Im Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 musste Eintracht Frankfurt nicht nur darauf hoffen, dass die Konkurrenz Federn lässt, sondern die in den letzten Wochen strauchelnde Eintracht musste zusätzlich mit einer guten Leistung gegen den Vizemeister in Königsblau bestehen. Doch gegen die Mannschaft von Domenico Tedesco wirkten die Gäste über weite Strecken harmlos, waren in der ersten Halbzeit klar unterlegen und ließen am Ende die wenigen Möglichkeiten, die sie hatten, zu fahrlässig liegen. Schalke belohnte sich für ein ordentliches Spiel und ließ die Saison mit dem 1:0-Heimsieg ausklingen, während Frankfurt Platz sieben verspielte.


​Domenico Tedesco vertraute im letzten Bundesligaspiel auf ein 3-4-1-2 mit Stambouli, Naldo und Kehrer in der bewährten Dreierkette. Im Mittelfeld startete Oczipka für Schöpf, im Zentrum begannen erneut Goretzka und McKennie. Für Di Santo rückte Harit in die Startformation, der hinter der Doppelspitze Burgstaller und Konoplyanka begann.


Niko Kovac stellte seine Mannschaft in einem 3-5-2 mit Salcedo, Russ und Fernandes in der Abwehrreihe auf. Im Mittelfeld begannen Willems, Mascarell, Da Costa, etwas weiter vorne begannen Boateng und Wolf. Im Angriff begann überraschenderweise Gacinovic neben Haller.


Schalke druckvoll, Eintracht mit Problemen


Schalke war vom Anstoß weg die spielbestimmende Mannschaft und ließ den Gegner aus Frankfurt kaum Luft zum Atmen. Die Mannschaft von Domenico Tedesco eroberte die Bälle, war präsenter in den Zweikämpfen, kam im Spiel gegen die Fünferkette der Eintracht allerdings nicht spielerisch durch. Daher ergaben sich in den ersten Minuten lediglich Chancen nach Standards: Nach einer Ecke war es zunächst Caligiuri mit dem Fuß, ehe es Naldo im darauffolgenden Eckball per Kopf probierte. Beide Abschlüsse waren jedoch nicht gefährlich (5., 6.).


Danach hatten die Gäste aus Frankfurt ihre erste und einzige Gelegenheit im gesamten ersten Durchgang, als Willems auf Gacinovic ablegte, der es im Strafraum mit dem Außenrist probierte. Der Schuss war allerdings zu schwach, Fährmann parierte (10.). Es folgte Einbahnstraßenfußball, da Schalke die Oberhand im Spiel hatte und die Eintracht nahezu einschnürte. Die Mannschaft von Niko Kovac tauchte ohnehin selten tief in der Schalker Hälfte auf, verlor dort jedoch an Boden und ließ sich immer weiter zurückdrängen. Allerdings wurden die Außenbahnen stets gedoppelt, weshalb Schalke Schwierigkeiten dabei hatte, gefährliche Angriffe über die Flügel aufzuziehen.


Burgstaller trifft - S04 dominiert


In der 26. Minute gab es erneut eine Standardsituation, diesmal deutlich erfolgreicher: Caligiuri lieferte eine Freistoßflanke aus dem rechten Halbfeld punktgenau auf den Kopf von Burgstaller, der das Leder ins obere linke Toreck drückte - 1:0 Schalke (26.)! Danach kam Frankfurt kaum noch aus der eigenen Hälfte raus, verlor den Ball nach wenigen Sekunden und musste stattdessen mühevoll hinterherrennen. Die 'Knappen' verteidigten hoch, liefen früh an und waren im Spiel gegen den Ball nahezu fehlerlos, weshalb sie die Gäste in den Strafraum zurückdrängen konnten und auf weitere Chancen lauerten.

FC Schalke 04 v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

           Tor Nummer elf: Guido Burgstaller köpft Schalke zur verdienten Führung


Diese gab es jedoch kaum. Wenn, dann wurden sie nicht sonderlich gefährlich, wie beispielsweise Goretzkas direkter Freistoß unmittelbar vor der Pause, den Hradecky locker abfing (45.). Von den reinen Leistungsdaten her hatte Schalke nur ein minimales Plus an Spielanteilen (51% Ballbesitz, 50% gewonnene Zweikämpfe), doch die Partie spielte sich größtenteils vor dem Tor von Lukas Hradecky ab, was den Wert von 6:2 Torschüssen pro Schalke unterstreicht.


Doppelwechsel Eintracht - Mangelnde Durchschlagskraft


Zur zweiten Halbzeit reagierte Kovac doppelt: Gelson Fernandes und Mijat Gacinovic blieben in der Kabine, dafür kamen Jonathan de Guzman und der zuletzt verletzungsbedingt fehlende  Ante Rebic in die Partie. Auf der Gegenseite gewährte Tedesco U-21 Nationaltorwart Alexander Nübel seinen Bundesliga-Einsatz.

FC Schalke 04 v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

       Stammtorwart Ralf Fährmann (l.) blieb nach der Pause für Nachwuchskeeper                                                              Alexander Nübel (r.) auf der Bank


Die Eintracht war in den Anfangsminuten etwas aktiver, Schalke hingegen nicht mehr ganz so druckvoll. Auf der Seite der Hausherren stieg zudem die Anzahl der Fehlpässe, doch die Eintracht wusste mit dem Ball nicht viel anzufangen. Den 'Adlern' fehlte es an Kreativität und Spielwitz, weshalb die Schalker in ihrer gewohnt defensiven Kompaktheit keine Mühe damit hatten, die offensiven Akzente des Gegners zu neutralisieren, während sie auf Konter lauerten.


Frankfurter Aufrücken - Schalker Konter


Daher spielte sich viel im Mittelfeld ab, auf beiden Seiten blieb die Torgefahr deutlich auf der Strecke. Aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz waren die Hessen zum Handeln gezwungen, doch die Mannschaft agierte nicht zwingend genug. Stattdessen musste Hradecky in höchster Not Schlimmeres verhindern: Nach einem langen Ball auf Burgstaller war die Frankfurter Defensive überspielt. Der Österreicher drang in den Strafraum ein und legte quer für Caligiuri, der aus wenigen Metern am Finnen scheiterte (67.). Wenig später musste der 28-Jährige erneut ran, diesmal gegen den eingewechselten Teuchert. Doch auch in dieser Szene parierte Hradecky sicher (72.).

Auf der anderen Seite hätte der Ausgleich fallen müssen: Stambouli spielte den Ball genau vor die Füße von Jovic, der aus spitzem Winkel im Strafraum frei vor Nübel auftauchte und auf den eingelaufenen Boateng zurücklegen wollte - Kehrer fing den Ball allerdings ab. Daraus hätte man zweifelsfrei mehr Kapital schlagen müssen, diese Szene war symbolisch für das Frankfurter Spiel (73.). Vier Minuten später hatte Rebic eine Gelegenheit per Drehschuss, doch Nübel lenkte das Spielgerät mit den Fingerspitzen um den Pfosten. Beim darauffolgenden Eckball setzte sich Da Costa wenige Meter vor dem Tor beim Gestochere gegen Kehrer durch, schoss den Ball jedoch neben das Tor (77., 78.).


Durch die Niederlage gegen Schalke 04 und dem gleichzeitigen Sieg des VfB Stuttgart bei Bayern München verliert Eintracht Frankfurt den siebten Tabellenplatz und hat dadurch lediglich im Pokalfinale am kommenden Wochenende die Gelegenheit, sich durch einen Sieg gegen die Münchner für die Europa League zu qualifizieren. Während die Hessen die Saison auf dem achten Platz beenden, feierte Schalke bereits am vergangenen Wochenende die Vizemeisterschaft.