​Otto Addo, Sympathieträger, für Borussia Mönchengladbach tätig und Co-Trainer von Dieter Hecking, offenbarte in einem Interview mit Fohlen.Podcast, dass er von Skinheads gejagt worden ist und deshalb nicht für die deutsche Nationalmannschaft, sondern für Ghana auf Torejagd gegangen ist. 


„Obwohl ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, und Deutsch die Sprache ist, die ich am besten beherrsche, habe ich mich nie als Deutscher gefühlt – aufgrund meiner Hautfarbe natürlich. In einem Land, in dem man mich wegen meiner Hautfarbe schlagen wollte. Damit konnte ich mich damals nicht identifizieren", stellte Addo klar. Und berichtete von beängstigen Szenen: „Ich bin sehr häufig von Skinhead-Gruppen verfolgt worden. Vor mir sind einmal vier Glatzköpfe im Auto gefahren, die Bierdosen und Flaschen auf mich geworfen haben. Ich konnte das niemandem erzählen, nur meinen Freunden. Wir sind dann oft in der Gruppe unterwegs gewesen. Freunde von mir sind auch verprügelt worden. Angst war ein ständiger Begleiter, auf dem Weg zum Training – und danach.“



"Heutzutage", betonte Addo, sei es "anders". „Gerald Asamoah hatte sich für Deutschland entschieden und damit sehr viel bewirkt. Viele Menschen haben umgedacht. Das hat dazu beigetragen, dass man als Dunkelhäutiger auch Deutscher sein kann. Das hat bei vielen Menschen den Horizont erweitert und zu einer besseren Integration beigetragen.“ 


Der 42-Jährige spielte unter anderem für den Hamburger SV, Borussia Dortmund, Hannover 96 und Mainz 05. Dabei lief er 98-mal in der Bundesliga, 30-mal in der zweiten Bundesliga, sechsmal im damaligen UEFA-Cup und fünfmal in der Champions League auf.