Das Tischtuch zwischen dem FC Schalke 04 und seinem Eigengewächs Max Meyer ist zerrissen. Einen nicht unerheblichen Anteil scheint Meyers Berater Roger Wittmann dabei zu spielen. Dieser trägt mit den Schalker Verantwortlichen ein Machtspiel aus, welches nicht nur ihm, sondern auch seinem Klienten Max Meyer zu schadet. ​Das Eigengewächs wurde bereits vom Training und Spielbetrieb der Profis freigestellt. 


Sicher ist, dass Max Meyer in dieser Saison kein Spiel mehr für die Schalker Elf, welche unter Domenico Tedesco eine beachtliche Saison spielt, bestreiten wird. Auch eine Zusammenarbeit über die Saison hinaus scheint nach aktuellem Stand utopisch. Die Forderungen, welche Meyer und Wittmann in den Verhandlungen an den neuen Vertrag gekoppelt hatten, konnte und wollte die Vereinsseite,​ v.a. in Form von Christian Heidel, nicht erfüllen. Die Frage, die zwangsläufig aufkommt, wenn man Meyers Entwicklung zu einem talentierten Sechser im Schalker Mittelfeld in Betracht zieht ist, warum gehen die Schalker nicht mit einem höheren Angebot an ihren in der Knappenschmiede eigens ausgebildeten Spieler heran, nachdem man Leon Goretzka schon ablösefrei an den FC Bayern München abgeben muss.

 

Die Antwort des Vereins ist plausibel. Man sieht Meyer auf Schalke als überaus talentierten, sehr guten Bundesligaspieler und hätte mit ihm zu Bezügen von kolportierten 5,5 Millionen Euro  Jahresgehalt gerne verlängert. Diese  Summe reichte dem Gespann Meyer/Wittmann nicht aus. Wittmann teilte Heidel mit, dass eine Verlängerung nur in Frage käme, wenn man Meyer bei Schalke ebenfalls als Weltklasse- und Nationalspieler, welcher bei sämtlichen Topmannschaften in Europa auf dem Zettel steht, sieht. Schalke passte daraufhin das Angebot nicht nach oben an. Schätzt Schalke Meyers Fähigkeiten korrekt ein - oder verliert der Verein ein weiteres europäisches Toptalent, einst mit der Fritz-Walter-Medaille in Silber ausgezeichnet, ablösefrei?



Betrachtet man die fortlaufende Entwicklung des Zwists, scheint der FC Schalke 04 die richtige Entscheidung getroffen zu haben, denn Meyer hatte laut eigener Aussage gegenüber Trainer Tedesco bereits nach der Niederlage gegen den HSV "mit Schalke 04 abgeschlossen". Doch woher kommt der Frust Meyers? Möglicherweise sind die Angebote von den Topvereinen Europas ausgeblieben, denn aktuell wird er mit der TSG Hoffenheim, statt dem FC Barcelona in Verbindung gebracht. 


Auch die Chancen auf eine WM-Teilnahme, welche im Saisonerlauf schon nicht sehr aussichtsreich waren, tangieren aktuell den Nullpunkt. Es scheint, als hätte sich Max Meyer überschätzt und im Vertragspoker verzockt. Den Frust darüber lässt er nun an seinem Ausbildungsverein, der ihm zur Profikarriere verhalf, aus. Ob dieser Weg der richtige ist, wird sich zeigen, wenn der Verein feststeht, bei dem Meyer ein neues Arbeitspapier unterzeichen wird. 


Alles in allem hält sich der Verlust für den FC Schalke 04 in Grenzen, da man im Mittelfeldzentrum u.a. mit Nabil Bentaleb, Weston McKennie sowie einer wahrscheinlichen Neuverpflichtung im Sommer aussichtsreich und nachhaltig besetzt ist. Wie die Auseinanderstzung zwischen Verein und Spieler auf medialer Ebene in den nächsten Tagen weitergeht, bleibt mit Spannung zu verfolgen.