​Es hat schon eine Menge zu bedeuten, wenn Jupp Heynckes Probleme mit einem seiner Spieler hat, schließlich gilt der Routinier als Menschenfänger und Kenner. Etwas überraschend blickte man als Bayern-Fan dementsprechend auf das Spielfeld, als Robert Lewandowski in der 77. Spielminute der Partie gegen die SGE ausgewechselt wurde und den Noch-Trainer der Münchner keines Blickes würdigte und sogar den Handschlag verweigerte. Im Nachhinein wies der 72-Jährige den Polen in die Schranken.


War es noch die Frustration über ein verlorenes Champions-League-Halbfinale gegen einen Klub, bei dem Lewandowski offenbar selbst gern unter Vertrag stehen würde? War es bereits ein Omen, was den kommenden Cheftrainer Niko Kovac in München erwarten dürfte? Einen frustrierten Lewandowski, der vielleicht nicht einmal mehr mit ganzem Herzen für den Rekordmeister auf Torejagd geht?

Real Madrid v Bayern Muenchen - UEFA Champions League Semi Final Second Leg

"Sauer, weil er nicht noch mehr Tore gemacht hat" - Salihamidžić erklärt den Lewa-Frust.


Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidžić spielte den Vorfall am Rande des 3:1-Sieges der Bayern gegen Eintracht Frankfurt herunter. "Alles in Ordnung. Lewy war sauer auf sich selbst, dass er nicht noch mehr Tore gemacht hat", wird der 41-Jährige von der Münchner Abendzeitung zitiert. Aktuell steht der Angreifer bei 29 Toren nach 29 Einsätzen. Die Torschützenkanone ist ihm aufgrund mangelnder Konkurrenz damit längst schon sicher.


Jupp Heynckes äußerte sich im Nachhinein ebenfalls zu den Szenen um Lewandowski und stellte klar, dass er, der einstige Triple-Trainer der Bayern, nach wie vor das Sagen hat. "Ich weiß ja: Torjäger sind egoistisch. Wir haben noch mal gesprochen, er hat es eingesehen. Im Moment der Auswechslung fand ich es nicht so lustig. Weil: der Boss bin ich - und sonst keiner", wird Heynckes zitiert. Noch ist er der Boss - sowohl beim anstehenden Saisonfinale gegen den VfB Stuttgart am 12. Mai, als auch beim DFB-Pokalfinale am 19. Mai, wenn sich Heynckes mit dem Double von der Fußballbühne verabschieden kann - diesmal endgültig. Dann werden auch die Dienste von Lewandowski wieder gefragt sein.