33 Tage noch bis zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Russland. An den Start gehen insgesamt 32 Nationen aus Afrika, Asien, Europa, Amerika und Südamerika. An Tag eins des WM-Countdowns werfen wir einen Blick auf die Auswahl Saudi-Arabiens.


Bei den Stichworten Saudi-Arabien und Weltmeisterschaft, mag sich der deutsche Fußballfan an die Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea zurückerinnern. Damals schlug die DFB-Elf den Außenseiter aus Asien glatt mit 8:0. 16 Jahre später ist Saudi-Arabien noch immer der große Underdog (Platz 70 in der FIFA-Weltrangliste). Auf die deutsche Nationalmannschaft treffen die "Grünen Falken" bei der WM in Russland vermutlich nicht.

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Die Nationalauswahl Saudi-Arabiens bei der WM 2002 - vor dem Spiel gegen Deutschland


Das vom Spanier Juan Antonio Pizzi geleitete Team trifft in der Gruppenphase der WM auf Russland, Uruguay und Ägypten; gegen letztere hagelte es 1961 die saftigste Niederlage der Verbandsgeschichte (13:0). Chancen auf das Achtelfinale dürfen sich die "Grünen Falken" kaum ausrechnen. Überhaupt qualifizierte sich Saudi-Arabien bei einer WM erst einmal für das Achtelfinale, das Turnier in Russland ist die insgesamt fünfte Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Zuletzt war Saudi-Arabien 2006 in Deutschland für die WM-Endrunde qualifiziert.


Der Star ist der Trainer


Die WM-Historie der "Grünen Falken" ist damit auch schnell erzählt. Saftige Klatschen gegen die Deutsche Nationalmannschaft sowie den kommenden Turnier-Gegner Ägypten. Die fünfte Teilnahme wartet auf Saudi-Arabien, der größte Erfolg war das Erreichen des Achtelfinals 1994. Damals setzte sich Saudi-Arabien in der Gruppe vor Belgien durch, scheiterte in der Runde der letzten 16 an Schweden. Das Erreichen des Achtelfinals in diesem Jahr, käme fast schon einer Sensation gleich.


Und dennoch hat der Vertreter Asiens die Absicht, als ernstzunehmender Gegner in das Turnier zu gehen. Das zeigt die Berufung Juan Antonio Pizzis zum neuen Nationaltrainer. Der Spanier ist seit 2017 im Amt, trainierte zuvor die Nationalauswahl Chiles und den FC Valencia. Als Spieler war der gebürtige Argentinier unter anderem für den FC Barcelona am Ball. Der 49-Jährige stand bisher bei fünf Spielen der "Grünen Falken" am Spielfeldrand, die Bilanz lässt sich sehen: Zwei Unentschieden und zwei Siegen steht lediglich eine Niederlage gegen Belgien gegenüber. Achtungserfolge feierte Pizzi gegen die Ukraine (1:1) und Algerien (2:0). Unterschätzen sollte man den 70. der FIFA-Weltrangliste also nicht.


Hoffnungsträger bereitet sich bei Manchester United vor 


Der Star im Team der "Grünen Falken" - oder zumindest der Hoffnungsträger - ist Mohammed Al-Sahlawi. Der Mittelstürmer ballerte Saudi-Arabien durch die WM-Qualifikation, in der sich die "Grünen Falken" hinter Japan als Zweite für die Endrunde in Russland qualifizierten. Dabei ließ das Team von Juan Antonio Pizzi Australien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Thailand und den Irak hinter sich zurück. Knipser Al-Sahlawi soll sogar ein dreiwöchiges Trainingsprogramm mit Manchester United absolvieren, um sich auf die WM vorzubereiten. 

Neben dem Torjäger stehen zwei Legionäre der "Grünen Falken" im Blickfeld. Fahad Al-Muwallad steht derzeit bei UD Levante in der spanischen LaLiga unter Vertrag und versucht im europäischen Fußball Fuß zu fassen. Aktuell steht der Rechtsaußen jedoch nur leihweise beim spanischen Erstligisten unter Vertrag und kehrt voraussichtlich nach der WM nach Saudi-Arabien zurück. Der zweite Legionär im Team der "Grünen Falken" heißt Mukhtar Ali. Der 20-Jährige wurde beim FC Chelsea ausgebildet, steht mittlerweile bei Vitesse Arnheim unter Vertrag. Allerdings fehlt es dem Mittelfeldspieler noch an Erfahrung, um eine wirklich große Rolle im Team von Trainer Pizzi zu spielen.




Saudi-Arabien ist der Außenseiter schlechthin bei der Weltmeisterschaft in Russland. Das Team von Juan Antonio Pizzi zeigte allerdings in der Qualifikation sowie in den Vorbereitungsspielen, dass deutlich mehr in der Mannschaft steckt, als nur Kanonenfutter. Mit Ägypten, Uruguay und Russland haben die "Grünen Falken" zudem eine verhältnismäßig einfache Gruppe erwischt. Nichtsdestotrotz sind die Chancen auf ein Weiterkommen in der Gruppenphase verschwindend gering. Zumindest 13:0- oder 8:0-Klatschen sollte es dieses Jahr für Saudi-Arabien aber nicht geben.