MARSEILLE, FRANCE - APRIL 12:  RB Leipzig head coach Ralph Hasenhuttl looks on during the UEFA Europa League quarter final leg two match between Olympique Marseille and RB Leipzig at Stade Velodrome on April 12, 2018 in Marseille, France.  (Photo by Valerio Pennicino/Bongarts/Getty Images)

Pressekonferenz vor Mainz: Die wichtigsten Aussagen von Ralph Hasenhüttl

Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) trifft RB Leipzig auf den FSV Mainz 05. Die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl steckt nach nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen mitten im Kampf um den sechsten Tabellenplatz, der immerhin die Teilnahme an den Qualifikationsspielen für die Europa League bedeuten würde. 


Aufgrund der tabellarischen Situation für die Mainzer, die derzeit den 15. Tabellenplatz belegen und am Wochenende auf den Relegationsplatz abrutschen könnten, sind für beide Mannschaften Punkte Pflicht. Dessen ist sich Hasenhüttl, der mit dem Saisonverlauf dennoch zufrieden ist, bewusst. Auf der Pressekonferenz sprach der Österreicher über...

1. Das Personal-Update

Neben den langzeitverletzten Akteuren wie Marcel Halstenberg, Konrad Laimer und Marcel Sabitzer sei lediglich ein Einsatz von Naby Keita fraglich. Der zentrale Mittelfeldspieler habe nach einem "Schlag am Oberschenkel" Schmerzen, ein Einsatz ist nach Ansicht von Ralph Hasenhüttl derzeit noch ungewiss. 


Des Weiteren beklagt der 50-Jährige den Ausfall von Emil Forsberg, der nach seiner roten Karte im Spiel gegen 1899 Hoffenheim für drei Spiele gesperrt wurde. Wer am Sonntag im offensiven Mittelfeld agieren wird, sei daher noch offen: "Es hängt von Nabys körperlichem Zustand ab. Kevin (Kampl, d. Red.) kann auch auf der 'zehn' spielen. Ansonsten ist es möglich, dass Ademola Lookman auf der Position spielt."

2. Die Aufarbeitung der Niederlage gegen 1899 Hoffenheim

In der laufenden Woche habe man einige Dinge aufgearbeitet, die "uns nicht gefallen haben", so Hasenhüttl. "Klar war, dass viele Dinge nicht so funktioniert haben, wie wir uns das vorgestellt haben. Viele Tore resultierten aus individuellen Fehlern", führte er fort.


Allerdings konzentriere man sich auf die kommenden Wochen in der Bundesliga: "Wir haben den Fokus nach vorne gerichtet und haben die Woche dafür genutzt, um an ein paar Basics zu arbeiten. Es gab die ein oder andere Zweikampf-Schulung, das hat ein paar blaue Flecken mit sich gebracht. Das hat allen Spielern gut getan, das sind definitiv Dinge, die uns im letzten Spiel auch gefehlt haben."


Insgesamt sei es "eine sehr angenehme Trainingswoche" gewesen. "Wir sind dankbar dafür, dass wir diese Woche kein Spiel hatten und gut arbeiten konnten. Ich glaube, dass wir am Sonntag eine Reaktion auf die letzten Ergebnisse zeigen werden", gibt sich Hasenhüttl selbstbewusst. 

3. Das anstehende Spiel gegen Mainz 05

Dem kommenden Gegner aus Mainz zollte der Österreicher Respekt: "Es ist ein Verein, der eine tolle Entwicklung genommen und sich zurecht in der Bundesliga etabliert hat, der aus

seinen Möglichkeiten das Maximale macht." 


Gegen die Mannschaft von Sandro Schwarz bestritt Hasenhüttl in den Diensten des FC Ingolstadt sein erstes Bundesligaspiel als Trainer, am Sonntag feiert er seine insgesamt 100. Partie an der Seitenlinie - erneut gegen die Mainzer. Hasenhüttl: "Ich habe immer gerne gegen Mainz gespielt. Ich hätte es gerne, wenn sie noch ein bisschen in der Bundesliga bleiben."


Allerdings erwartet er eine schwierige Partie: "Wir können am Sonntag keine Rücksicht nehmen, da wir selber Punkte brauchen, um uns für das internationale Geschäft 

zu qualifizieren. Deswegen wird es wahrscheinlich wie vor einem Jahr werden. Wir müssen versuchen, Standards und ihre Tiefgänge in die Nahtstelle gut zu verteidigen." Zudem wolle man in der Offensive wieder effizienter auftreten: "Wir hatten gegen Hoffenheim super Umschaltsituationen und machen das Tor nicht, in Bremen genauso. Ich glaube, dass in den letzten Spielen ein paar Prozent gefehlt haben. Diese Kaltschnäuzigkeit brauchen wir 

auf alle Fälle. Dann wird es auch darauf ankommen, diesen Kampf anzunehmen."

4. Seine Sicht auf die laufende Saison

Nach der starken Premieren-Saison, an deren Ende RB Leipzig die Vizemeisterschaft feiern konnte, verlief die aktuelle Spielzeit ein wenig wechselhafter. Für Hasenhüttl sei es jedoch "ein ganz wichtiges Jahr" gewesen, welches seinen Höhepunkt im internationalen Wettbewerb erreicht habe: "Die Rückrunde mit den Europa League K.O.-Spielen war etwas faszinierendes. Wo wir gespielt haben, gegen welche Mannschaften wir aufgelaufen sind, wie wir uns da verkauft haben - da muss ich sagen, es war eine sehr tolle Zeit."


In den vergangenen drei Spielen sammelten die Leipziger nur einen Punkt und kassierten gegen Leverkusen, Bremen und Hoffenheim zehn Gegentore. Daher gehe es in den letzten Spielen darum, dass man die Saison "positiv" beende. "Dafür brauchen wir drei tolle Ergebnisse und vor allem wieder die Körpersprache die uns auszeichnet, für die wir stehen", mahnte Hasenhüttl.


Nichtsdestotrotz sei es insgesamt eine gute Performance gewesen, so der Trainer: "Wir haben in diesem Jahr viel geleistet, das sollen sich die Jungs auch immer wieder in Erinnerung rufen. Es gab gute Phasen, es gab aber auch Phasen, in denen nicht viel gegangen ist. Ich glaube schon, dass wir insgesamt eine gute Entwicklung genommen haben. Deswegen wäre es wichtig, dass wir die Saison gut beenden. Wir haben keine einfache Saison hinter uns, trotzdem war es eine wichtige in unserer Entwicklung."

5. Seine persönliche Zukunft

Nachdem Ralf Rangnick nach der 2:5-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim ankündigte, jegliche Vertragsgespräche auf die Zeit nach der Saison zu verlagern, keimten Gerüchte auf, dass sich die Wege von RB Leipzig und Ralph Hasenhüttl im Sommer trennen könnten. Nachdem er in den vergangenen Tagen mit Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht wurde, wurden jegliche Spekulationen vom Trainer zurückgewiesen: "Ich war vor zwei Wochen bei Bayern und Dortmund Trainer. Wenn Frankfurt jetzt einen Trainer holt, werde ich wahrscheinlich bei dem Verein auch noch Trainer sein. Ich finde es bedenklich, dass egal wo ein Posten frei ist, alle möglichen Kandidaten immer wieder gespielt werden. Ich finde das unmöglich, wenn man irgendwo irgendwas herausgeben kann. Man darf sich nicht wundern, wenn Journalisten irgendwann nicht mehr geglaubt wird, was sie schreiben."


Ohnehin sei es "schon vor dem Hoffenheim-Spiel" vereinbart worden, dass man erst nach Saisonende über eine mögliche Vertragsverlängerung sprechen werde. Daher sei eine endgültige Entscheidung auch noch nicht gefallen: "Ich habe schon einmal gesagt, dass ich hier absolutes Vertauen spüre. Ich definiere meine Arbeit nicht über die letzten zwei Wochen, sondern über die letzten zwei Jahre." 


Darüber hinaus sei er sich darüber "bewusst, was ich mit meinem Trainerteam hier geleistet habe. Danach soll man uns bewerten. Wenn wir es im Sommer Revue passieren lassen, werden wir die richtigen Schlüsse ziehen", so Hasenhüttl.