Maurizio Sarri ist derzeit heiß begehrt. Der 59-jährige Übungsleiter formte den SSC Neapel zur zweiten Macht in Italien und besitzt Medienberichten zufolge eine Ausstiegsklausel, die es ihm ermöglichen würde, den Verein im Sommer zu verlassen. Während insbesondere Klubs aus der Premier League ihr Interesse an Sarri bekundet haben, könnte ausgerechnet Antonio Conte, der bereits seit Monaten beim FC Chelsea in der Kritik steht, dessen Nachfolger werden.


Bereits seit einigen Jahren gehört der SSC Neapel immer wieder zur Spitzengruppe in der italienischen Serie A, doch in den vergangenen drei Spielzeiten festigten die Süditaliener ihre Rolle als Jäger von Dauermeister Juventus Turin. Verantwortlich dafür ist vor allem Trainer Maurizio Sarri. Der 59-Jährige trainierte zuvor drei Jahre lang den FC Empoli, führte den Verein nach zwei Jahren in die Serie A und beendete die Saison auf einem soliden 15. Tabellenplatz.


Seit Juni 2015 steht Sarri regelmäßig im Stadio San Paolo an der Seitenlinie und kann beachtliche Zahlen vorweisen: In insgesamt 145 Partien ging der SSC Neapel 96 Mal als Sieger vom Platz, verlor insgesamt nur 25 Spiele und holte bei einem Torverhältnis von 312:140 Treffern 312 Punkte, was einem bemerkenswerten Schnitt von 2,15 Punkten pro Spiel entspricht. In dieser Saison konnte Napoli lange um die Meisterschaft kämpfen und war über weite Strecken der Saison Tabellenführer, doch bei drei ausstehenden Partien und vier Punkten Rückstand auf Juventus Turin scheint der Gewinn der ersten 'Scudetto' seit 1990 eher unwahrscheinlich.

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 Markenzeichen Zigarette: Maurizio Sarri kann kaum auf das Rauchen verzichten



Dennoch blieb den wenigsten die Entwicklung der Mannschaft um Stars wie Dries Mertens, Lorenzo Insigne oder Marek Hamsik verborgen, weshalb einem Bericht der italienischen Corriere Della Sera zufolge vor allem mehrere Vereine aus der Premier League, darunter ​Arsenal London und der ​FC Chelsea, ihr Interesse an Sarri bekundeten. Dieser sei trotz einer Vertragslaufzeit bis 2020 nicht abgeneigt, noch einmal eine neuen Herausforderung anzutreten und könnte dabei Gebrauch von einer in seinem Vertrag verankerten Ausstiegsklausel machen, die bei etwa acht Millionen Euro liegen soll.


Conte offenbar Favorit 


Wie weiter berichtet wird, könnte ein Abgang von Sarri verheerende Folgen im Kader nach sich ziehen. Demnach seien - sollte sich der Italiener tatsächlich dazu entscheiden, Napoli im Sommer zu verlassen - Dries Mertens oder auch Jose Callejon einem Wechsel gegenüber nicht abgeneigt. Zudem bestünden die Überlegungen, Mittelfeldspieler Jorgingho sowie Innenverteidiger Kalidou Koulibaly im Sommer zu verkaufen, um hohe Transfererlöse zu erzielen.

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Rückkehr nach Italien? Die Verantwortlichen von Napoli scheinen ein Auge auf Antonio Conte geworfen zu haben



Der Favorit auf die Nachfolge Sarris sei dem Blatt zufolge Antonio Conte. Der 48-Jährige wurde in der Vergangenheit mit Juventus Turin drei Mal in Folge italienischer Meister (2012 - 2014), heuerte nach einem Engagement bei der italienischen Nationalmannschaft beim FC Chelsea an und gewann prompt in seinem ersten Jahr die Premier League. Allerdings steht er seit einigen Monaten in der Kritik und dürfte die 'Blues' aller Voraussicht nach zum Saisonende verlassen und möglicherweise von Maurizio Sarri ersetzt werden.


Conte scheint jedoch nicht der einzige Name zu sein, der in Neapel gefallen sei. Demnach bestehe auch Interesse an Paulo Fonseca von Shakhtar Donetsk, Marco Giampaolo von Sampdoria Genua, Simone Inzaghi von Lazio Rom sowie Carlo Ancelotti, der im vergangenen Oktober beim FC Bayern München entlassen wurde.