Jerome Boateng bleibt optimistisch. Trotz seiner Adduktoren-Verletzung glaubt der Bayern-Verteidiger nicht, "dass die WM in Gefahr ist". Bei der Trikot-Präsentation des Rekordmeisters spricht der 29-Jährige auch über seine zuletzt geäußerten Wechselgedanken, hofft auf ein schnelles Neuer-Comeback und zeigt Verständnis für die Heynckes-Kritik an Robert Lewandwoski.


36 Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft in Russland plagen die deutsche Nationalmannschaft einige Verletzungssorgen. Hinter der Teilnahme von Manuel Neuer ​steht weiterhin ein dickes Fragezeichen, Spielmacher Mesut Özil ist angeschlagen und auch Jerome Boateng ist fraglich.


Der Bayern-Innenverteidiger hatte sich im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid eine Oberschenkelverletzung an den Adduktoren zugezogen und ​fällt für den Rest der Saison aus. Am Rande der ​Vorstellung des neuen Bayern-Trikots äußerte sich der 29-Jährige zu seinen Chancen auf ein Comeback in Russland.

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Boateng (2. v. r.) präsentiert mit Robert Lewandowski (l.), Joshua Kimmich (2. v. l.) und Manuel Neuer (r.) das neue Bayern-Heimtrikot.



"Gesundheitlich geht es mir besser. Ich persönlich glaube nicht, dass die WM in Gefahr ist", gab sich Boateng optimistisch. "Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen noch mal einen Fortschritt mache", so der Weltmeister. "Ich muss Geduld haben und werde jetzt kein Risiko gehen und zu früh anfangen", erklärte Boateng. Die WM-Teilnahme bleibe ein "absolut realistisches Ziel".

Boateng will zur WM - und dementiert Wechselabsichten


Die neue Kluft des Rekordmeisters wolle er auch in der neuen Saison tragen, ging Boateng auch auf die zuletzt aufkommenden Wechselgerüchte ein. ​Die hatte der 29-Jährige selbst befeuert, konnte die Bayern-Anhänger aber beruhigen. "Natürlich beschäftigst du dich ab einem gewissen Alter mit Sachen. Aber ich fühle mich absolut wohl bei Bayern, habe im Moment überhaupt keine Gedanken an einen Wechsel, sondern möchte einfach fit werden, die WM spielen und bin im Moment bei Bayern sehr glücklich", bekräftigte der Abwehrspieler, der an der Säbener Straße noch bis 2021 unter Vertrag steht.

Die volle Konzentration richtet sich aber zunächst auf die Mission Titelverteidigung mit dem DFB-Team. Ob sein Teamkollege Neuer dann zwischen den Pfosten steht, ist noch nicht abzusehen. Boateng hofft aber weiter auf die Rückkehr des Weltmeister-Keepers. "Du hast als Gegner schon Respekt, wenn Manu im Tor steht und weißt, dass der Ball nicht so einfach reingeht. Es gibt einem ein gutes Gefühl, ihn im Team zu haben", sagte Boateng.


Der 29-Jährige hat auch eine klare Meinung zu der Posse um Robert Lewandowski. Der Bayern-Torjäger hatte bei seiner Auswechslung am vergangenen Samstag gegen Köln seinem Trainer Jupp Heynckes den Handschlag verweigert und war daraufhin ​vom 73-Jährigen kritisiert worden. "Das ist das Recht vom Trainer, der Trainer ist der Boss. Als Spieler bist du emotional, willst vielleicht noch ein Tor schießen oder zwei - aber ist ganz klar, dass der Trainer in der Verantwortung ist."