LEIPZIG, GERMANY - APRIL 21:  Head coach Ralph Hasenhuettl of Leipzig looks on prior to the Bundesliga match between RB Leipzig and TSG 1899 Hoffenheim at Red Bull Arena on April 21, 2018 in Leipzig, Germany.  (Photo by Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

RB Leipzig will sich gegen den VfL Wolfsburg "für den Aufwand belohnen"

Am 33. Spieltag der diesjährigen Bundesligasaison empfängt RB Leipzig den VfL Wolfsburg. Die Sachsen stecken trotz der jüngsten 0:3-Niederlage bei Mainz 05 noch immer mitten im Kampf um einen der begehrten Europapokalplätze, wenngleich für die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl nur noch die Chance auf eine Teilnahme in der Europa League besteht. Die 'Wölfe' hingegen stecken als 16. der Tabelle mitten im Abstiegskampf, weshalb Hasenhüttl vor einem Gegner warnt, der "ums Überleben" kämpfe. Im Folgenden präsentieren wir die wichtigsten Aussagen des 50-Jährigen aus der heutigen Pressekonferenz.

1. Das Personal

Neben Konrad Laimer, Marcel Sabitzer und Marcel Halstenberg wird RB Leipzig auf die gesperrten Emil Forsberg, Naby Keita und Willi Orban verzichten müssen. Während Laimer Fortschritte mache, werden nach Aussagen von Hasenhüttl am Samstag einige Nachwuchsspieler im Kader stehen: "Es werden mindestens zwei Jugendspieler im Kader sein. Welche das sein werden, wissen wir noch nicht 100-prozentig. Es ist durchaus möglich, dass der eine oder andere zum Spielen kommt." Am wahrscheinlichsten, so Hasenhüttl, sei es jedoch, dass die Offensivspieler Kilian Ludewig und Niclas Stierlin in den Kader berufen werden.

2. Die Aufarbeitung der Niederlage in Mainz

Nach der 0:3-Niederlage in Mainz habe man sich "nicht gut gefühlt", so Hasenhüttl. Man müsse daher nun "schnell versuchen, die Köpfe hochzunehmen, um im letzten Heimspiel noch ein paar wichtige Punkte zu holen".


Mit der Trainingsleistung zeigte sich der Österreicher derweil zufrieden: "Ich glaube schon, dass ich den richtigen Punkt getroffen habe. Die Jungs waren diese Woche sehr konzentriert und haben im Training eine gute Reaktion gezeigt, das war, was ich sehen wollte. Wir haben an vielen Dingen gearbeitet, gestern noch einmal intensiv die Arbeit gegen den Ball thematisiert, versucht, noch einmal an ein paar Basics zu schrauben, und wir haben Standards thematisiert." 


Im Hinblick auf die kommende Partie wolle man in den verbleibenden Einheiten noch einmal zulegen: "Morgen packen wir noch einmal ein paar Inhalte rein. Drei Tage noch einmal konzentrierte Arbeit und dann ein wichtiges Spiel am Wochenende. Dann hoffen wir, dass wir in der Lage sind, die drei Punkte endlich wieder zu holen und den Bock umzustoßen."

3. Der kommende Gegner aus Wolfsburg

Für Hasenhüttl wird es am Samstag auf die Einstellung der Mannschaft ankommen, vor allem in Bezug auf mögliche Rückschläge: "Es stimmt, dass wir phasenweise sehr gut als Team agieren und dann, wenn ein Rückschlag passiert, sehr schnell auch die Widerstandskraft vermissen lassen. Es wird am Wochenende ganz wichtig sein, an den Plan zu glauben, diesen weiter zu verfolgen und egal was passiert, die Mentalität einfach mitzubringen."


Der VfL Wolfsburg sei "ein Gegner, der ums Überleben kämpft", doch auch RB Leipzig spielt weiterhin um die "Riesenmöglichkeit", auch in der kommenden Saison im internationalen Wettbewerb vertreten zu sein. Daher lautet Hasenhüttls Matchplan: "Das Ziel wird sein, schnell in die Spur zu finden und auch früh in Führung zu gehen, das würde uns gut tun. Ich glaube, Selbstvertrauen kann man sich in jedem Spiel selber holen, indem man Bälle gewinnt, sich Chancen erarbeitet und sich mit einem Tor für den Aufwand belohnt." 


Vor allem müsse man die richtigen Schlüsse aus dem Spiel gegen Mainz ziehen: "Ich glaube schon, dass wir in Mainz am Anfang gemerkt haben, dass der Gegner sehr verunsichert ist. Aus den Chancen, die sie uns auf dem Tablett serviert haben, müssen wir mehr Profit schlagen. Diese Unsicherheit muss man in solchen Momenten idealerweise ausnutzen und für einen positiven Spielverlauf sorgen."

4. Die Mentalität der Mannschaft

Die Vielzahl an Gegentoren in den vergangenen Partien erklärte er derweil vor allem mit der Mentalität seiner Mannschaft. Neben Standardsituationen, bei denen es "auch eine Frage der Haltung, wie man verteidigt" sei, hätten seine Spieler vor allem in der Rückwärtsbewegung ein paar Körner gelassen: "Insgesamt ist die Anzahl der Torschüsse, die wir zugelassen haben, extrem nach oben gegangen. Das hat sicherlich auch mit der Bereitschaft, die Wege nach hinten zu gehen, zu tun gehabt. Sobald ein Gegentreffer gefallen ist, wurde die Bereitschaft immer weniger. Darin haben wir die größten Defizite, da gehört viel Wille dazu."


Besonders die Unterschiede zwischen der Europa League und dem Tagesgeschäft der Bundesliga seien ihm dabei uns Auge gefallen: "In der Europa League fiel uns das viel einfacher als in der Liga, es sei denn, du hast einen Gegner wie Bayern. Da gehst du die Wege automatisch." Insgesamt sei nach dem Ausscheiden im Viertelfinale gegen Marseille "bei dem einen oder anderen Spieler ein Bruch entstanden. Ab dem Moment war eine gewisse Leere da, die du einfach so nicht mehr raus bekommst."

5. Das letzte Heimspiel des Jahres

Im letzten Auftritt vor heimischer Kulisse wolle man sich für ein Jahr verabschieden, "das mit sehr vielen Höhen aber auch nicht ganz so schönen Momenten gespickt war, was uns sehr zusammengeschweißt hat." Dabei gebühre den Fans nach Ansicht von Hasenhüttl ein großes Lob: "Sie haben uns auf eine Art und Weise begleitet, die dafür gesorgt hat, dass wir es leichter hatten, durch das eine oder andere Tal durchzuschreiten. Dafür gilt es, sich alles abzuverlangen um sich mit einer ordentlichen Leistung zu verabschieden. Ich wünsche mir, 

dass wir in dem Jahr zusammen noch etwas zu feiern haben. Dass das möglich ist, wissen wir."


Insgesamt sei der erste Sieg nach einer längeren Talfahrt "der schwerste. Den zu holen, wird eine riesen Energieleistung brauchen, der müssen wir uns stellen." Helfen sollen dabei die Anhänger in der Red Bull Arena: "Wir werden gemeinsam mit den Zuschauern versuchen, diesen einen Sieg hier zu holen. Dafür werden wir bis zur letzten Minute alles tun."