Der Kapitän muss sein Schiff von draußen lenken: Niko Bungert ist in der laufenden Spielzeit noch ohne Einsatz. Der Spielführer von Mainz 05 kann die Kollegen im Kampf um den Klassenerhalt nur außerhalb des Platzes unterstützen. Trotz seiner schwierigen Situation will der Routinier auch in der kommenden Saison das Mainz-Trikot tragen - egal in welcher Liga.


Niko Bungert ist der Kapitän von Mainz 05. Seit 2008 spielt der 31-jährige Innenverteidiger für die Rheinhessen. In der aktuellen Spielzeit konnte Bungert sein Team aber noch kein einziges Mal auf den Platz führen. Der Mainz-Spielführer ist noch ohne Saisoneinsatz - auch aufgrund von einer Verletzungsseuche, die den Routinier plagt. 


Zuletzt warf ihn ein Muskelfaseriss erneut zurück. Drei Wochen war er außer Gefecht, kehrte am Mittwoch wieder ins Teamtraining zurück. "Am Sonntag wäre es wohl noch zu früh, aber wenn keine neuen Probleme auftauchen, bin ich ab nächster Woche bereit, kann ich noch helfen, wenn Not am Mann ist“, sagt er im Gespräch mit der ​Bild. Die abstiegsbedrohten Mainzer empfangen am drittletzten Spieltag Vizemeister RB Leipzig (15.30 Uhr), der noch um einen Platz im Europapokal kämpft.

Bungert wird dann wieder zuschauen müssen, wie schon die komplette Spielzeit. Zu Beginn der Saison fehlte der 31-Jährige wegen muskulärer Probleme, die sich fast über die komplette Hinrunde zogen. Nur viermal stand der Kapitän überhaupt im Aufgebot von Trainer Sandro Schwarz. Aufgeben will er dennoch nicht. 


Bungert will in Mainz bleiben - egal in welcher Liga


"Das ist aktuell kein Thema, jetzt geht es hier nur um die letzten drei Spiele", schiebt er Gedanken über ein Karriereende beiseite. "Mein Vertrag läuft noch bis 2019. Und ja, er gilt auch in der zweiten Liga. Ich möchte gerne noch weiter Fußball spielen, dafür macht es mir noch viel zu viel Spaß. Meinen Vertrag werde ich auf jeden Fall noch erfüllen“, bekräftigt Bungert.


Zufrieden über den Saisonverlauf ist er dennoch nicht. "Das hatte ich mir natürlich ganz anders vorgestellt und ist sehr unbefriedigend. Ich war gerade nach dem Trainerwechsel zu Sandro Schwarz voll motiviert. Die Bestätigung als Kapitän hat mir gezeigt, dass man weiter auf mich baut", so Bungert. Nach der Seuchen-Hinrunde wollte er zu Jahresbeginn wieder neu angreifen: "Jetzt war ich eigentlich gesund und hätte mir auch den einen oder anderen Einsatz vorgestellt. Da hat der Trainer anders entschieden." 

1. FC Koeln v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

20. Mai 2017: Am letzten Spieltag der vergangenen Saison stand Bungert (r., gegen Kölns Anthony Modeste) zuletzt auf dem Rasen


Aus seiner Lage als nicht spielender Kapitän versucht er das Beste zu machen, auch wenn es "gerade in unserer Situation ganz schwer" sei. "Man fühlt sich verantwortlich und würde gerne ganz anders helfen. Ich versuch es halt neben dem Platz so gut es geht", versichert Bungert. Mit Zuckerbrot und Peitsche will er die Kollegen im Abstiegskampf antreiben. "Wenn ich das Gefühl habe, einer gibt nicht alles, kriegt er das gesagt. Wenn einer aufbauende Worte braucht, tue ich das aber auch“, erklärt der 31-Jährige.


Den Druck im Abstiegskampf dürfe man nicht zu sehr an sich heranlassen. "Jetzt heißt es, den Tunnelblick zu haben, sich zu fokussieren und die Einstellung zu verinnerlichen, dass in jedem Spiel der vorentscheidende Sieg zu holen ist, um nicht in die Relegation zu müssen", gibt er den Kollegen vor. Schließlich habe man den Klassenerhalt "nach wie vor selbst in der Hand". 


Das Restprogramm mit Leipzig, dem BVB und Bremen ist allerdings nicht ganz einfach, auch wenn Mainz noch zweimal zuhause antreten darf. Bungert ist dennoch sicher, dass den 05ern "noch die eine oder andere Überraschung gelingt, wenn wir alles aus uns raus holen".