BERLIN, GERMANY - MARCH 10:  Head coach Christian Streich of SC Freiburg looks on prior to the Bundesliga match between Hertha BSC and Sport-Club Freiburg at Olympiastadion on March 10, 2018 in Berlin, Germany.  (Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

Pressekonferenz vor dem Gladbach-Spiel: Die Aussagen von Christian Streich

Am Wochenende trifft der SC Freiburg auf Borussia Mönchengladbach. Für die Breisgauer geht es um den Abstiegskampf. Ein Sieg ist notwendig, um dem drohenden 16. Platz zu entkommen. Vor der Partie sprach Cheftrainer Chrisitan Streich über die Kaderplanung, das Vorbereitungstraining und den fantastischen Zusammenhalt zwischen Fans und Club. 

1. Streich über die Kaderplanung

Die erste Frage, die Streich beantwortet, war die Frage nach Mike Frantz und seine Einsatzfähigkeit am kommenden Samstag. Der Mittelfeldspieler konnte am vergangenen Spieltag nach einer langen Verletzungspause zum ersten Mal wieder im Kader stehen. Für Streich steht es außer Frage, dass Frantz auch morgen wieder auf dem Platz sein wird. "Natürlich ist es so, dass er nicht auf 90 Minuten kommen wird. Ich hoffe, dass er sich nicht aufspart und 60 Minuten gehen kann und dass er voll durchpauern kann. Lieber gute 50 Minuten als durchschnittliche 70. Das bringt ja nichts", so der Trainer. 


Auch steht die personelle Frage im Raum, wer im Sturm neben Nils Petersen auftreten wird. "Entweder Lucas Höler und der Nils oder Tim Kleindienst und Nils. Der Nils spielt, das ist klar. Es ist eine Option. Tim hat seine Sache gut gemacht aber auch der Lucas könnte spielen. Es war super, dass er das Tor gemacht hat. Zum Glück."


In der Abwehr bleibt ebenfalls die Frage offen, wer morgen auf dem Platz stehen wird. Caglar Söyüncü oder Marc Oliver Kempf. "Caglar hat bisher schon eine gute Saison gespielt und hat sich sehr stabilisiert. Wir haben es aber noch nicht abschließend entschieden. Ich war bisher zufrieden, mal schauen wie wir uns entscheiden", so Streich. 

2. Streich über die sportliche Strategie

Der SC Freiburg hat in dieser Saison einige Hochs und Tiefs gehabt. Streich spricht während der Pressekonferenz über die Strategie, aus dem Loch der Niederlagen wieder heraus zu kommen. "Wir können immer in Rückstand geraten. Da müssen wir die Antwort haben, über Standards. Über die Strategie bei Standards und beim Spiel. Wir müssen die letzte Körner, die wir haben, an der richtigen Stelle einsetzen und alles, was wir an Energie noch haben, auch nach 90 Minuten, einsetzen." 

3. Streich über das Training vor dem Spiel

Streich und sein Trainerteam haben vor der morgigen Partie das Training jedoch kaum umgestellt. "Das Training war relativ ähnlich wie vor Köln. Wir machen als Trainer nichts anderes, als die Spieler zu verbessern. Das haben wir jetzt reduziert, ein Stück weit und haben geschaut, dass wir auch Sachen machen, die entspannen und Spaß machen. Wir haben witzige Sachen wie Paar-Fußball gemacht. Wenn es lustig wird, dann fällt für ein paar Minuten der Druck und alles mögliche ab. Das Ziel war es, die Spieler von dieser ganzen Drucksituation abzulenken."


Streich weiß ganz genau, was seine Spieler in dieser Phase der Saison durchmachen, deswegen rät er ihnen, zu Hause zu bleiben und sich mit vertrauten Personen zu umgeben, die den Druck verstehen, unter welchem sie stehen. "Sie essen gut und schlafen gut. Das ist sehr wichtig für die nervliche Regeneration und sie umgeben sich mit Dingen, die ihnen gut tun".


Auch Elfmeter werden trainiert. "Die trainieren Elfmeter. Man glaubt es ja gar nicht. Wir machen es so: Es soll einer den Ball nehmen und ihn ins Tor schießen. Ich frag schon, wer schießen wird. Ich geb es aber nicht vor. Ich rede mit ihnen, und sag meine Meinung. Es geht um ihr Gefühl auf dem Platz. Ich kann es nicht erzwingen. Sie müssen mit Vertrauen hingehen."

4. Streich über Julian Schuster

Kapitän Julian Schuster ist eine enorm wichtige Stütze in der Mannschaft. Seit 2008 spielt er für die Breisgauer, doch sein Vertrag wird nach dieser Saison auslaufen. Wo es den Mittelfeldspieler hinziehen wird, will Christian Streich noch nicht sagen. "Julian ist in allen Phasen der Saison wichtig. Er ist unersetzbar. In dem Moment, wo er nicht mehr da ist, sind wir schwächer. Das ist außer jeglicher Diskussion. So einen Spieler kann mich nicht sofort ersetzen. Er hat viel zu viele Qualitäten. Viel zu viel soziale Intelligenz. Und er hat Härte. Zu sich und zu irgendwelche Jungs, die noch nicht wissen wie es geht. Wir haben schon gesprochen, wie es nach der Saison weitergeht, aber wir werden es mitteilen, wenn alles geklärt ist."

5. Streich über den Zusammenhalt der Fans und der Mannschaft

Während der ganzen Saison fanden Trainer und Spieler nur warme Worte für ihre Fans. "Ich will jetzt nicht jedes Mal sagen, wie toll unsere Fans sind. Es war nicht so, dass es nach dem 2:2 Pfiffe gab. Das war ja unsere Schuld. Aber die Zuschauer waren weiter da. Das ganze Spiel und auch vorher schon. Es gab keine negative Äußerungen. Das hat uns brutal geholfen und das war auch der Teil in diesen paar Minuten, in denen die Zuschauer dazu beigetragen haben und den Unterschied gemacht haben, dass wir das Spiel noch gewinnen konnten. Es war außerwöhnlich. Das haben wir ja auch beim Jubel zum 3:2 gemerkt. Da ist ja fast die Hütte zusammen gekracht."

6. So sieht Borussia-Trainer Hecking das Spiel

Für die Borussia kann ein Sieg die Hoffnung auf die internationalen Plätze wieder stärken. Mit Glück könnten sie auf Platz sieben der Tabelle klettern, jedoch nur, wenn der VfB Stuttgart und die Eintracht Frankfurt verlieren. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr hoch. Trainer Hecking sieht im SC Freiburg aber keine Bedrohung. "Ich glaube, gegen Köln haben sie wieder angefangen, das zu spielen, was die Freiburger ausmacht. Vorher gab es viele verletzte Spieler, dann haben sie die Ergebnisse nicht geliefert, dann wurde der Druck zu groß. Sie haben dann angefangen in Hamburg wieder Fußball zu spielen. Gegen Köln haben sie auch noch nicht auf Topniveau gespielt, aber sie haben das Spiel gewonnen. Sie werden sicherlich alles tun. Die kommen nicht hierher und sagen: Wir verlassen uns voll und ganz auf das letzte Heimspiel. Sie werden schon alles versuchen, auch hier in Gladbach, alles mitzunehmen."