Vier Spiele, bevor die spanische La Liga ihre Pforten schließt und sich in die Sommerpause verabschiedet, krönte sich der FC Barcelona zum 25-mal zum Spanischen Meister. In seiner ersten Saison als Barça-Trainer lief für Ernesto Valverde nicht immer alles nach Plan – insbesondere das bittere Ausscheiden in der Champions League steht mit Fettstift in seinem Lebenslauf.


Lionel Messis Dreierpack beim 4:2-Auswärtssieg gegen Deportivo La Coruna bescherte dem FC Barcelona am vergangenen Wochenende ​den insgesamt 25. Meistertitel der Vereinsgeschichte. Wenige Tage zuvor sicherte sich die Blaugrana zudem die Copa del Rey. Man müsste meinen, für Ernesto Valverde läuft im seinen ersten Trainerjahr alles nach Plan – fast alles.


Es ist der 10. April 2018, den Valverde viele Barça-Sympathisanten wohl noch lange ankreiden werden. Das Rückspiel im Viertelfinale der Champions League verlor Barcelona mit 0:3 bei der AS Rom – und schied nach einem 4:1-Erfolg im Hinspiel trotzdem noch aus der Königsklasse aus. Seither soll vor allen Dingen die Stimmung zwischen der Klubführung und Valverde angeknackst sein.

Barcelona v Sevilla - Spanish Copa del Rey Final

Ernesto Valverde knabbert am Champions-League-Aus



Diese „Spannungen“, wie es die spanischen Sportgazetten bezeichnen, sollen schon im Sommer dazu führen, dass Valverde das Feld in Katalonien räumt. Der 54-Jährige denke sogar freiwillig über seinen Abschied aus Barcelona nach, war unlängst zu vernehmen. „Das ist schlichtweg falsch. Er hat noch zwei Jahre Vertrag und das hier ist sein Projekt. Wir sind sehr zufrieden mit ihm. Ich spreche regelmäßig mit ihm, aber darüber haben wir nicht gesprochen. Keiner auf Führungsebene zweifelt an Valverde“, kommentierte Barças Klubchef Josep María Bartomeu gegenüber Cadena SER.


Dass Valverde schon nach einem Jahr das Weite sucht, ist somit nahezu undenkbar. Das Verlangen, nach 2014/15 endlich zum fünften Mal den Henkelpott in der Hand halten zu können, ist freilich groß. Doch in der Champions League treffen nun mal die besten europäischen Vereine aufeinander, sodass auch die Katalanen in Topverfassung sein müssen, um größtmöglichen Erfolg zu haben. Der Erfolg in Spanien gibt Valverde jedoch Recht, sodass dem Fachmann trotz allem eine ordentliche erste Barça-Saison attestiert werden kann.