​Am Dienstagabend will der FC Bayern München die 1:2-Hinspielniederlage ​gegen Real Madrid wettmachen und doch noch ins Champions-League-Finale einziehen. Dabei muss der deutsche Rekordmeister ohne den verletzen Abwehrboss ​Jerome Boateng auskommen. Sein Vertreter Niklas Süle sieht sich jedoch gut vorbereitet und will gegen die 'Königlichen' unter Beweis stellen, dass er auch dieser riesigen Aufgabe bereits gewachsen ist.


Der 22-Jährige war vor der Saison für 20 Millionen Euro von der TSG 1899 Hoffenheim an die Isar gewechselt und akklimatisierte sich überraschend schnell. Satte 38 Pflichtspieleinsätze sammelte der deutsche Nationalspieler bereits in dieser Saison und konnte dabei in den meisten Fällen überzeugen. Gegen Eintracht Frankfurt wurde er zunächst geschont, nach seiner Einwechslung gelang ihm aber sein zweiter Treffer in dieser Saison.


Morgen wartet jedoch freilich eine ganz andere Hausnummer auf den 1,95-Meter-Hünen. An mangelndem Selbstvertrauen leidet der gebürtige Frankfurter dabei mit Sicherheit jedoch nicht, sieht er sich doch mit seinen Mitspielern absolut auf Augenhöhe. "Ich weiß nicht, ob man überhaupt von einer Rangordnung sprechen kann. Ich habe in dieser Saison schon sehr viele Spiele gemacht und war beispielsweise auch in beiden Spielen gegen Paris Saint-Germain dabei", so der Deutsche gegenüber der Abendzeitung


Laut der Welt sei der Innenverteidiger vor seinem ersten Champions-League-Spiel in dieser Saison gegen den RSC Anderlecht zwar noch nervös gewesen, mittlerweile habe er sich aber auch an die Königsklasse gewöhnt. "Solche Spiele wie gegen Real bringen einen jungen Spieler weiter. Ich hoffe, dass ich meinen Teil beitragen kann, damit wir ins Endspiel einziehen. Bayern hat mich geholt, damit ich helfen kann. Und für solche Momente bin ich jetzt auch da", wird Süle zitiert. Im Hinspiel gegen die Madrilenen habe man bereits gezeigt, dass man sich vor den Spaniern "nicht verstecken" müsse, schließlich habe er selten zuvor ein "so schwaches Real Madrid" gesehen.

Beim Hinspiel war auch von Weltfußballer Cristiano Ronaldo wenig zu sehen. Dass dies auch ohne Boateng der Fall sein kann, will sein Vertreter nun unbedingt unter Beweis stellen - auch wenn Süle weiß. dass diese Aufgabe nur im Kollektiv zu bewältigen ist: "Ronaldo hat eine enorme Körpersprache. Wir müssen kompakt stehen und wenn möglich zwei Tore schießen."


Durch eine starke Leistung gegen die Königlichen könnte der Abwehrspieler auch ein deutliches Zeichen in Richtung Bundestrainer Joachim Löw schicken. Ob Jerome Boateng bis zur Weltmeisterschaft rechtzeitig zurückkehren kann, steht noch in den Sternen und Süle hätte wohl wenig dagegen, auch in der Nationalelf in der Startformation zu stehen.