Zwei Spiele entscheiden über die komplette Saison: Der FC Liverpool will zunächst mit einem Sieg im letzten Premier-League-Spiel die Champions-League-Qualifikation klar machen und dann im Finale um den Henkelpott das ganz große Ziel erreichen. Gut, dass vor den beiden "Endspielen" ein wenig Zeit bleibt.


​Jürgen Klopp muss mit seinem FC Liverpool in dieser Saison noch zwei Partien bestreiten - und beides sind echte Endspiele. Zunächst geht es am kommenden Sonntag am letzten Premier-League-Spieltag gegen Aufsteiger Brighton an der heimischen Anfield Road (16 Uhr). Im Rennen um die Champions-League-Plätze können die Reds die erneute Qualifikation für die Königsklasse mit einem Sieg klar machen. Zwei Wochen später folgt das Finale um den Henkelpott in Kiew gegen Real Madrid.


Nach der ​0:1-Pleite gegen den direkten Konkurrenten FC Chelsea am vergangenen Sonntag sind die Blues wieder auf drei Zähler herangerückt und können am Mittwochabend gegen Huddersfield Town vor dem finalen Spieltag gleichziehen. Dank der besseren Tordifferenz hätte Liverpool auf Platz drei aber dennoch weiter die Nase vorn. Der vierte Tottenham könnte die Reds, ebenfalls am Mittwochabend, mit einem Sieg im Nachholspiel gegen Newcastle überholen.


Eine Woche Vorbereitung wie ein ganzes Jahr


Da kommt es dem ehemaligen BVB-Coach gerade recht, dass er mit seinem Team vor dem ersten der beiden Endspiele ein wenig Zeit zu Vorbereitung bekommt - zumal Brighton mit einem Sieg gegen Manchester United zuletzt aufhorchen ließ. "Es wird ein schweres Spiel, aber wir haben eine Woche, die sich anfühlt wie ein Jahr und wir werden das nutzen", meinte Klopp auf der Pressekonferenz am Dienstag.

Gemeint waren die intensiven Wochen, die hinter den Reds liegen. Nun bleibt immerhin ein wenig Zeit kurz durchzuatmen und die volle Konzentration zunächst auf das letzte Ligaspiel zu legen. "Es ist mein Leben, unser Leben, dass wir es immer ein wenig spannender machen", sagte Klopp. "Wir hatten diese Situationen schon einige Male zuvor - und es wird mit Sicherheit wieder spannend, weil Brighton in guter Verfassung ist und ein fantastisches Spiel gegen Manchester United abgeliefert hat", so der 50-Jährige weiter.


Dennoch zeigte sich Klopp optimistisch: "Aber es ist alles ok. So lange wir es in den eigenen Händen haben ist das Leben gut. Wir müssen es uns aber auch holen und werden alles dafür geben."


Robertson will noch nicht an Champions-League-Finale denken


Ähnlich äußerte sich auch Linksverteidiger Andrew Robertson gegenüber dem ​Liverpool Echo. Der 24-Jährige hat eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich. Vor sechs Jahren spielte er noch in der dritten schottischen Liga vor einigen hunderten Zuschauern. Nach dem Einzug ins Champions-League-Finale ging daher auch ein Tweet von Robertson viral, den er damals verfasste: "Das Leben in diesem Alter ist Müll ohne Geld #needajob", hieß es darin.

Spätestens nach seinem Wechsel von Hull City an die Anfield Road vor der Saison und seinem Stammplatz bei den Reds braucht sich der 21-fache schottische Nationalspieler darüber aber keine Gedanken mehr zu machen. Er blicke sowieso lieber nach vorne, versicherte Robertson. Und die nahe Zukunft bringe "jetzt eigentlich zwei Pokalfinals".

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Von der dritten schottischen Liga ins Champions-League-Endspiel: Robertson (l.) im Duell mit Romas Cengiz Ünder im Halbfinal-Rückspiel.


Das erste in der Liga am Sonntag, bei dem man das Saisonziel Champions-League-Qualifikation klar machen will. "Wir können nicht über Kiew nachdenken. Wir wissen, dass die Medien und Fans sich darauf konzentrieren, aber für uns geht es nur um Brighton", erklärte Robertson. "All unsere Arbeit in dieser Woche wird auf dieses Ziel ausgerichtet sein", so Robertson weiter.


Nach dem Liga-Finale haben die Reds schließlich noch zwei Wochen Zeit sich auf die Königlichen im Königsklassen-Endspiel einzustellen. Oder nach der kloppschen Rechnung: zwei Jahre.