​Für Arsene Wenger endet nach dem kommenden und letzten Premier-League-Spiel gegen den Aufsteiger Huddersfield Town am Sonntag eine Ära. Nach 22 Jahren als Cheftrainer der "Gunners" räumt der Franzose seinen Trainerstuhl und macht erstmals Platz für einen neuen Coach. Auf seiner letzten Pressekonferenz in London Colney äußerte sich der 68-Jährige noch einmal emotional zu seiner Amtszeit und hofft, dass er sich möglichst mit einem gelungenen Auftritt seiner Mannschaft und einem Sieg verabschieden kann.


Wie der Kultcoach der "Gunners" auf seiner letzten Pressekonferenz als Cheftrainer des FC Arsenal erklärte, werde er auch das letzte Spiel voll fokussiert angehen, um sich möglichst mit einem Sieg und drei Punkten von der Mannschaft und den Fans verabschieden zu können. "Ich werde versuchen, meinen Job bis zur letzten Minute, die ich hier arbeite, zu erledigen. Danach denke ich an die Zukunft." Auch wenn nun schon mehrere Wochen feststeht, dass seine Zeit in London am Saisonende vorbei ist, habe er es noch immer nicht vollständig realisiert. "Es ist ein wenig komisch für mich. Ich verstehe langsam, dass es endet und habe mich daran gewöhnt."

Auch zu den Ursachen des fehlenden Erfolgs in dieser Saison äußerte sich der gebürtige Elsässer. "Wir haben zu viele Tore kassiert. Es ist klar, wo die Dinge verbessert werden müssen." Dennoch sieht er den Verein und das Team auch für die Zukunft gut aufgestellt und absolut konkurrenzfähig. "Die Qualität ist da und der Teamgeist ist außergewöhnlich. Ich denke, wenn die Mannschaft ein oder zwei gute Auswärtsergebnisse mehr im nächsten Jahr einfährt, wird es um den Titel in der Premier League mitspielen. Davon bin ich überzeugt." 


Angesprochen auf den Abschied von seinen Spielern erklärte Wenger, dass ein Sieg im letzten Saisonspiel der richtige und wichtige Schritt sei, um in der kommenden Spielzeit wieder angreifen zu können. "Ich werden den Spielern sagen, dass die beste Methode zur Vorbereitung auf die neue Saison ein Sieg im nächsten Spiel ist. Dann kann man mit einem guten Gefühl in die neue Saison gehen."

Was er in seiner freien Zeit im Sommer tun werde, wisse der 68-Jährige derweil noch nicht. "Ich weiß nicht, was ich machen werde. Vielleicht werde ich nach Russland gehen (dort startet im Juni die Weltmeisterschaft, Anm. d. Red.)" Zunächst habe er allerdings noch einige Dinge in seiner Heimat Frankreich zu erledigen, ehe er dann sein Büro am Vereinsgelände der "Gunners" räumt. Betreffend seiner Verdienste zeigte sich Wenger derweil gewohnt zurückhaltend, gleichzeitig aber auch sehr stolz. "Ich kann einen Klub verlassen, wo ich stolz sein kann, was hier hinter mir liegt. Der nächste Trainer trifft hier auf fantastische Strukturen und Voraussetzungen. Ich denke, ich bin ein kleiner Teil der Geschichte dieses Klubs. Darauf bin ich stolz." 


Seit dem 1. Oktober 1996 steht Arsene Wenger als Chefcoach des FC Arsenal an der Seitenlinie und bestritt seitdem 1201 Pflichtspiele mit den Londonern. Mit dem Spiel gegen den Aufsteiger Huddersfield Town, der nach dem 1:1-Remis gegen den FC Chelsea am Mittwochabend sensationell den Klassenerhalt geschafft hat, endet am Sonntag eine über 20 Jahre lang andauernde Ära. Wohin es den Kultcoach zieht, ist aktuell noch unklar. Eins aber steht fest: Arsene Wenger hat noch lange nicht genug vom Trainergeschäft und wird auch in Zukunft wieder als Coach an der Seitenlinie stehen.

Arsenal v Burnley - Premier League