Stefan Kießling spielt seit mehr als einem Jahrzehnt für Bayer 04 Leverkusen und wird nach Saisonende seine Karriere im Trikot der 'Werkself' beenden. Wie er in einem Interview mit der Welt verriet, hätte er Leverkusen dennoch für eine stattliche Summe verlassen können - doch sowohl der Spieler als auch der Verein waren nie an einem Transfer interessiert.


In Leverkusen ist Stefan Kießling eine Ikone. Der mittlerweile 34 Jahre alte Stürmer wechselte im Sommer 2006 für rund 6,5 Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg zu Bayer 04 Leverkusen und bestritt seither insgesamt 442 Pflichtspiele für die 'Werkself', in denen er 162 Tore erzielte und 75 Torvorlagen gab.


Besonders durch seine Leistungen in der Bundesliga rückte Kießling, der in der Saison 2012/13 mit 25 Treffern Torschützenkönig wurde und anschließend die Torjägerkanone verliehen bekam, in den Fokus anderer Vereine. An einen Wechsel habe er jedoch nie gedacht, wie er im Interview mit der Welt offenbarte: "Ich habe meinem Berater erklärt, dass er nie zu mir kommen und mir von Angeboten erzählen braucht. Egal, welcher Klub anfragt. Das hat mich nicht interessiert", so Kießling. 

Bayer 04 Leverkusen v Hannover 96 - Bundesliga

                   Dachte nie daran, Leverkusen zu verlassen: Stefan Kießling



Falls es zwischen ihm und Bayer "mal nicht mehr passen sollte", würde er auf seinen Berater, Ali Bulut, zurückkommen. Doch wie er bereits im März in einem Interview mit dem ​11Freunde - Magazin erzählte, habe es vor einigen Jahren ein finanziell lukratives Angebot aus Russland gegeben: "2010 kommt Rudi Völler auf mich zu und fragt: 'Hat der Ali (Bulut, d. Red.) schon mit dir gesprochen?'" Kießling habe die Frage verneint, allerdings nicht gewusst, welches Anliegen Völler hatte. "Darauf sagt Rudi: 'Wir haben abgeblockt. Du brauchst dir gar nicht erst Gedanken zu machen.'", führte er fort.


Wie sich später herausstellen sollte, kam die Offerte von Rubin Kazan, das in den Jahren 2008 und 2009 Russischer Meister wurde. "Die wollten 25 Millionen Euro für mich zahlen. Da dachte ich kurz: 25 Millionen Euro? Für mich? Gar nicht so schlecht! Und damit war das Ding gegessen", sagte der Angreifer nüchtern. Schlussendlich habe sich dieses Angebot als wahr herausgestellt: "Ich bin dann noch auf meinen Berater zu und habe gefragt, ob das denn stimmt. Er bejahte das, meinte aber auch gleich, dass Rudi abgewinkt hätte."


Seine Entscheidung für einen Verbleib in Leverkusen begründete er damit, wie wohl er sich in seiner Zeit bei Bayer gefühlt habe: "Natürlich schmeicheln dir diese Geschichten. Da gibt es Vereine, die sehr viel Geld für dich ausgeben wollen und zu denen du problemlos hingehen könntest. Aber ich habe mich in Leverkusen immer pudelwohl gefühlt, hatte Erfolg und darüber hinaus ja auch hier kein schlechtes Geld verdient. Mir ging es nie darum, zwangsläufig möglichst viel Kohle zu machen."