​Die Verantwortlichen des Hamburger SV haben mit der Ernennung von Christian Titz zum Interimstrainer eine sehr gute Wahl getroffen. Der 47-Jährige hat es geschafft, das Ruder herumzureißen und dem Bundesliga-Dino wieder Leben eingehaucht. Nach dem 3:1-Auswärtssieg in Wolfsburg ist der Relegationsplatz in greifbarer Nähe. Ein wichtiger Baustein des jüngsten Erfolgs ist Lewis Holtby, der unter seinem ehemaligen Personal Trainer auf eindrucksvolle Art und Weise zu alter Stärke zurückfand. 


Mitte März trat Titz die Nachfolge von Bernd Hollerbach an, der nach nur sieben Spieltagen seine Koffer packen musste. Titz traf einige riskante Personalentscheidungen und beorderte neben Matti Steinmann (HSV II) auch den von Hollerbach aussortierten Holtby in die Anfangsformation. Der 47-Jährige betreute den Mittelfeldspieler einst als Personal Trainer. "Ich kenne ihn schon seit Jahren, er ist ein Spieler mit einer hohen Qualität", erklärte der Übungsleiter im Interview mit dem kicker. "Es ging darum, diese wieder freizulegen." 

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Lewis Holtby bejubelt seinen Treffer gegen den VfL Wolfsburg


Unter Titz ist Holtby im zentralen Mittelfeld gesetzt. Das Vertrauen zahlte der Ex-Schalker bislang mit starken Auftritten zurück. Der 27-Jährige geht als Führungsspieler voran und strahlt viel Torgefahr aus. In den letzten sechs Bundesliga-Partien war der Linksfuß viermal erfolgreich und hatte dadurch großen Anteil an der jüngsten Erfolgsserie. Drei der letzten vier Ligaspiele entschied der HSV für sich. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nur noch zwei Punkte. 

Im Interview erklärte Titz, worauf es im Umgang mit Holtby ankommt. "Lewis ist ein sehr starker Kopfmensch, ihn muss man auch mal in den Arm nehmen, ihm Mut machen“, betonte der 47-Jährige. "Nur dann kann er von einem Tag auf den anderen für eine Mannschaft wertvoll sein." Der​ Mittelfeldspieler selbst ist felsenfest vom Klassenerhalt überzeugt. "Ich glaube zu hundert Prozent an die Rettung", wurde der dreifache Nationalspieler vor wenige Tagen von der Sport Bild zitiert.