​Völlig aus dem Nichts verkündete BVB-Dauerinvalide Sebastian Rode am Sonntag das Aus von Peter Stöger bei Borussia Dortmund. Für den Mittelfeldspieler bestehe kein Zweifel, dass der Österreicher nach der Saison aufhört. Für seine Aussagen handelte sich Rode einen ordentlichen Rüffel von Sportdirektor Michael Zorc ein, dabei zeigte sich der 27-Jährige dieser Tage als einziger BVB-Akteur aufrichtig.


Eigentlich sprach Sebastian Rode am Sonntag in der Talkrunde mit Jörg Wontorra auf Sky nur das aus, was ohnehin schon jeder weiß. Peter Stöger wird nicht über den Sommer hinaus Trainer von Borussia Dortmund sein. So verhalte sich der Trainer in der Kabine, so gestalte er seine Ansprachen, so sei das Gefühl aller BVB-Spieler. Dass dies in dieser Form bisher nicht öffentlich kommuniziert wurde, ist den fragwürdigen Gepflogenheiten des Fußball-Geschäftes geschuldet. Vor den Mikros wird stets betont, dass das Aus des Österreichers noch nicht besiegelt ist und er gar "der erste Ansprechpartner" für den Trainerjob in der kommenden Saison wäre. Dabei weiß so gut wie jeder, dass Stöger am kommenden Samstag sein letztes Spiel auf der Bank des BVB leiten wird.

Als der gebürtige Wiener im Dezember das Amt beim Revierklub übernahm, wurde ganz klar kommuniziert, dass der Ex-Köln-Trainer vorerst nur bis zum Saisonende bleibt. Er solle den BVB in die Champions League führen. Nicht mehr und nicht weniger. Dabei hörte man heraus, dass eine längerfristige Beschäftigung zwar durchaus möglich sei, diese allerdings außergewöhnlichen Leistungen bedarf. 

Doch diese ließ Stöger nicht folgen. Im Achtelfinale der Europa League war nach zwei peinlichen Auftritten gegen das europäische Mittelgewicht RB Salzburg Schluss. In der Liga konnte man selbst in einem Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten Mainz das Saisonziel nicht klar machen, obwohl gar ein Remis gegen das Kellerkind gereicht hätte. Bis zum letzten Spieltag also, muss man nun in Dortmund um das Minimalziel Platz vier bangen. Trotz allem war und ist die Hängepartie um Stöger fragwürdig.

Sogar noch fragwürdiger ist es, dass ein Spieler, der diese Wahrheit nun erstmals offen aussprach, mit einer Geldstrafe sanktioniert werden soll - nur, weil sich dieser gegen jene Unarten des Profi-Fußballs zur Wehr setzte und sich in der Öffentlichkeit wehrte zu lügen. Der ganze Umgang rund um die Personalie Peter Stöger zeigt einmal mehr, wie verlogen das Business ist. Woche für Woche werden sämtliche Treueoffenbarungen an dem Noch-BVB-Trainer geleistet, nur um vermutlich nach dem Spiel in Hoffenheim zu verkünden, dass der Coach Dortmund nun verlassen werde. Warum sich Aki Watzke und Michael Zorc mit der Wahrheit derart schwer tun, bleibt ihr Geheimnis. Dass Sebastian Rode nun sanktioniert wird, ist allerdings ein Unding.