LEVERKUSEN, GERMANY - APRIL 17:  Heiko Herrlich, head coach of Leverkusen looks on before the DFB Cup semi final match between Bayer 04 Leverkusen and Bayern Munchen at BayArena on April 17, 2018 in Leverkusen, Germany.  (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Bayer Leverkusen: Die wichtigsten Aussagen von Heiko Herrlich vor der Partie gegen Hannover 96

Ein letztes Mal wird Bayer Leverkusen in dieser Saison im eigenen Stadion auf das Feld einlaufen, um ein Bundesligaspiel zu absolvieren. Die Mannschaft von Heiko Herrlich empfängt am 34. Spieltag Hannover 96 und hat gegen die Niedersachsen die Chance, sich im letzten Moment doch noch für die Champions League zu qualifizieren - vorausgesetzt, Borussia Dortmund leistet im Duell gegen Bayer-Konkurrent 1899 Hoffenheim Schützenhilfe.


Herrlich wollte sich der Champions League jedoch nicht zu sehr widmen und schien generell mit dem Saisonverlauf zufrieden zu sein. Auf der heutigen Pressekonferenz sprach der 46-Jährige unter anderem über...

1. Das Personal:

In den vergangenen Wochen musste Herrlich besonders in der Abwehr improvisieren, doch vor dem letzten Spieltag sind fast alle Akteure wieder fit: "Wir können fast aus dem Vollen schöpfen. Joel Pohjanpalo wird nicht spielen können, ansonsten sind alle komplett im Trainingsbetrieb." 


Linksverteidiger Wendell habe er unter der Woche im Training absichtlich geschont, um einen Einsatz nicht zu gefährden: "Ich gehe davon aus, dass er Samstag in der Startformation stehen wird." Zusätzlich freute sich Herrlich unter anderem über die Rückkehr der Bender-Zwillinge: "Auch Lars Bender, Sven Bender und Jonathan Tah haben trainiert." Nun wolle er "morgen abwarten und dann die bestmögliche Mannschaft aufs Feld schicken."

2. Die sportliche Situation:

Dass die Chance auf die Qualifikation für die Champions League gering ist, ist Heiko Herrlich bewusst. Doch dem 46-Jährigen geht es weniger um den Einzug in die Königsklasse, stattdessen will er sich mit einem ordentlichen Auftritt von den Fans verabschieden: "Wichtig ist für uns, dass wir 100 Prozent von unserem Leistungsvermögen abrufen und dass wir morgen ein gutes Spiel machen. Unabhängig von dem, was auf anderen Plätzen passiert."


Mit der generellen Leistung in dieser Saison zeigte sich der Trainer, der vor der Saison von Jahn Regensburg nach Leverkusen wechselte, sehr zufrieden: "Zu Saisonbeginn haben verschiedene Spieler gesagt, dass wir nach der vergangenen Saison was gutzumachen haben

und dass wir alles tun wollen, um das wahre Gesicht von Bayer 04 zu zeigen. Das haben sie diese Saison gezeigt. Wir sind im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bayern München ausgeschieden, sind vor dem letzten Spieltag fünfter und haben noch eine kleine Möglichkeit, unter die ersten vier zu kommen." Dafür wolle sich Herrlich "bei der Mannschaft bedanken. Der ein oder andere Spieler hatte die Möglichkeit zu gehen, aber sie haben gesagt, dass sie es wiedergutmachen wollen. Danke an die Spieler, die das gelebt haben." 


Mit solch einer Haltung wie zu Saisonbeginn werde man daher auch gegen Hannover gewinnen, zeigte sich Herrlich sicher: "Wenn wir die Grundeinstellung an den Tag legen, werden wir das Spiel gewinnen. Da bin ich fest von überzeugt."


3. Seine Meinung zum Videoassistenten:

Heiko Herrlich scheint vom Videobeweis bislang noch nicht überzeugt zu sein: "Meine Begeisterung hält sich in Grenzen.", so der Mannheimer, der befürchtet: "Ich glaube, die Euphorie die in den Stadien bei einem Tor entsteht geht ein Stück weit verloren. Das ist irgendwann kontraproduktiv."


Zudem habe es bereits Szenen gegeben, "die abends kamen und man hat keine eindeutige Wertung vornehmen können. Wie soll man es dann in der Kürze der Zeit feststellen und entscheiden?" Dies Frage ließe sich auch in Zukunft nicht beantworten, war sich Herrlich sicher, weshalb der Trainer besonders die Schiedsrichter in Schutz nahm: "Ich fand, dass die Schiedsrichter von außen betrachtet immer sehr gut entschieden haben. Am Ende bist du nicht mit Glück deutscher Meister geworden oder mit Pech abgestiegen, das gleicht sich alles aus."


Die Unparteiischen hätten "einen riesen Job gemacht", doch Herrlich befürchtet auch: "Sie werden dadurch ein Stück weit eingeschränkt. Du machst die Schiedsrichter klein." Dadurch, dass der Video-Assistent bei Fehlentscheidungen eingreifen könne, wäre die Schiedsrichterleistung auf dem Platz nicht mehr so relevant, so Herrlich. Doch er glaubt auch, dass dieses Verfahren über "die nächsten Jahre" erhalten bleiben werde.

4. Einen möglichen Einsatz von Stefan Kießling:

Nach 520 Einsätzen als Profi ist Schluss: Stefan Kießling wird im Sommer seine Karriere beenden, nachdem er am 26. April 2003 erstmalig für den 1. FC Nürnberg in der Bundesliga auflief und 2006 für 6,5 Millionen Euro zu Bayer Leverkusen wechselte, wo er insgesamt 443 Pflichtspiele absolvierte, in denen er 162 Tore erzielte.


Für Herrlich wäre es "das Allerschönste, wenn er zum Abschluss noch einmal ein Tor macht." Doch ob der 34-Jährige überhaupt zum Einsatz kommt, machen Trainer und Spieler von der Situation im Spiel abhängig: "Es ist für ihn nicht wichtig, dass er morgen noch einmal reinkommt. Es kann ja ein Spielstand auftreten, der einen Einsatz gar nicht zulässt oder dass wir aus Verletzungsgründen wechseln mussten, um die Sache zu retten." 


Kießling verhalte sich dementsprechend wie ein "absoluter Teamplayer. Er nimmt sich komplett zurück, damit der Verein sein Ziel erreicht", schwärmte Herrlich, der anfügte: "Er stellt sich voll in den Dienst der Mannschaft, so wie ich ihn aus der Ferne über Jahre kennengelernt habe."