Borussia Dortmund muss bis zum letzten Spieltag um die Teilnahme an der Champions League zittern. Ausgerechnet beim "Endspiel" in Hoffenheim muss BVB-Coach Peter Stöger in der Defensive improvisieren. Mit Sokratis und Toprak fehlt die Stamm-Innenverteidigung - Stöger hat wohl zwei Lösungen im Kopf.


Der BVB bekommt ein Endspiel um die Champions-League-Qualifikation. Am letzten Spieltag müssen die Borussen weiter um das Erreichen des Minimalziels Königsklasse zittern. Für die Mannschaft von Peter Stöger geht es gegen den direkten Konkurrenten aus Hoffenheim.


Dass es überhaupt dazu kommen musste, lag an der bitteren 1:2-Pleite gegen Mainz am vergangenen Samstag. "So wie die Saison verlaufen ist, hätte es irgendwie auch gar nicht dazu gepasst", meinte der BVB-Coach am Dienstag. "​Das hat schon seine Berechtigung, dass man ein Endspiel auswärts hat und noch einmal seinen Mann stehen muss", hielt Stöger mit einem gezwungenen Lächeln fest.


Dennoch blieb der Österreicher optimistisch: "Wir haben von allen Mannschaften da oben die beste Ausgangslage und alles selbst in der Hand.“ Wirklich zittern müsste sein Team tatsächlich erst bei einer höheren Niederlage gegen die TSG. Parallel dürfte dann Bayer Leverkusen gegen Hannover nicht allzu deutlich gewinnen. "In den Zeitpunkten, wo alle gedacht haben: Jetzt liegen sie am Boden, da waren die Jungs auch vom Charakter her wieder da und haben gezeigt, dass sie eine Einheit sind. Dieses Gefühl habe ich auch nach der bitteren Niederlage gegen Mainz bekommen“, erklärte Stöger seine Zuversicht. 


Engpass in der Innenverteidigung


Personell muss er bei den spielstarken Hoffenheimern aber auf jeden Fall improvisieren - und das ausgerechnet in der Defensive. Abwehrchef Sokratis fehlt Gelb-gesperrt, ​Ömer Toprak musste schon gegen Mainz mit muskulären Problemen an der Wade vor der Halbzeit ausgewechselt werden und wird den Schwarz-Gelben wohl ebenfalls nicht helfen können. "Er wird ziemlich sicher nicht zur Verfügung stehen“, bestätigte Stöger. Da mit Dan-Axel Zagadou der dritte Innenverteidiger ausfällt, bleibt nur noch Winter-Neuzugang Manuel Akanji als gelernter zentraler Abwehrspieler. Stöger muss sich deshalb Gedanken machen, wie er den Engpass lösen kann. Als ernsthafte Optionen bleiben zwei Möglichkeiten: 

Lösung Nummer eins wäre die Umstellung auf eine Dreierabwehrkette, die dann etwa Lukasz Piszczek, Akanji und Marcel Schmelzer bilden könnten. Auch Julian Weigl könnte als zentraler Mann agieren. "Das wäre die eine Möglichkeit", bestätigte der BVB-Coach. "Weil die Systematik von Hoffenheim ein bisschen anders ist", so der Österreicher. Die Kraichgauer spielen meist in einem flexiblen 3-5-2-System. Die Borussen könnten darauf mit einer ähnlichen Systematik reagieren. 


Stöger wollte aber auch nicht ausschließen, dass er an einer Viererkette festhält. Dann müssten wohl Piszczek oder Weigl als Innenverteidiger auflaufen. "Es gibt auch die Möglichkeit die normale Systematik auf den Platz zu bringen. Für den ein oder anderen wäre es dann ein bisschen schwieriger, aber es ist trotzdem machbar", meinte der Borussen-Trainer. "Wir haben die Sachen schon durchbesprochen mit den Jungs", hielt er sich bedeckt.

Eine große Überraschung wäre der Einsatz von Patrick Mainka. Der Kapitän der U23 trainiert in dieser Woche mit den Profis und stünde als gelernter Innenverteidiger bereit. Allerdings ist es kaum vorstellbar, dass Stöger im entscheidenden Spiel auf einen Spieler mit der Profi-Erfahrung von einem Zweit- und neun Drittligaspielen setzt. Zumal der Vertrag des 23-Jährigen im Sommer ausläuft und er den BVB wohl wieder verlassen wird.