Das Ende der Zeit von Luca Caldirola in Bremen rückt näher. Der Italiener ist unzufrieden mit seinem Reservistendasein und will den Verein im Sommer verlassen. Dabei hofft der 27-Jährige auf ein Entgegenkommen von Werder.


Luca Caldirola erlebt eine enttäuschende Saison. Nach der Rückkehr von seiner Leihe zu Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 spielt der Innenverteidiger bei Werder Bremen keine Rolle mehr. Nur ein Saisoneinsatz hat der 27-jährige Italiener zu verzeichnen - am fünften Spieltag gegen den VfL Wolfsburg. Damals noch unter Kohfeldt-Vorgänger Alexander Nouri.


Schon im Winter rechnete man deshalb mit Caldirolas Abschied. ​Ein Wechsel zurück in die Heimat kam allerdings nicht zustande. Der Italiener mit Vertrag bis 2019 musste bleiben, schaffte es unter Werder-Coach Florian Kohfeldt in der Rückserie aber erst zweimal überhaupt ins Bundesliga-Aufgebot. Bei der 0:2-Schlappe in Stuttgart fiel er zuletzt wegen Sprunggelenksproblemen aus.


Im Gespräch mit der Deichstube gewährt Caldirola nun Einblicke in "meine schwierigste Zeit im Fußball". Nach dem Ende seiner Leihe in Darmstadt hatte der 27-Jährige bei Werder einen neuen Zweijahresvertrag unterschrieben. Auch weil er sich in Bremen mit seiner Familie sehr wohl fühlt. "Ein Fehler von beiden Seiten", blickt er zurück. 

Denn Woche für Woche komme Kohfeldt am Tag vor dem Spiel auf Caldirola zu, um ihm mitzuteilen, dass er nicht im 18er-Kader steht. "Der Trainer kommt zu mir und ich werde ihm sagen: Ich weiß schon“, berichtet er enttäuscht. "Ich weiß nicht, woran es liegt. Alle sagen, dass ich gut bin. Alle mögen mich, aber ich spiele trotzdem nicht“, so Caldirola weiter. 


Caldirola enttäuscht über Chancenlosigkeit


"Alle hier haben viele Chancen bekommen, alle. Nur ich nicht. Das ist die einzige Sache, die mich enttäuscht“, erklärt der Italiener. Er verstehe sich zwar gut mit Kohfeldt, dennoch hadert er mit seiner Rolle. "Bei Florian Kohfeldt hieß es immer, mein Problem sei Niklas Moisander. Aber wenn er nicht gespielt hat, stand ich trotzdem nicht auf dem Platz", bezieht sich Caldirola auf die Partie in Hannover. Für den finnischen Abwehrchef rückte Winter-Neuzugang Sebastian Langkamp in die Innenverteidigung. "Von der Tribüne in die Startelf - das ist auch schwierig“, sucht Caldirola eine Erklärung.

VfB Stuttgart v SV Werder Bremen - Bundesliga

"Er war ganz klar mit mir.“ Caldriolas Verhältnis zu Kohfeldt ist gut - eine Chance bekam der Italiener dennoch nicht.



Er stand Anfang April zwar im Aufgebot, musste die Partie aber 90 Minuten von der Bank aus verfolgen. Ein weiteres Zeichen für ihn, dass er sportlich bei Werder nicht gebraucht wird. Drei Spiele stehen nun bis Saisonende noch aus, zweimal dabei in Bremen. Dann könnte sich die Wege von Caldirola und Werder trennen. "Einmal noch im Weserstadion zu spielen, das wäre schon geil“, hofft er wehmütig. 


Dann will sich Caldridola einen neuen Klub suchen. Einfach werde das aber nicht: "Ich habe fast zwei Jahre nicht gespielt." Das vermeintliche Interesse aus Italien kann er nicht bestätigen: Die Medien dort schreiben das seit Jahren mit Lazio Rom oder Genua oder sonstwas, aber passiert ist nie etwas.“  Aber egal wo er bald seine Zelte aufschlagen wird, Caldirola fühlt sich noch stark genug "fünf, sechs Jahre in einer guten Liga zu spielen".


Deswegen wolle er trotz seiner Unzufriedenheit einen Wechsel auch nicht erzwingen. "Wenn wir eine Lösung finden mit Werder, dann gut. Ansonsten: Ich habe noch ein Jahr Vertrag.“ Caldirola macht deutlich, dass er sich ein Entgegenkommen von Werder wünscht. "Jetzt erwarte ich von der anderen Seite eine Hilfe“, so der 27-Jährige. Caldriola hofft auf keine hohe Ablöseforderung und sogar auf eine Abfindung, sollte sein neuer Klub nicht so viel Gehalt zahlen können. 

"Ich habe in den letzten Jahren nie Theater gemacht, habe mich immer ordentlich benommen, habe immer gut trainiert, kaum eine Einheit verpasst. Ich war immer positiv, habe dabei jede Entscheidung des Trainers akzeptiert", begründet er seine Forderung. Schließlich hätte man ihm vor einem Jahr "nur die Wahrheit sagen müssen. Dann wäre ich damals schon gegangen.“