​Bayer 04 Leverkusen hat sich für die kommende Saison die Dienste von Mitchell Weiser gesichert. Der gebürtige Troisdorfer verlässt Hertha BSC dank einer Ausstiegsklausel für festgeschriebene zwölf Millionen Euro und verstärkt die rechte Seite der "Werkself". Für Tin Jedjaj und besonders Benjamin Henrichs dürfte der Transfer ein Zeichen sein. Ein Abgang des Eigengewächses wird durch die Weiser-Verpflichtung immer wahrscheinlicher. 


Bereits mehrere Wochen hatten die Medien vom Interesse Leverkusens an Weiser berichtet, nun ist der Wechsel auch offiziell perfekt. Der 24-Jährige wechselt zur kommenden Spielzeit für zwölf Millionen Euro von Hertha BSC zu Bayer 04 Leverkusen, wo er einen Vertrag bis 2023 erhält und seine Lieblings-Rückennummer 23 tragen wird. 


Mit der Verpflichtung eines weiteren Mannes für die rechte Außenbahn dürften die Aussichten auf Spielzeit nun vor allem für Eigengewächs Benjamin Henrichs weiter schwinden, sodass ein Wechsel des 21-Jährigen immer wahrscheinlicher erscheint.

Hertha BSC v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

Weiser wechselt zur neuen Saison für zwölf Millionen Euro von Berlin nach Leverkusen



Weiser war im Sommer 2015 ablösefrei von Rekordmeister FC Bayern München nach Berlin gewechselt, wo er sich zum Stammspieler und Leistungsträger auf der rechten Seite entwickelt hat. Der U21-Nationalspieler kann sowohl auf dem rechten Flügel agieren als auch die Rechtsverteidigerposition bekleiden. Auch wenn er im Defensivverhalten gegen den Ball sicher noch an sich feilen muss, verkörpert der schnelle Rechtsfuß mit seiner offensiven Spielweise und seinem guten Flankenspiel das Idealbild eines modernden Außenverteidigers. Für Bayer-Coach Heiko Herrlich ergeben sich durch die Verpflichtung weitere Möglichkeiten sowohl in der Defensive als auch in der Offensive. 


Mit Blick auf den Kader der "Werkself" dürfte Weiser wohl eher als Mann für die defensive Viererkette eingeplant sein, hat man in der Offensive mit Havertz, Bailey, Brandt und Bellarabi doch gleich vier potenzielle Flügelspieler. Seine Verpflichtung dürfte somit vor allem auch ein Zeichen sein für Spieler wie Tin Jedjaj, Panagiotis Retsos oder allen voran Benjamin Henrichs. Während Jedjaj und Retsos gelernte Innenverteidiger sind, unter Herrlich bereits innen wie außen in der Abwehr aufliefen und in der Rangfolge augenscheinlich vor Henrichs stehen, kam dieser zuletzt regelmäßig nur als Rechts- oder Linksverteidiger (links als Ersatz für den verletzten Stammspieler Wendell) zum Einsatz. 


In der laufenden Saison stand der 21-Jährige insgesamt 31 Mal im Kader, 23 Mal spielte er dabei auch. Dass er aktuell allerdings nicht den größten Stellenwert unter Coach Herrlich genießt, beweisen ganzen zwölf Einwechslungen bei nur elf Startelfeinsätzen. Schon in den letzten Monaten wurde der Gewinner der U19-Fritz-Walter-Medaille in Gold aus dem Jahr 2016 mit einem Wechsel zu RB Leipzig in Verbindung gebracht, der Deal kam letztlich aber nicht zustande.

Bayer 04 Leverkusen v Hertha BSC - Bundesliga

Könnte seinen Jugendklub nach der Weiser-Verpflichtung möglicherweise schon im Sommer verlassen: Leverkusen-Eigengewächs Benjamin Henrichs



Mit Weiser hat Leverkusen nun einen mindestens gleichwertigen Ersatz verpflichtet, der einen Abgang von Henrichs in diesem Sommer sicherlich zumindest ein Stück weit wahrscheinlicher macht. Ob der junge Defensivmann bei seinem Jugendklub eine weitere Saison als Back-Up verbringen oder sich woanders entwickeln und Spielpraxis sammeln möchte, wird er selbst entscheiden müssen. Dass Henrichs großes Talent hat, ist unbestritten - ein Abnehmer für den Youngster dürfte sich also mit Sicherheit finden. Zuletzt berichteten englische Zeitungen bereits vom Interesse des FC Chelsea - inwieweit dieses Interesse wahr ist, dürfte der Sommer zeigen. In Leverkusen steht Henrichs noch bis Sommer 2022 unter Vertrag.