den Sieg letztlich verdient nach Hause. Brekalo sorgte in der ersten Minute der Nachspielzeit sogar noch für das 4:1.

Mit der Leistung im zweiten Durchgang können die Wölfe optimistisch ins entscheidende Duell gegen Kiel gehen. Die Kölner verabschieden sich dagegen mit einer Niederlage in Liga zwei.