Beim Spiel gegen den VfB Stuttgart stellte Trainer Heiko Herrlich gleich auf sechs Postionen um. Am Ende erlebte die Werkself jedoch auch gegen die Schwaben ein Déjà-vu. Erneut ließen die Leverkusener zahlreiche Torchancen liegen und mussten am Ende eine ​bittere Heimniederlage hinnehmen. 


Mit der zweiten Niederlage in Folge ließ Bayer damit erneut eine wichtige Möglichkeit liegen, um sich im Kampf um die Champions-League-Plätze besser zu positionieren. Durch die Niederlage gegen den Aufsteiger rutschte man gar auf den fünften Platz ab und muss sich eventuell ​mit der Europa League zufrieden geben.

Dabei machte das Team von Heiko Herrlich auch gegen Stuttgart kein schlechtes Spiel, einzig im Abschluss kann man dem Team so einiges vorwerfen. Dies wird auch von den Statistiken von den Kollegen von optaFranz unterlegt, die angesichts des Chancenplus der Leverkusener von der unverdientesten Niederlage der Saison sprechen.


Ein schwacher Trost für den Cheftrainer, der nach der Partie doch etwas resigniert wirkte und den Anschein machte, dass er die Dinger am liebsten selbst machen würde, schließlich war er früher ein erfolgreicher Angreifer. Von der eigentlichen Qualität seiner Mannschaft war er dennoch auch nach dem Spiel überzeugt. "Die Siege gegen Frankfurt und Leipzig haben gezeigt, dass wir oben mithalten können. Wenn es am Ende nicht für die Champions League reichen sollte, dann lag es daran, dass wir diese Saison zu viele Chancen haben liegen gelassen", so der Fußballlehrer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Manchmal fehle seiner Mannschaft vor allem der Wille, dennoch dürfe man nicht vergessen, dass man in der Vorsaison noch phasenweise gegen den Abstieg gespielt habe. Eigentlich sei es zudem ein Zeichen von Qualität, sich gegen den so defensivstarken VfB derart viele Chancen zu erarbeiten. "In der Statistik stehen 24:4 Torschüsse für uns, der einzige Schuss auf unser Tor war drin. Wir haben uns zahlreiche Chancen erspielt, hatten einen Elfmeter – es waren genügend Möglichkeiten da, das Spiel zu entscheiden. Das haben wir leider nicht."


In der Offensive schenkte der 46-Jährige Lucas Alario, Kai Havertz und Kevin Volland das Vertrauen. Das Trio wurde zudem durch die offensiven Außen Karim Bellarabi und Leon Bailey unterstützt. Doch alle fünf, insbesondere Alario bei seinem verschossen Elfmeter, zeigten sich vor dem Kasten des zugegeben gut aufgelegten Ron-Robert Zieler nicht kaltschnäuzig genug. "Bis vor das Tor habe ich heute ein sehr gutes Spiel von meiner Mannschaft gesehen, nur bei den Abschlüssen nicht. Daran arbeiten wir schon die ganze Saison – aber es war jetzt nicht das erste Mal, dass wir heute dabei Probleme gehabt haben", so Herrlich.

Am kommenden Samstag wollen es die Leverkusener beim Auswärtsspiel in Bremen besser machen. Dabei treffen sie jedoch auf Torhüter Jiri Pavlenka, der zuletzt die Angreifer von Borussia Dortmund an den Rand des Wahnsinns brachte. Will die Werkself aber höchsten Ansprüchen genügen, muss sie diese Hürde überspringen.