​Zu Beginn der Saison sah vieles danach aus, als ob ​Hannover 96 mit der Verpflichtung von Jonathas ein echter Transfercoup gelungen sei. In den ersten beiden Spielen war der Angreifer jeweils an einem Treffer der ​Niedersachsen aktiv beteiligt. Es folgte jedoch ein drastischer Leistungsabfall, der auch auf viele hartnäckige Verletzungen zurückzuführen ist. Dem Vernehmen nach will sich der Aufsteiger nun schon wieder von dem Brasilianer trennen.


Jonathas war nach dem geglückten Wiederaufstieg als große Sturmhoffnung von Rubin Kazan verpflichtet worden. Dabei legten die Hannoveraner stolze zehn Millionen Euro Ablöse auf den Tisch. Nachdem dem Südamerikaner in der Hinrunde immerhin sechs Torbeteiligungen gelungen waren, konnte er in der Rückrunde nichts Zählbares mehr beisteuern. Dabei kam der Stürmer aufgrund verschiedenster Verletzungen insgesamt in dieser Saison nur auf zwölf Einsätze.

Der Vertrag des 29-Jährigen läuft zwar noch bis 2020, dennoch sollen die Verantwortlichen von 96 nach Informationen des Sportbuzzer mit dem Gedanken spielen, ihren Mittelstürmer einem anderen Verein schmackhaft zu machen. Dabei müssten sich die Niedersachsen aller Voraussicht nach darauf einstellen, deutlich weniger als die selbst investierten zehn Millionen Euro wieder einzufahren. Zumindest das stattliche Gehalt des 1,92-Meter-Schlaks könnten sie sich jedoch dann in Zukunft sparen.


Dass nicht jeder Stürmer bei jedem Verein funktionieren kann, weiß auch Trainer Andre Breitenreiter ganz genau und verwies zuletzt auf das Beispiel von Ciro Immobile: "Dortmund hat Ciro Immobile für 20 Millionen verpflichtet, und er hat in Dortmund nicht funktioniert, obwohl er nachgewiesen hatte, dass er Tore schießen kann. Dann ist er zurückgewechselt nach Italien und wieder Torschützenkönig geworden."

Diese Situationen seien im Fußballgeschäft ganz normal. Ob man bei der Verpflichtung von Jonathas einen Fehler begangen habe, wolle er aber nicht bewerten. Dennoch räumte er ein, dass der Wechsel auch aus "Mangel an Alternativen" zustande gekommen sei. Die ständigen Verletzungen der Sturmspitze seien nicht vorhersehbar gewesen, dies sei für den Stürmer zwar am unglücklichsten, für den Verein aber "im Nachgang" auch. Echte Rückendeckung hört sich definitiv anders an.