SINSHEIM, GERMANY - APRIL 27: Head coach Andre Breitenreiter and sporting director Horst Heldt of Hannover look on prior to the Bundesliga match between TSG 1899 Hoffenheim and Hannover 96 at Wirsol Rhein-Neckar-Arena on April 27, 2018 in Sinsheim, Germany. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Hannover 96: Die wichtigsten Aussagen vor dem Heimspiel gegen Hertha BSC

Im vorletzten Spiel der Saison empfängt Hannover 96 die Hertha aus Berlin. Aufgrund der tabellarischen Situation, in der die Niedersachsen weder gegen den Abstieg, noch um die Europapokalplätze spielen, rückte der Fußball auf der Pressekonferenz, bei der Trainer Andre Breitenreiter und Manager Horst Heldt anwesend waren, in den Hintergrund. Stattdessen wurde über die Fan-Proteste, Heldts Flirt mit dem VfL Wolfsburg und die Zukunft des Vereins gesprochen. 


In Anwesenheit der Journalisten sprachen beide daher über...

1. ...das Personal

Während Felix Klaus und Charlison Benschop weiterhin nicht am Mannschaftstraining haben teilnehmen können, konnten Waldemar Anton, Felipe und Florian Hübner laut Andre Breitenreiter immerhin Teile der Übungseinheiten absolvieren.


Zudem befinde sich Klaus "im leichten Lauftraining", doch viel Hoffnung auf einen Einsatz in dieser Saison bestehe nicht: "Am Samstag ist er keine Option. Ich stelle auch infrage, dass es für Leverkusen reichen würde."

2. ...das letzte Heimspiel der Saison

Im Heimspiel gegen Hertha BSC wolle man vor allem den Klassenerhalt endgültig besiegeln: "Wir haben das letzte Heimspiel in einer intensiven Saison, in der wir bis jetzt noch nicht in akuter Abstiegsgefahr waren. Wir sind rechnerisch leider noch nicht durch. Das wollen wir am Wochenende jedoch vollbringen und uns in unserem letzten Heimspiel 

von unseren Zuschauern verabschieden."


Insgesamt sei Breitenreiter "glücklich, dass wir in einer Situation sind, in der wir es selbst in der Hand haben und uns seit vielen Wochen wirklich nur ein Sieg oder der nötige Punkt fehlt." Dennoch müsse man sich "vorwerfen lassen, dass wir es schon viel eher hätten erledigen müssen. Gerade in den Heimspielen gegen Augsburg oder Gladbach waren wir in einer Phase, in der es uns nicht geglückt ist, die nötigen Punkte einzufahren."


Mit dem gesamten Saisonverlauf zeigte sich der 44-Jährige zufrieden, haderte jedoch auch mit der jüngsten Schwächephase: "Die Saison hätte in der Rückrunde mit Sicherheit besser laufen können. Ich will nicht alles auf die Gesamtsituation schieben, trotzdem ist es eine intensive Saison, das geht an den Spielern nicht spurlos vorbei. Wir haben eine Mannschaft, die als Aufsteiger in die Liga gestartet ist, es in vielen Phasen sehr gut gemacht hat, aber am Ende fehlen ein paar Kleinigkeiten. Das ist immer so in einer langen Saison." Letzten Endes sei es "wichtig, dass man über dem Strich steht."

3. ...Pirmin Schwegler

Am heutigen Donnerstag wurde die Vertragsverlängerung von Stratege Pirmin Schwegler bis 2020 bekanntgegeben. Für Breitenreiter ist der 31-Jährige "ein wichtiger Spieler, eine Top-Verstärkung." 


Schwegler sei ein "erfahrener Spieler mit enormer Leistungsqualität", zudem "der Lenker und Denker" im Spiel der Hannoveraner. Er sei "nicht nur sportlich sehr wertvoll, sondern auch ein klasse Typ, sehr intelligent und ehrgeizig. Es macht Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten", so Breitenreiter, der anfügte: "Ich bin froh, dass er sich trotz anderer Möglichkeiten für uns entschieden hat."

4. ...die Fan-Problematik

Auch im letzten Heimspiel der Saison wollen die Fans von Hannover 96 mithilfe eines Boykotts ihren Unmut gegenüber der Vereinsführung weiter zum Ausdruck bringen. Breitenreiter ärgerte sich sichtlich über die erneut fehlende Unterstützung: "Die Situation ist, wie sie ist. Sie war leider die gesamte Saison so. Wir haben darauf gehofft, zumindest im letzten Heimspiel die volle Unterstützung zu erfahren. Unterstützung ist einfach wichtig, um erfolgreich zu spielen. Das haben wir in vielen Spielen selbst erlebt. Es ist nicht das entscheidende Merkmal,

aber es wäre einfach schön gewesen. Hoffen wir, dass es in der nächsten Saison besser wird."


Laut Horst Heldt bestehen Planungen, Spieler wie Salif Sane, der ab der kommenden Saison für den FC Schalke 04 spielen wird, zu verabschieden. Am wichtigsten sei jedoch ein Sieg gegen die Hertha: "Wir wollen die Spieler würdevoll verabschieden, die Priorität ist trotz allem, so etwas aufzubauen, dass es um viel geht. Wir müssen die Prioritäten richtig setzen, danach werden wir eine Entscheidung treffen, wie das Rahmenprogramm aussieht, um einen würdigen Abschied abzuliefern."

5. ...die Gespräche mit dem VfL Wolfsburg

Die Causa VfL Wolfsburg habe Horst Heldt ad acta gelegt: "Das Thema ist erledigt. Im Vorfeld der Gespräche gab es ein sehr wichtiges persönliches Gespräch (mit Martin Kind, d. Red.), das war am Dienstag. Am gestrigen Tag haben wir noch einmal ein Gespräch geführt und haben über die gemeinsame Zukunft gesprochen."


In Zukunft kümmere er sich um "andere Themen, die zukunftsorientiert wichtig sind." Dabei wolle er vor allem mit Klub-Boss Martin Kind an einem Strang ziehen: "Wir haben die gemeinsame Entscheidung getroffen, es gemeinsam angehen zu wollen."


Dass er einiges an Vertrauen einbüßen musste, sei ihm klar. Doch Heldt betonte auch: "Damit muss ich auch leben. Die Leute können von mir erwarten, dass ich meinen Job zu 100 Prozent erfülle. Das ist mein eigener Anspruch. Das werde ich auch in Zukunft so machen." Das verloren gegangene Vertrauen wolle er nun "zurückgewinnen. Da werde ich intensiv mit Martin Kind dran arbeiten." 

6. ...die Zukunft des Vereins

Eine weitere Saison voller Fan-Proteste will Heldt allerdings nicht erleben: "Ich erwarte von uns allen, dass wir versuchen, es so hinzubekommen, dass alle zufrieden sind. Es gibt keinen anderen Weg für 96. Wir können uns nicht noch ein Jahr ohne Support leisten, das wird nicht funktionieren." Daher müssen nach Ansicht des Managers alle "an Thematiken arbeiten, sich Zeit nehmen, Ideen entwickeln, seine Position vertreten. Wir brauchen in der nächsten Saison einen gemeinsamen Support. Das müssen die Menschen wollen, das muss der Verein wollen."


Er sei "Überzeugungstäter", weshalb er vor allem den Antrieb besitze, den Verein weiterzuentwickeln: "Es gibt nicht ansatzweise irgendetwas zu beklagen, ich habe viele Handlungsmöglichkeiten. Auf der anderen Seite ist es mein Ehrgeiz und mein Antrieb, etwas zu entwickeln. Dieser Verein muss sich weiterentwickeln. Das zu machen macht unheimlich viel Spaß, es ist aber auch anstrengend und bedarf vieler intensiver Arbeit. Das braucht dieser Verein, das möchte ich unbedingt machen."


Daher appellierte der 48-Jährige an alle Beteiligten: "Es müssen alle bereit sein, den nächsten Schritt zu machen. Meine Aufgabe ist es nicht nur, einen Vertrag mit Pirmin Schwegler zu verlängern oder den ein oder anderen neuen Spieler zu verpflichten, sondern es ist umfassender. Es gibt viele Sachen, die es zu erledigen gilt. Deshalb bin ich hierhergekommen."


Alles in allem glaubt Heldt, "dass man hier ganz viel erreichen kann. Meine Aufgabe ist Fußball, aber wenn der Fußball zur Nebensache wird - aus welchen Gründen auch immer -

dann ist es schwierig, all das umzusetzen, was man sich gemeinsam vorgenommen hat." Er sei "nach wie vor voller Energie", da es sein "Anspruch und meine Verpflichtung" sei, sich um die Weiterentwicklung von Hannover 96 zu kümmern.