​​Yaya Toure wird Manchester City nach acht Jahren verlassen. ​Der Ivorer verhalf der Mannschaft von Pep Guardiola zu Beginn seiner Zeit zum Erfolg und trägt einen großen Anteil dazu bei, dass die 'Citizens' in der Premier League zu einem konstanten Titelanwärter gereift sind und erhält vor allem von den Fans allergrößten Respekt. Im Interview mit The Telegraph sprach Toure nun über sein Ende in Manchester und seinen größten Erfolg.


Seit Yaya Toure im Sommer 2010 für 30 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Manchester City wechselte, gewann der mittlerweile 34-jährige Mittelfeldstratege im Dress der 'Skyblues' acht nationale Titel, darunter jeweils die Meisterschaft in den Jahren 2012, 2014 und 2018. Der wohl wichtigste Titel war für ihn jedoch der FA Cup, den City im Jahr 2011 gewann, als er mit den entscheidenden Toren gegen Manchester United und Stoke City einen erheblichen Anteil am letztendlichen Triumph hatte.


Im Interview mit The Telegraph blickte Toure auf eben jenes FA-Cup-Halbfinale gegen Manchester United zurück, in dem er in der 52. Minute das Tor zum 1:0 erzielte. Im Duell der beiden Manchester Vereine ging es für seine Mannschaft um viel mehr als den Pokal, wie er verriet: "Als ich zu City kam, mussten wir sie (Manchester United, d. Red.) in den Schatten stellen, um für sie ein großer Klub zu sein. Es war das Ziel, sie in den Schatten zu stellen, auch wenn das schwierig sein würde. United stand uns im Weg und wir mussten sie beseitigen, weil sie solch eine Macht waren. Dieses Halbfinale war ein großer Teil davon."

Manchester City v Manchester United - FA Cup Semi Final

 Am 16. April 2011 setzte Manchester City erstmals ein Ausrufezeichen an Rivale United.                                   Mitten im Geschehen: Torschütze Yaya Toure


In einer denkwürdigen Partie hatte Manchester United eine Mehrzahl an Chancen, konnte die Überlegenheit jedoch nicht ausnutzen. In der Halbzeit sei dann der Weckruf gekommen: "Wir haben in der Kabine beinahe gestritten. Wir haben gesagt: 'Geht raus und spielt wie Männer oder wir gehen nach Hause und sagen zu Khaldoon (Al Mubarak, Vorsitzender von Manchester City): 'Danke, wir haben das Geld geschluckt aber wir werden gehen, weil dieser Verein niemals etwas erreichen wird'. Wir haben das Spiel gewonnen. Es war brillant, unbeschreiblich."

​Dieser Tag sei der Anfang von etwas Großem gewesen: "
Es war eine Message. Sie wussten, dass City im Kommen sei." Doch auch für Toure ging es um etwas Persönliches: "Manche behaupteten, ich sei nicht hierhergekommen, um Titel zu gewinnen, sondern weil ich vom Geld beeindruckt gewesen sei. Aber nachdem wir den FA Cup gewonnen haben, fingen manche an, ruhig zu werden und zu sagen: 'Dieser Typ ist der Richtige' - und darauf bin ich stolz."


Schwierige Jahre unter Guardiola: "Bin darüber sehr traurig"


Seit Pep Guardiola im Sommer 2016 als Cheftrainer vorgestellt wurde, blieb Toure jedoch überwiegend außen vor. Mit dem Status des Ersatzspielers hatte der langjährige Kapitän zu kämpfen: "Ich bin darüber sehr traurig. Ich wollte ein Teil der Mannschaft auf und nicht neben dem Feld sein." Doch bei einem Blick in die Kabine sei er nicht lange sauer: "Sie sind alle Konkurrenten mit dem Willen, zu gewinnen und etwas zu erreichen. Es ist eine tolle Eigenschaft, ich liebe es." 

Bayern Muenchen v Manchester City F.C  - Friendly Match

          Waren nicht immer einer Meinung: Pep Guardiola und Yaya Toure (v.l.)


Dass der Verein sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat, empfindet der Ivorer auch als seinen Verdienst: "Ich habe diesem Team so viel Energie und soziale Mobilität gegeben und mit den Leuten um mich herum gearbeitet, um dafür zu sorgen, dass sie so spielen wie ich sie spielen lassen wollte. Ich erinnere mich daran, als Agüero in toller Form war und Gabriel Jesus nicht gespielt hat und unglücklich darüber war.Ich habe ihn zur Seite genommen und ihm auf die Schulter geklopft. Der Trainer weiß nicht, dass ich so etwas mache." Bei all den jungen Spielern um ihm herum sei ihm bewusst, dass er eine gewisse Vorbildfunktion habe, wenngleich es ihm manchmal schwer fiel, sie zu erfüllen, da er es "als unfair empfand, nicht zu spielen."


Dennoch habe er sich seinem Empfinden nach nie einen Fehltritt geleistet: "Wenn ich sauer bin, bleibe ich ruhig. Ich bevorzuge es, ruhig zu bleiben. Natürlich reden die Leute über mich, aber am Ende des Tages interessiert es mich nicht. Die Leute können sagen was sie wollen, das ist in Ordnung. Sie haben ihre Meinung." Mit dem nötigen Respekt, den er in seinen Augen verdient habe, rechnet er derzeit jedoch noch nicht: "Vielleicht erhalte ich mehr Respekt, wenn ich meine Karriere irgendwann beendet haben werde", so Toure, der einer der Schlüsselspieler dafür war, dass Manchester City heute dort steht, wo sie sind.