​Deutschland - Weltmeister 2014. Vor Vier Jahren hat der Trainerstab um Joachim Löw es nach 24 Jahren wieder geschafft, den Weltmeistertitel mit der deutschen Nationalmannschaft zu holen. Vier Jahre später steht nun die Mission "Titelverteidigung" auf der Agenda. Dass das kein Selbstläufer wird, ist jedem bewusst. Neben der zahlreichen Konkurrenz, wie zum Beispiel England, Brasilien und Frankreich, gibt es auch viele personelle Fragezeichen im Nationalteam: Wer steht im Tor? Wer soll die Tore schießen? Was passiert mit den WM Helden von 2014 Schürrle und Götze? Aber eine Frage steht seit Jahren im Raum: Wer soll hinten links verteidigen?


Die Außenverteidigerpositionen sind seit Jahren die größten Baustellen im Nationalteam. Mit Philipp Lahm hatte man einen Außenverteidiger er Marke Weltklasse, der auf beiden Seiten stark war. Problem an der Sache: Man hatte eben nur einen Lahm. Nach seinem Karriereende gab es nun ein großes Fragezeichen. Auf der rechten Seite hat man mit Kimmich ein großes Talent, welches sich in den letzten Jahren zu einem Spieler auf internationalem Niveau stabilisiert hat. Doch auf der linken Seite steht man weiterhin vor Problemen.


In den letzten Jahren, auch schon vor der WM 2014, gab es zahlreiche Experimente: Bei der WM 2010 und EM 2012 spielte Holger Badstuber auf der linken Seite der Viererkette, bei dem WM-Gewinn 2014 war es Benedikt Höwedes. Beides gelernte Innenverteidiger. Vor der kommenden Weltmeisterschaft spielte sich Jonas Hector hinten links fest - zwar ein gelernter Linksverteidiger, aber trotzdem "nur" ein guter Bundesligaspieler. Reicht das für einen amtierenden Weltmeister? Bei Jogi Löw genießt der Kölner großes Ansehen, viele Fans finden ihn solide - mehr aber auch nicht. In den letzten Monaten probierte der Bundestrainer einen neuen Namen auf der Position: Marvin Plattenhardt vom Hauptstadtclub Hertha BSC. Auch er machte solide Spiele, aber auch er hat kein internationales Topniveau. Seit dieser Saison fordern viele Fans einen neuen Spieler: Philipp Max!


FC Augsburg v Sport-Club Freiburg - Bundesliga

Mit 13 Assists ist Philipp Max vom FC Augsburg der beste Vorbereiter der Saison 


Mit aktuell 13 (!) Vorlagen steht der Spieler vom FC Augsburg auf Platz zwei der Topvorlagengeber dieser Saison. Schon die komplette Spielzeit zeigt der Sohn vom ehemaligen Bundesliga Stürmer Martin Max eine starke Leistung. Die größte Stärke ist das "marschieren", also immer auf der Außenlinie unterwegs sein. Jedoch äußerte sich Löw letztens in einem Interview und sagte, dass Max ein guter Linkerverteidiger sei, aber in den aktuellen Überlegungen keine Rolle spiele. Doch wieso? 


So wirklich fällt einem nur ein möglicher Grund dafür ein: Man will Max nicht zu früh ins kalte Wasser werfen. Der 24-Jährige kam diese Saison wie Phönix aus der Asche, jedoch stellt sich die Frage, wie er mit dem Druck umgehen kann, bei einer Weltmeisterschaft das Nationalmannschaftstrikot zu tragen. Löw hat es verpasst, Max bei Testspielen auf die Herausforderung vorzubereiten, bzw. Löw hat sich für Plattenhardt als Hector-Back-Up entschieden und dafür wird er seine Gründe haben. Denn bei einer WM ist es nicht wichtig, die 23 besten Spieler zu haben, sondern diese müssen als Team funktionieren und es müssen Spieler sein, die ihr Ego zurück stellen und nicht meckern, wenn sie auf der Bank sitzen. 


Gut möglich daher, dass Max nach dem Turnier seine Chance unter Löw bekommt. In diesem Sommer aber wird es wohl nichts mehr werden für den Shooting-Star der aktuellen Saison.