Bei Eintracht Frankfurt ist Kevin-Prince Boateng eine feste Säule. Der 31-Jährige überzeugt im zentralen Mittelfeld nicht nur als Führungsspieler, sondern auch durch gute Leistungen. Vor dem letzten Heimspiel des Jahres vermied Boateng plötzlich ein Treuebekenntnis, doch Sportdirektor Bruno Hübner sieht darin offenbar kein Problem.


Allgemein wird Kevin-Prince Boateng als schwierige Persönlichkeit dargestellt, doch besonders Sportvorstand Fredi Bobic sowie Trainer Niko Kovac glaubten von Anfang an daran, dass eine Verpflichtung des 31-Jährigen die Mannschaft stärken könnte. Dabei seien zunächst einige irritiert über den Transferplan gewesen, wie Bobic im März in der ZDF-Sendung "Das Aktuelle Sportstudio" erklärte: "Im Juni habe ich dem Aufsichtsrat die Spieler vorgestellt, die ich gerne holen möchte. Ich glaube, die haben gedacht, ich mache einen Spaß, als ich die Folie mit Kevin-Prince Boateng an die Wand geworfen habe. Dann haben sie mich angeschaut: 'Das kann nicht sein.'"


Zwar habe es Bedenken bezüglich des Gesundheitszustandes oder Charakters des Spielers gegeben, doch Bobic und Kovac erinnerten sich an die Zeit zurück, als beide mit Boateng bei Hertha BSC Berlin auf dem Platz standen: "Er ist kein Pflegefall, sondern eine tolle Persönlichkeit. Auf seinen vorherigen Stationen, vor allem auf Schalke, ist er als schwierig hingestellt worden. Wenn du mit ihm klar umgehst, wird er dir das auch mit Leistung zurückgeben. Was wir von ihm erwartet haben, hat er zu 150 Prozent zurückgezahlt", führte Bobic fort.

Mit der Verpflichtung von Boateng sollte der Eintracht ein echter Coup gelingen. Der ehemalige ghanaische Nationalspieler stand in dieser Saison in allen Wettbewerben 33 Mal auf dem Platz, erzielte dabei sechs Tore und ist ein wichtiger Faktor innerhalb der Mannschaft, die meist aufgrund ihres Teamgeistes und ihrer Willensstärke glänzt, weshalb man bereits zum zweiten Mal in Folge in das DFB-Pokal-Finale einziehen konnte. Doch auf die Frage, welche Pläne er für die Zeit nach Niko Kovac, ​der definitiv bis zum Saisonende Trainer in Frankfurt bleiben wird, schmiedet, antwortete der 31-Jährige rätselhaft: "Ich denke nur an das Spiel am Samstag, alles andere darf mich jetzt nicht interessieren", so Boateng laut ​hessenschau.


Hübner: Transfer kein Thema


Er konzentriere sich nicht darauf, ob er bei der Eintracht bleibe oder nicht. "Ich bin Spieler von Eintracht Frankfurt und habe noch zwei Jahre Vertrag. Warum soll ich mich auf irgendwas anderes konzentrieren? Ich sehe das Spiel am Samstag, das habe ich im Kopf. Alles andere darf mich nicht beschäftigen", so Boateng weiter.

Eintracht Frankfurt v Sport-Club Freiburg - Bundesliga

                      Bruno Hübner (l.) rechnet nicht mit dem Verlust von Boateng


Sportdirektor Bruno Hübner befürchtet einen vorzeitigen Abgang allerdings nicht: "Niko hat ihn ja nicht alleine nach Frankfurt geholt. Prince hat früher ja auch mit Fredi Bobic zusammengespielt. Ich glaube jedenfalls nicht, dass Niko ihn mit nach München nimmt. Er wird bei uns bleiben", sagte der 57-Jährige in einem Interview mit ​OP-Online


Der Vertrag des Mittelfeldspielers läuft noch bis Sommer 2020. Demnach müssten potentielle Interessenten eine wohl angemessene Summe für Boateng bieten, der im Sommer ablösefrei von Las Palmas nach Deutschland zurückkehrte und zu Eintracht Frankfurt wechselte.