​Niko Kovac wird seinen Posten als Cheftrainer von Eintracht Frankfurt am Saisonende räumen und sich dem FC Bayern München anschließen, wo er den endgültig in den Ruhestand gehenden Jupp Heynckes beerbt. Nachdem sowohl der Kroate als auch die Bayern zuletzt für ihr Verhalten und den Ablauf des Transfers heftig in die Kritik geraten waren, äußerte sich nun SGE-Präsident Peter Fischer zum Abgang des ehemaligen Bayern-Profis.


Wie der Präsident der Frankfurter Eintracht im Radio-Interview bei Mensch, Otto! erklärte, seien nur wenige Stunden, nachdem die SGE vom Abgang ihres Trainer erfuhr, erste Meldungen in den Medien verbreitet worden. In der Folge beschrieb Fischer den Ablauf des Wechsels noch einmal ganz genau.

FC Bayern Muenchen v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

Gegenwart und Zukunft: Jupp Heynckes (l.) und sein Nachfolger Niko Kovac



Demnach soll sich Niko Kovac am 12. April gegen 18 Uhr an Sportdirektor Fredi Bobic gewandt haben, um ihm von seinen Abschiedsgedanken zu berichten. Nur wenige Stunden später hatte die BILD davon aus bislang unbekannter Quelle Wind bekommen und meldete den Deal mit den Bayern als perfekt. "Niko wusste, dass er einer von mehreren gehandelten Namen ist und eine Option für Bayern München. Ob er so auch so richtig dran geglaubt hat, dass er in der Mühle dieser drei, vier Kandidaten ist? Die Rahmenbedingungen bei Bayern sind jedenfalls einfach. Bei Bayern München musst du nicht über den Vertrag verhandeln. Da gibt es drei Zahlen, So lange läuft er. Das verdienst du. Und den bekommst du als Co-Trainer", erklärte Fischer. Er selbst habe in einem italienischen Restaurant gesessen, als er gegen 19:15 Uhr den Anruf von Bobic bekam. Wenige Minuten sei dann schon ein Kellner zu ihm gekommen und sagte, dass der Wechsel gerade durch die Medien gehe. "Auf einmal hatte ich tausend Anrufe auf meinem Handy."


Wer die Infos letztendlich an die Öffentlichkeit gegeben hat, ist nach wie vor nicht bekannt. Für den 62-Jährigen ist jedoch klar: "Wir hatten das geringste Interesse daran, in der entscheidenden Woche so etwas zu bringen. Wir haben ein Stück weit erfahren, es kommt hier aus der Ecke." Gemeint ist München. "Da gibt es einen Manager, da gibt es vielleicht einen Anwalt, da gibt es einen guten oder besten Freund oder einen Halbfreund. Und irgendwo rutscht was raus." 

1. FSV Mainz 05 v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

SGE-Präsident Fischer macht den Bayern keinen Vorwurf für den Ablauf des Kovac-Deals



Für den Präsidenten der Hessen sei der Wechsel insgesamt zwar ein "vollkommen normales Geschäft" gewesen, dennoch sei die Luft in Frankfurt "immer noch ein bisschen dicker." Einen Vorwurf macht er den Bayern allerdings nicht, wie er abschließend ausdrücklich betonte. "Null Komma null Vorwurf von mir an Bayern, wirklich Null Komma null. Von der Logik her ist nur klar: Eintracht und unser Umfeld hatte da null Interesse dran. Dann ist es in der Kommunikation ein bisschen verrutscht. Punkt."