​Für die Bayern geht es Schlag auf Schlag: Am Samstag wartet mit Eintracht Frankfurt nicht nur der Pokal-Endspielgegner, sondern in Niko Kovac auch der Heynckes-Nachfolger auf den Rekordmeister. Drei Tage später geht es dann zum Champions-League-Showdown nach Madrid. Der Bayern-Coach gab sich vor der Partie gelassen zu dem Aufeinandertreffen mit seinem Nachfolger und richtete eine deutliche Ansage in die spanische Hauptstadt.


Nach der bitteren Champions-League-Pleite gegen Real Madrid kommt es für die Bayern am Samstag zum Treffen mit dem künftigen Trainer Niko Kovac (15.30 Uhr). Das erste von zweien - schließlich steht am 19. Mai das Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt an. 


"Das ist schon ein bisschen ungewöhnlich, aber ich habe mit Niko Kovac keine Berührungsängste. Das ist ein junger Trainer, der jetzt mal durchstarten möchte. Ich hoffe auch, dass er hier im nächsten Jahr einen guten Job macht", gab sich Bayern-Coach Jupp Heynckes auf der Pressekonferenz am Freitag gelassen. Die Partie in der Allianz-Arena habe ohnehin "keinen Einfluss auf das Pokalfinale", wie der 72-Jährige betonte.


"Ich weiß, dass wir am Dienstag zurückschlagen werden"


Die Bayern plagen nach dem ​1:2 im Halbfinal-Hinspiel gegen Madrid einige Verletzungssorgen. Und auch die ​vielen vergebenen Chancen musste die Mannschaft erst noch verkraften. Allen voran ​Robert Lewandowski ließ beste Einschussmöglichkeiten liegen und wurde hinterher heftig kritisiert. "Eins ist doch klar: Wenn Lewandowski die Chance in der 88. Minute reinmacht, dann würde seine Leistung ganz anders bewertet werden. Am Dienstag ist die beste Gelegenheit, eine Antwort zu liefern", nahm er seinen Torjäger in Schutz.


Gleich Abgehakt sei das Spiel aber nicht gewesen: "Gestern haben wir noch alle unsere Wunden geleckt", berichtete Heynckes. Einen Tag später sei "die gute Laune wieder eingekehrt. Ein Profifußballer muss wissen, wie man mit Erfolgen und Misserfolgen umgehen muss. Heute haben wir wieder eine sehr positive Atmosphäre - ich sehe keine Nachwirkungen von Mittwoch."

Vielmehr glaube Heynckes an die Chance "aus Niederlagen große Substanz" zu ziehen und "Motivation für die nächsten Aufgaben" zu bekommen. "Und die nächste große Aufgabe steht uns am Dienstag bevor. Ich bin eine Person, die relativ schnell zur Normalität zurückfindet und sagt 'Jetzt erst recht!'" Vor dem Rückspiel in Madrid gibt er sich deshalb kämpferisch: "Ich weiß, dass wir am Dienstag zurückschlagen werden", so Heynckes.


Für die Trainer-Ikone ist die Begegnung im Bernabeu etwas ganz Besonderes. "Natürlich ist das eine außergewöhnliche Konstellation, dass ich 1998 mit Madrid die Champions League gewonnen habe und jetzt hier in München mein vielleicht letztes Champions-League-Spiel in Madrid bestreite", erklärte er.


Tolisso beginnt, Alaba und Martinez werden geschont


Zunächst liege die Konzentration aber auf die Frankfurt-Partie am Samstag. Schließlich habe man "die Verpflichtung, unsere Bundesligaspiele zu gewinnen und wir haben die Ambition, auch weiter siegreich zu sein." Die Rotationsmaschine wird gegen die Eintracht aber wohl wieder kräftig angeworfen. Corentin Tolisso wird in jedem Fall in der Startelf stehen, wie Heynckes verriet. 

"Er ist ein sehr guter Spieler, der auch Verletzungsprobleme hatte. Er ist ein belebendes Element, laufstark und torgefährlich. Ich hoffe, dass er morgen gut ins Spiel findet und dann ist er möglicherweise auch eine Option für Madrid", lobte er den französischen Nationalspieler. Dessen Probleme mit dem Bein seien aber "nicht hundertprozentig weg. Er ist nicht hunderprozentig gesund".

David Alaba ​konnte am Freitag zwar wieder "beschwerdefrei" trainieren, soll gegen die Eintracht aber noch nicht zum Einsatz kommen. "Mir ist es lieber, dass er nochmal trainiert und dann völlig fit ist", meinte Heynckes zum Österreicher, der das Hinspiel gegen Real verpasst hatte. 

Geschont wird auch Javi Martinez nach seiner Schädelprellung. Der Spanier konnte am Freitagmorgen wieder trainieren, wird gegen Frankfurt aber dennoch pausieren. Das gilt auch für Arjen Robben, bei dem Heynckes noch zurückhaltender blieb. Beim Niederländer müsse "man abwarten". 

Die Personallage ist also angespannt, wahrscheinlich erhalten einige Jung-Profis ihre Chance. "Es ist aktuell eine schwierige Situation, aber ich habe einen ganz klaren Plan. Und den werden wir morgen auch versuchen umzusetzen", erklärte Heynckes.