​Der Hamburger SV lebt wieder - dank Christian Titz. Der 47-Jährige hauchte der verunsicherten Mannschaft in den vergangenen Wochen neues Leben ein und verkürzte den Rückstand auf das rettende Ufer innerhalb weniger Wochen von sieben auf zwei Punkte. Dass er im Falle des Klassenerhalts weiterhin mit der Mannschaft arbeiten dürfte gilt als sicher, während bei einem möglichen Abstieg zuletzt darüber spekuliert wurde, ob man ​ohne Titz in die zweite Liga gehen würde. Er selbst fühlt sich in Hamburg "sehr wohl" und erklärte im 'Aktuellen Sportstudio', dass er auch in der zweiten Liga beim HSV an der Seitenlinie stehen will.


Bislang galt Christian Titz nur als Interimstrainer bis Saisonende, doch die klar ansteigende Tendenz unter der Leitung des ehemaligen Übungsleiters der U-21 ist klar erkennbar. In sechs Spielen unter seiner Ägide feierte der Hamburger SV drei Siege, allesamt in den vergangenen vier Partien. Zuvor war der 'Bundesliga-Dino' in der Rückrunde noch sieglos, der letzte gelang am 13. Spieltag gegen 1899 Hoffenheim. Ohnehin standen die Hanseaten nach der Entlassung von Bernd Hollerbach lediglich bei vier Siegen, nun sind es immerhin sieben.


Somit konnte der 47-Jährige die Anzahl an Siegen innerhalb weniger Wochen fast verdoppeln, was auch mit seiner Spielweise zusammenhängt. ​Der HSV spielt wieder Fußball, sucht den Weg in die Offensive und besticht dort durch quirlige Spieler wie Tatsuya Ito oder dem wiederauferstandenen ​Lewis Holtby, der Woche für Woche das steigernde Selbstvertrauen der Mannschaft wie kein zweiter verkörpert.

Hamburger SV v Sport-Club Freiburg - Bundesliga

              Dank Christian Titz ist der Hamburger SV derzeit wieder voll auf Kurs


Dabei habe Titz zunächst einige Zeit überlegen müssen, ob er die erste Mannschaft übernehmen wolle, wie er im 'Aktuellen Sportstudio' des Senders ZDF verriet: "Er (Bernhard Peters, Sportdirektor HSV, d. Red.) kam auf die Idee, ob wir das nicht machen möchten - meine Person, gemeinsam mit meinem Trainerstab aus der U-21. Dann liest du die Tabelle und siehst, dass von den letzten 24 Spielen nur zwei gewonnen wurden. Das ist eine klare Tendenz eines Absteigers, da gehst du erst einmal eine Nacht drüber schlafen."


In der Folge habe er mit einigen Vertrauten über das Angebot gesprochen und die Mannschaft aus der Nähe betrachtet, was wiederum den entscheidenden Ausschlag gegeben habe: "Als ich den nächsten Morgen aufgewacht bin, habe ich mir die einzelnen Spieler angesehen und gedacht: Das machen wir jetzt!"


Zukunft weiter offen - Titz würde gerne bleiben


Es sei vor allem "der Ehrgeiz, aus dem Unmöglichen das Mögliche zu machen" sowie die einmalige Chance, in der Fußball-Bundesliga anzuheuern, weswegen sich Titz für die 'Mission Klassenerhalt' entschied. Sein bisheriges Erfolgsgeheimnis liegt offenbar darin, dass er mehr verkörpern wollte, als nur den Trainer, mit dem der erste Abstieg der Vereinsgeschichte besiegelt werden könnte: "Es gibt durchaus Chancen im Fußball. Es ist mit dem Rückstand, den wir hatten, eigentlich ein Wunder. Aber wenn du es machst und willst, dass deine Mannschaft mit dir den Weg geht, dann musst du auch davon überzeugt sein - und das funktioniert auch nur, wenn sie das Gefühl haben: Da steht jemand vor uns, der es auch ernsthaft meint."


Seine Zukunft ist derweil noch immer offen, da man sich zunächst auf die restlichen Aufgaben in der Bundesliga konzentrieren wolle. Dennoch ist Titz gewillt, weiterhin beim HSV zu arbeiten - egal in welcher Liga: "Ich wäre nicht abgeneigt, das kann ich sagen. Ich fühle mich in Hamburg sehr wohl und mir gefällt es in diesem Verein sehr gut. Aber wir haben ein klares Agreement und das lautet, dass ich bis zum Saisonende einen Vertrag habe für die Bundesliga-Mannschaft." 


Nach der Saison werde man dann "schauen, wie es weitergeht", da man dann die nötige Klarheit bezüglich der sportlichen Zukunft des Vereins besitze. Doch wenn es nicht nur nach Titz selber, sondern auch nach der Mannschaft und den Fans geht, würde der 47-Jährige weiterhin im Amt bleiben.