​Als Manuel Akanji im Winter für 21 Millionen Euro vom FC Basel verpflichtet wurde, sollte der Schweizer eigentlich als Verstärkung für die Innenverteidigung von Borussia Dortmund agieren. Aktuell aber glänzt der Abwehr-Allrounder als Linksverteidiger. Eine Situation, die aus der Not geboren wurde, nun aber die Zukunft der Borussia prägen könnte.


"Wie Manuel Akanji links gespielt hat, das war schon überragend", lobte BVB-Sportdirektor Michael Zorc nach dem 1:1 in Bremen gegenüber Der Westen. Wie bereits beim 4:0-Sieg über Leverkusen brillierte Akanji auf der linken Abwehrseite. Dabei rutschte der etatmäßige Innenverteidiger lediglich aufgrund der Formkrise von Marcel Schmelzer auf die Außenposition. Eine Idee von Peter Stöger, die durchaus Früchte trug.

Beinahe die komplette Saison besaß Kapitän Schmelzer auf der linken Seite Narrenfreiheit. Ein schwaches Spiel des ehemaligen Nationalspielers folgte aufs nächste. Doch Schmelzer wurde Woche für Woche aufgestellt. Wieso? Weil Back-Up Raphael Guerreiro beinahe die komplette Spielzeit verletzt passen musste und C-Lösung Jeremy Toljan in Dortmund einfach noch keinen Fuß auf den Boden bekommt.

Mit Winter-Neuzugang Akanji aber, bot sich für Trainer Stöger eine weitere Option. "Er kann auch Außenverteidiger spielen", erklärte Stöger kurz nach dem Transfer des 22-Jährigen, ohne wirklich in Betracht zu ziehen, den schweizerischen Nationalspieler tatsächlich auf die Außen zu stellen. Nach der Derbyniederlage, die durch einen Fehler von Marcel Schmelzer eingeleitet wurde, musste der Österreicher aber reagieren und setzte Akanji anstelle Schmelzers auf die Linksverteidigerposition. Mit Erfolg.

Akanji mischt offensiv gut mit, schlägt tolle Pässe, behauptet Bälle und ist stets eine sichere Anspielstation. Während Schmelzer offensiv oft wie ein Fremdkörper wirkte, scheint Akanji das Vertrauen seiner Mitspieler zu genießen. Doch auch defensiv brilliert der Ex-Baseler und lässt - mit einigen Ausnahmen - kaum einen Gegenspieler passieren. Die neue Stabilität auf der linken Seite tat dem BVB-Spiel ziemlich gut. Beinahe die gesamte Mannschaft scheint von dem Rollentausch beflügelt. Gegen Leverkusen zeigten die Schwarz-Gelben die beste Saisonleistung. Auch in Bremen erinnerte der BVB-Fußball - trotz des 1:1-Remis - teilweise an alte Zeiten.


Manuel Akanji hat seine Chance eindrucksvoll genutzt. Für Marcel Schmelzer, der in der kommenden Saison die Binde wohl an Marco Reus übergeben muss, dürfte es ungemein schwer werden, noch einmal in der ersten Elf Fuß zu fassen.