​Zum Saisonabschluss musste der FC Bayern München zuhause gegen den VfB Stuttgart  eine herbe 1:4-Niederlage hinnehmen. Dabei gingen die Schwaben durch Ginczek bereits früh in Führung. In der Mitte der ersten Halbzeit gelang den Bayern durch Tolisso zwar der Ausgleich, kurz vor der Pause wurden die Münchner aber erneut eiskalt ausgekontert. Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Gastgeber dann völlig von der Rolle und mussten zwei weitere Treffer schlucken. Durch den Gala-Auftritt beim Meister, sprangen die Schwaben am letzten Spieltag auf den siebten Tabellenplatz und haben die Möglichkeit in der Europa-League-Qualifikation anzutreten, wenn Eintracht Frankfurt das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern verliert.


FC Bayern München - VfB Stuttgart 1:4 (1:2)

Tore: 0:1 Ginczek (5.), 1:1 Tolisso (21.), 1:2 Donis (42.), 1:3 Akolo (52.), 1:4 Ginczek (55.)


Jupp Heynckes nahm bei seinem letzten Ligaspiel als Trainer der Bayern, im Vergleich zum 3:1-Sieg gegen den 1.FC Köln, drei Veränderungen an seiner Startformation vor. Im Mittelfeldzentrum kehrten Thiago und Corentin Tolisso in die erste Elf zurück. Javi Martinez und Sebastian Rudy mussten dafür weichen. Zudem sollte sich Franck Ribery für das DFB-Pokalfinale am kommenden Samstag einspielen. Der Franzose verdrängte den Youngster Franck Evina aus dem Kader.


Auch Gäste-Trainer Tayfun Korkut stellte dreifach um. Dabei verzichteten die Stuttgarter auf Torjäger Mario Gomez, der am Freitag Vater geworden war und daher für die Partie freigestellt wurde. Für den ehemaligen Münchner erhielt Chadrac Akolo eine Chance in der Startelf. Zudem wurden die beiden gesperrten defensiven Mittelfeldspieler Santiago Ascacibar und Dennis Aogo von Orel Mangala und dem offensivstarken Anastasios Donis vertreten. Darüber hinaus entschied sich Korkut auch für eine taktische Anpassung. Der VfB agierte in einem 4-2-3-1-System, mit Daniel Ginczek und Anastasios Donis auf den Außenbahnen. Akolo war in dem neuen System der Schwaben die alleinige echte Sturmspitze.


Vor 75.021 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena war den Stuttgartern schon früh anzumerken, dass sie keineswegs lediglich als stiller Beobachter der Meisterfeierlichkeiten des Rekordmeisters angereist waren. In der 5. Spielminute fasste sich Anastasios Donis ein Herz und startete einen unnachahmlichen Sololauf durch die Defensivreihen der Münchner. Am Ende behielt der Grieche dann auch noch die Übersicht und legte den Ball quer auf Daniel Ginczek. Aus kurzer Distanz hatte der Deutsche dann keine Mühe mehr, das Leder über die Linie zu drücken. Auch in der Folge agierte die Defensive der Bayern mitunter ziemlich luftig und bekam die flinken Schwaben nicht immer in den Griff.

FC Bayern Muenchen v VfB Stuttgart - Bundesliga

Danie Ginczek brachte die Gäste schon früh in Führung


Auch in dem neuen System trat der VfB gewohnt diszipliniert auf und zeigte eine starke Raumaufteilung. Die Bayern hatten zwar mehr Ballbesitz, bis ins letzte Angriffsdrittel konnten sich die Gastgeber zu Beginn jedoch nur selten durch kombinieren. Die Gäste hingegen deuteten immer wieder ihre Gefährlichkeit bei Kontern an, ließen dabei aber zumeist das letzte Quäntchen Präzision vermissen. Mit fortlaufender Spieldauer wurde der Druck der Bayern aber immer größer. In der 21. Spielminute zahlte sich die individuelle Klasse der Rekordmeisters aus. Nach einem schönen Trick von Robert Lewandowki im Strafraum der Stuttgarter, kam Corentin Tolisso an den Ball und ließ dem bereits ausgespielten Ron-Robert Zieler aus kurzer Distanz keine Chance.


Die Schwaben blieben aber in der Partie und hatten durch Ginczek die Chance erneut in Führung zu gehen. Der Torjäger scheiterte jedoch am ehemaligen Stuttgarter Sven Ulreich. Dennoch waren die Münchner die weitaus aktivere Mannschaft und drückten auf den Führungstreffer. Dabei ließ insbesondere Corentin Tolisso jedoch mehrere Torchancen fahrlässig liegen und wurden dafür kurz vor dem Halbzeitpfiff eiskalt bestraft. Erneut war Anastasios Donis bei einem Konter in der 42. Spielminute nicht zu halten und spitzelte nach einem beeindrucken Sprint das Leder an Ulreich vorbei in das Gehäuse der Bayern.


Bayern komplett von der Rolle - Stuttgart eiskalt


Zur Pause reagierte Jupp Heynckes. Für den Torschützen Corentin Tolisso kam Javi Martinez in die Partie. Doch auch der defensivere Spanier konnte dem Rekordmeister keine defensive Stabilität verleihen. Die Schwaben blieben weiterhin enorm effektiv und erhöhten in der 52. Spielminute durch Chadrac Akolo auf 3:1. Emilano Insua hatte den Deutschen Kongolesen mit einer butterweichen Flanke in Szene gesetzt. Die Bayern boten in der Folge eine erschreckendes Bild ab und mussten nur drei Minuten später auch noch das 1:4 durch Ginczek schlucken. 

FBL-GER-BUNDESLIGA-BAYERN-MUNICH-STUTTGART

Auch in der zweiten Halbzeit war Daniel Ginczek vor dem Tor eiskalt


Die Bayern versuchten sich in der Folge wieder aufzurappeln. Einen echten Angriffswirbel konnte der Rekordmeister aber nicht mehr entfachen. Und wenn die Bayern dann doch einmal vor dem Kasten von Ron-Robert Zieler auftauchten, blieb der VfB-Torhüter der Sieger. Die Generalprobe für das DFB-Pokalfinale am kommenden Wochenende ist den Bayern damit gründlich missraten. Auch Jupp Heynckes hätte sich mit Sicherheit einen anderen Abschied von seinen Heimfans gewünscht, auch wenn er nach dem Spiel seinen achten Meistertitel in der Bundesliga feiern konnte.


Dem VfB hingegen, gelang es ein Sahnehäubchen auf eine ohnehin schon überragende Rückrunde zu setzen. Da zudem Eintracht Frankfurt parallel beim FC Schalke 04 mit 0:1 verloren hat, sprangen die Schwaben auf dem letzten Meter auf den siebten Tabellenplatz.


Spieler des Spiels:

Anastasios Donis rechtfertigte seinen Einsatz durch eine überragende Leistung in der Hälfte. Dabei legte der Grieche das 1:0 der Schwaben vor und markierte das 2:1 selbst.


Flop des Spiels:

Mats Hummels erwischte wie die gesamte Bayern-Defensive einen komplett gebrauchten Tag und sah ein aufs andere Mal ziemlich alt aus.


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