Der VfL Wolfsburg steckt immer tiefer in der Krise. Nach der 1:3-Heimniederlage im direkten Duell gegen den Hamburger SV beträgt der Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze nur noch zwei Punkte, bei einem Punktgewinn des FSV Mainz 05 gegen RB Leipzig würde man gar auf den Relegationsplatz abrutschen. Nach der Partie stand Maximilian Arnold dem kicker Rede und Antwort und richtete noch einmal einen Appell an die gesamte Mannschaft.


Viel hatte man sich in Wolfsburg vor dem Spiel gegen den Hamburger SV vorgenommen, doch im Endeffekte erfolgte die erneute Enttäuschung für den einstigen Meister von 2009 und Pokalsieger von 2015. Nach einem Doppelschlag kurz vor der Halbzeitpause geriet die Mannschaft von Bruno Labbadia mit 0:2 in Rückstand, der Anschlusstreffer von Josip Breckalo half aufgrund des dritten Hamburger Tores in der Nachspielzeit relativ wenig.


Dass es an der richtigen Einstellung mangelte, verneinte Eigengewächs Maximilian Arnold jedoch im Interview mit dem kicker und sprach lieber über die Gegentore durch Bobby Wood und Lewis Holtby (43., 45.): "Nein. Aber wir hatten kurz vor der Halbzeit zwei Situationen, in denen wir unachtsam waren. Da haben wir uns selbst das Genick gebrochen."

VfL Wolfsburg v Hamburger SV - Bundesliga

     Nach der sechsten Niederlage aus den letzten zehn Spielen taumelt der VfL Wolfsburg                                                   den Abstiegsrängen entgegen


Labbadia hingegen analysierte die Partie nüchtern: "Im ersten Abschnitt lagen zu Beginn die Chancen bei uns. Wir hatten gute Balleroberungen dabei, aber was uns gefehlt hat und was insbesondere der HSV besser gemacht hat, waren vor allem die Ergebnisse aus den Möglichkeiten. Wir haben aus den Ballgewinnen einfach zu wenig gemacht." Die zwei Tore des HSV hätten "brutal wehgetan. Besonders das 2:0 war unnötig, weil wir in Ballbesitz waren und das Spielgerät dann herschenken. Im zweiten Abschnitt sind wir höheres Risiko gegangen, aber der Mut im Eins-gegen-Eins hat gefehlt", so der Trainer auf der ​vereinseigenen Website.


Arnold versteht Fan-Wut: "Müssen uns den Arsch aufreißen"


Die Wut der Fans konnte Arnold verstehen, doch bei einer Diskussion habe man sich darum bemüht, die Wogen hinsichtlich des Saisonfinales zu glätten: "Ich kann das alles nachvollziehen, klar. Aber wir haben versucht, die Emotionen etwas abzukühlen und zu vermitteln, dass wir alle brauchen. Wenn wir uns selbst zerfleischen, haben wir keine Chance", so der Appell für Geschlossenheit.

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         Die Anhänger des VfL brachten nach der Partie ihren Unmut zum Ausdruck


Der geschmolzene Vorsprung ändere derweil "gar nichts" an der Gesamtsituation. "Es ist so oder so eine Scheiß-Situation. Das wäre es auch noch gewesen, wenn wir gewonnen hätten", sagte Arnold deutlich. Allerdings wirkte auch er im Nachhinein etwas ratlos: "Was soll ich jetzt sagen? Dass ich nicht mehr dran glaube? Jeder hat das Spiel gesehen. Wenn jetzt nicht alle Alarmglocken läuten, dann weiß ich auch nicht. Wir müssen uns jetzt eben verdammt noch mal den Arsch aufreißen."


Auch die angekündigte ​Entlassung von Sportdirektor Olaf Rebbe habe sein Übriges getan: "Das ist keine Ausrede - aber hilfreich ist es nicht." Derzeit sind Punkte die einzige Sache, die den angeschlagenen Wölfen helfen, doch im Restprogramm warten mit RB Leipzig und dem bereits abgestiegenen 1. FC Köln zwei Gegner, gegen die es aller Voraussicht nach schwer wird, die benötigten Punkte zu erzielen.